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125 Jahre DNN Dresden und die Welt im Jahr 1948
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09:11 18.07.2018
Im Dresdner Sachsenbad durfte 1948 wieder geplanscht werden. Zwischendurch war das Bad als Post genutzt worden. Quelle: Rudolf Scheibe/DNN-Archiv im Stadtarchiv Dresden
Dresden

1948 beginnt der Wiederaufbau des bei den Bombenangriffen stark beschädigten Dresdner Rathauses. Die Sanierung erfolgt in vereinfachter Form und mehreren Abschnitten. Zuerst wird der Südflügel – heute der Haupteingang am Dr.-Külz-Ring – wieder aufgebaut. Die übrigen Gebäudeteile folgen in losen Abständen bis zum abschließenden Wiederaufbau des Ostflügels – heute die Goldene Pforte – in den Jahren von 1962 bis 1965.

Am 10. April stirbt Dr. Wilhelm Külz. Er war der letzte Oberbürgermeister von Dresden vor der Machtergreifung der Nazis. Am 9. Februar 1931 war er vom Stadtverordnetenkollegium gewählt worden. 1933 hatte man ihn des Amtes enthoben, da er sich weigerte, unliebsame Mitarbeiter zu entlassen und die Hakenkreuzflagge auf dem Rathaus zu hissen.

Am 22. September wird mit Beethovens Oper „Fidelio“ das neu aufgebaute Schauspielhaus eröffnet. Am 1. März 1946 war Richtfest gefeiert worden. Das „Große Haus“, das nun über 1130 Plätze verfügt, wird fortan als Mehrspartenhaus für Schauspiel, Oper, Ballett und Konzerte genutzt. Die kulturbegeisterten Dresdner finanzierten zum großen Teil ihr neues Theater selbst. 320 000 Mark kamen in diesen schwierigen Notzeiten in einer Lotterie zum Wiederaufbau des Hauses zusammen. Die Hauptkosten trug allerdings die Stadt. Das „Große Haus“ war das erste Theater in der damaligen sowjetischen Besatzungszone, das wieder aufgebaut wurde.

125 Jahre DNN

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Die Sächsische Staatskapelle Dresden feiert ihr 400-jähriges Bestehen. Sie war am 22. September 1548 im Auftrag des Kurfürsten Moritz von Sachsen gegründet worden und gilt als einziges noch existierendes Orchester, das über mehr als viereinhalb Jahrhunderte hinweg ununterbrochen musiziert hat und zu den führenden Klangkörpern der verschiedenen Epochen gehörte.

Am 4. Oktober wird das Sachsenbad in Pieschen wieder als Schwimmbad eröffnet. Es war nach dem Krieg ersatzweise anstelle des zerstörten Postscheckamtes genutzt worden. Zudem diente es den Anwohnern in Pieschen als Wasserquelle. Da es nach dem Kriegsende im Stadtteil kaum fließend Wasser gab, holten die Anwohner Wasser aus einem Brunnen im Keller des Bades und von einer öffentlichen Pumpe, die sich hinter dem Bad befand

1948 wird in Pirna die im Krieg zerstörte und danach wieder aufgebaute Stadtbrücke wieder für den Verkehr freigegeben. Aufgrund von Reparationsleistungen wurde dabei ein Streckengleis zurückgebaut.

Deutschland, Europa und die Welt

30. Januar: Der Pazifist Mahatma Gandhi wird von einem nationalistischen Hindu erschossen. Hunderttausende von Menschen finden sich am kommenden Tag zur Verbrennung des Leichnams und der anschließenden Versenkung der Asche am Ganges ein.

30. Januar: Eröffnung der V. Olympische Winterspiele in St. Moritz. Die Spiele finden, wie auch die Sommerspiele in London, ohne deutsche Beteiligung statt.

4. Februar: Ceylon wird unabhängig.

14. Februar: In den Westzonen Deutschlands wird die verbotene Produktion von Aluminium wieder zugelassen.

22. Februar: Die Sowjetische Militäradministration schränkt den LKW-Verkehr zwischen den Westzonen und Berlin ein.

23. Februar: Beginn der Londoner „Sechs-Mächte-Konferenz“. Beim Treffen der Außenminister der drei westlichen Besatzungsmächte Deutschlands sowie der Benelux-Staaten als direkten Nachbarn Westdeutschlands soll der Weg zur Gründung der Bundesrepublik Deutschland geebnet werden. Eine Einladung an die Sowjetunion erging nicht, da auf den vorangegangenen Treffen der vier Siegermächte der Versuch der USA gescheitert war, Einigkeit der westlichen und der sowjetischen Vorstellungen zur Deutschlandpolitik herzustellen

25. Februar: Der kommunistische Ministerpräsident der Tschechoslowakei, Klement Gottwald, entlässt die zwölf bürgerlichen Minister seiner Regierung und sichert so der KP die alleinige Macht im Land.

26. Februar: In Göttingen wird die Max-Planck-Gesellschaft gegründet. Sie tritt die Nachfolge der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft an. Erster Präsident ist Otto Hahn.

17. März: Der Brüsseler Pakt wird unterzeichnet. Großbritannien, Belgien, die Niederlande, Luxemburg und Frankreich vereinbaren eine zunächst auf 50 Jahre angelegte Wirtschafts- und Verteidigungsgemeinschaft.

3. April: US-Präsident Harry S. Truman unterzeichnet den Marshallplan. 5,3 Milliarden Dollar werden für Europa freigegeben, die westlichen Zonen Deutschlands erhalten davon rund 550 Millionen.

