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Wirtschaftspreis So geht’s aufwärts“ Dresdner Filialen von Fahrrad XXL profitieren massiv vom E-Bike-Boom
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09:58 20.08.2019
Dr. Hamidreza Ameli (l.) und Andre Hans leiten seit 2001 die Geschäfte bei Fahrrad XXL Emporon. Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

Ein einzelner Radfahrer dreht an einem Montagnachmittag im August seine Runden bei Fahrrad XXL an der Washingtonstraße. Aber nicht etwa draußen vor der Tür, sondern direkt im Laden. Auf einem Rundkurs dürfen Kunden alle Bikes Probe fahren. Eine hölzerne Rampe vermittelt E-Bike-Testern außerdem eine Ahnung, wie es sich anfühlt, mit Unterstützung eines Elektromotors bergauf zu radeln.

68 Fahrradmarken mit und ohne Motor

Und das wollen immer mehr. „Das E-Bike ist der Megatrend. Er überschattet alles“, berichtet Andre Hans. „Eigentlich ist es gerade Trend, alles mit Motoren zu versehen“, ergänzt Dr. Hamidreza Ameli. Beide leiten die Geschäfte bei Fahrrad XXL Emporon.

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Sie managen zwei Dresdner Filialen an der Washington- und der Dohnaer Straße, je eine in Halle und Chemnitz und das große Zentrallager in Kesseldorf. Die Emporon GmbH wiederum ist Teil der Fahrrad XXL-Gruppe, die deutschlandweit 15 Bikestores und einen gemeinsamen Onlineshop umfasst.

Die Geschäftsführer Hamidreza Ameli und Andre Hans (v.l.) Quelle: Dietrich Flechtner

Für Einkauf und Marketing ist Andre Hans zuständig, während Ameli die kaufmännische Leitung innehat. „Ich gebe das Geld aus, er verdient es“, meint ersterer schmunzelnd. Im Angebot sind aktuell 68 Fahrradmarken. „Wir haben eigentlich alles außer Liegeräder“, fasst der 56-Jährige zusammen. Etwa: City- und Damenräder, Rennräder, Mountainbikes, Klappmodelle – alles mit und ohne Motor.

Die Preisspanne reicht bei Erwachsenenrädern von günstigen 299 Euro bis hin zu mehr als 14.000 Euro kostenden Rennrädern, mit denen sich getrost die Tour de France bestreiten ließe. Dazu kommt allerhand Zubehör von der Klingel bis zum Ventil und die passende Radlerbekleidung selbstverständlich auch.

Wie beide ins Fahrradgeschäft kamen

Hans und Ameli sind seit 2001 Geschäftspartner. Zum Drahtesel kamen sie aus unterschiedlichen Gründen. Bei Ameli ist es eine Familienangelegenheit. Sein Vater war selbst Fahrradhersteller im Iran. Einem Onkel gehörte eine Fahrradfabrik in dem vorderasiatischen Staat.

Ein weiterer Onkel Amelis gründete in Neukirch/Lausitz den Fahrradhersteller Biria. Andre Hans hingegen stieg zu Zeiten von Olaf Ludwig auch selbst als Amateurrennfahrer aufs Rad und arbeitete später bei Biria als Handelsvertreter.

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Beide trafen aufeinander und gründeten eine Geschäftspartnerschaft, die bis heute durchschlagenden Erfolg hat. Am 1. April 2004 öffnete die erste Dresdner Filiale an der Overbeckstraße ihre Türen. Nach und nach kamen die anderen drei Zweigstellen hinzu. 2019 öffnete an Stelle der Overbeckstraße die neue Filiale an der Washingtonstraße samt Erlebnisparcour.

Im Jahr zuvor zog die Emporon GmbH innerhalb von etwas mehr als zwölf Monaten eine 6000 Quadratmeter große Lagerhalle in Kesselsdorf für drei Millionen Euro in die Höhe. Hier lagern 25.000 Fahrräder. Gut 41.000 Drahtesel gehen pro Jahr über die Theke der zu Emporon gehörenden XXL-Filialen.

Samstags gibt es schon mal Stau auf der Teststrecke

Tendenz steigend. Schon jetzt wird der Platz knapp. „Unser Umsatz steigt um die 30 Prozent im Jahr. In drei Jahren wollen wir ihn verdoppelt haben“, formuliert Ameli das Ziel. Natürlich hilft dabei der E-Bike-Boom. Die motorisierten Fahrräder sind teuer. „Wir machen 50 Prozent unseren Umsatzes mit Elektrofahrrädern. Aber sie machen nur gut 25 Prozent der verkauften Stückzahlen aus.“

Auch der Online-Shop, den alle Mitglieder der XXL-Gruppe gemeinsam betreiben, ist maßgeblich am Geschäft beteiligt. Denn das Online-Angebot entzieht im Gegensatz zu anderen Branchen dem Vor-Ort-Geschäft nicht die Kundschaft, sondern spült noch zusätzlich Käufer in den Laden.

am 12.08.19 in Dresden : FahrradXXL Quelle: Dietrich Flechtner

„Jeder zweite Kunde im Laden hat zuvor online gestöbert“, schätzt Hans. Auch von der übergreifenden Zusammenarbeit innerhalb der XXL-Gruppe profitieren die Kunden. Wer sein Rad beispielsweise in Mainz kauft, kann es auch in Dresden, Halle oder Chemnitz umtauschen.

Diese Flexibilität wissen viele zu schätzen. Nicht umsonst ist der Fahrradparcour im Laden an der Washingtonstraße mit Zebrastreifen ausgestattet. Wo sich an Montagnachmittagen manchmal nur ein einzelner Probefahrer tummelt, rauscht samstags der Radverkehr. „Am Wochenende ist hier die Hölle los“, sagt Andre Hans.

Kurzinfo

Name: Fahrrad XXL Emporon GmbH & Co. KG

Gegründet: 2004

Geschäftszweck: Verkauf von Fahrrädern

Hauptsitz: Dresden

Belegschaft: 200 Mitarbeiter inkl. Azubis

Umsatz: 31 Millionen Euro (2018)

Infos im Netz:
www.fahrrad-xxl.de

Von Franziska Kästner

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