7. April: Gründung der Weltgesundheitsorganisation WHO.

16. April: Gründung der Organisation für europäische wirtschaftliche Zusammenarbeit (OEEC).

23. April: In der Sowjetischen Besatzungszone wird die Vereinigung Volkseigener Betriebe (VEB) gegründet.

7. Mai: In der Tschechoslowakei tritt eine am sowjetischen Vorbild angelehnte Verfassung in Kraft.

14. Mai: Gründung des Staates Israel. Erster Ministerpräsident ist David Ben-Gurion. Der neue Staat wird rasch unter anderem von den USA und der Sowjetunion anerkannt. Ägypten, Saudi-Arabien, Jordanien, Libanon, Irak und Syrien erklären dagegen Israel den Krieg, den sie am darauffolgenden Tag sofort beginnen.

7. Juni: Als Ergebnis der Sechsmächtekonferenz werden die Londoner Empfehlungen beschlossen, in denen den Regierungen Großbritanniens, der USA, Frankreichs und der Beneluxstaaten die Rahmenbedingungen für einen zu gründenden westdeutschen Staat vorgelegt werden.

21. Juni: In den westlichen Besatzungszonen wird mit der Währungsreform die Reichsmark abgelöst und die D-Mark eingeführt.

21. Juni: Die Firma „Columbia Broadcasting System“ stellt die Langspielplatte mit 33 1/3 Umdrehungen pro Minute vor. Die neue Vinyl-Schallplatte verdrängt die alte Schellackplatte.

23. Juni: Um der durch die Währungsreform der Westzonen ausgelösten Inflation zu begegnen, ordnet die Sowjetische Militäradministration einen Notenumtausch in ihrer Zone an.

24. Juni: Einführung der Westmark mit Aufdruck „B“ in den drei Westsektoren von Berlin

24. Juni: Beginn der Berliner Blockade

25. Juni: General Lucius D. Clay befiehlt die Errichtung der Berliner Luftbrücke zur Versorgung von West-Berlin. Über die geteilte Stadt hat die Siegermacht Sowjetunion eine Blockade verhängt.

1. Juli: Die Militärgouverneure der drei West-Alliierten übergeben den westdeutschen Ministerpräsidenten die Frankfurter Dokumente, in denen die Bedingungen für das zu schaffende Grundgesetz festgelegt sind.

3. Juli: Bildung der Kasernierten Volkspolizei in der Sowjetischen Besatzungszone.

8. Juli: Die Reparationsleistungen aus dem Westen Deutschlands in die Sowjetunion werden eingestellt.

8.–10. Juli: Auf der „Rittersturz-Konferenz“ in Koblenz wird der Zusammenschluss der drei westlichen Besatzungszonen zur Bundesrepublik Deutschland beschlossen.

29. Juli bis 14. August: XIV. Olympische Sommerspiele in London

1. August: Die Erstausgaben der „Welt am Sonntag“ und des „Stern“ erscheinen.

15. August: Proklamation der Republik Süd-Korea.

9. September: Hundertausende Berliner demonstrieren vor dem Reichstag für die Freiheit. Ernst Reuter appelliert an die Westmächte: „Schaut auf diese Stadt!“

9. September: Ausrufung der Volksrepublik Nordkorea.

18. September: Mit 897 Flügen wird an diesem Tag der Rekord während der Berliner Luftbrücke erzielt.

15. November: In der Sowjetischen Besatzungszone werden die ersten HO-Läden eingerichtet.

26. November: Das Parlament Irlands beschließt die völlige Loslösung des Landes vom Vereinigten Königreich.

26. November: Die erste Polaroid Kamera wird in Boston verkauft. Es handelt sich zunächst nur um schwarzweiße und sepiafarbene Fotos.

10. Dezember: Die Generalversammlung der Vereinten Nationen beschließt die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte.

11. Dezember: Gründung der FDP in Heppenheim. Zum ersten Vorsitzenden wird Theodor Heuss gewählt.

13. Dezember: In der Sowjetischen Besatzungszone werden die „Jungen Pioniere“ gegründet.

1948 kamen de Sicas Meisterwerk „Fahrraddiebe“ und Alfred Hitchcocks „Cocktail für eine Leiche“ in die Kinos, sang Edith Piaf „La Vie en Rose“, wurde in den USA „Manana“ mit Peggy Lee ein Hit, während man in Deutschland von „Würstchen mit Salat“ träumte.

Geboren werden 1948 unter anderem der Historiker und Publizist Guido Knopp, der Schriftsteller Henning Mankell, der Komponist Andrew Lloyd Webber, die Musiker Donna Summer, Alice Cooper, Steven Tyler, Klaus Meine, Marius Müller-Westernhagen und Chris de Burgh, der Fußballer Jürgen Sparwasser, die Politiker Gregor Gysi und Joschka Fischer, die Schauspieler Grace Jones, Jean Reno, Jeremy Irons und Gérard Depardieu, die Komiker Otto Waalkes und Jürgen von der Lippe, Prinz Charles und der Sänger und Moderator Hartmut Schulze-Gerlach.

Gestorben sind 1948 unter anderem der Komponist Franz Lehár, der Künstler Kurt Schwitters, der Schneider Hugo Boss, der Komiker Karl Valentin, der Regisseur Sergei Eisenstein, der Journalist Egon Erwin Kisch und der Schauspieler Paul Wegener.

Von Monika Löffler

1893 – und zwar am 8. September – erschien in Dresden zum ersten Mal die Tageszeitung „Neueste Nachrichten“. Nur wenig später wurde sie in „Dresdner Neueste Nachrichten“ umbenannt. Das Jubiläum nehmen wir zum Anlass zurückzuschauen in die Geschichte Dresdens, Deutschlands und der Welt. Heute das Jahr 1947.

11.07.2018

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05.07.2018