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125 Jahre DNN Dresden und die Welt im Jahr 1905
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12:00 14.02.2018
Dieses Relief im Sanatorium erinnert an den 1905 verstorbenen Gründer Dr. Heinrich Lahmann.   Quelle: Foto: Dietrich Flechtner/Archiv
Dresden

 Am 8. Februar stirbt der Unternehmer Carl Eschebach. Er hatte es mit der Produktion von Küchenutensilien, Möbeln und Haushaltswaren zu Wohlstand gebracht. Am Albertplatz ließ er sich 1903 die repräsentative Villa Eschebach errichten. Seinen Beschäftigten gegenüber zeigte er sich sehr sozial und stellte unter anderem Betriebswohnungen zur Verfügung.

Am Ostersonnabend wird in Bad Schandau der Personenaufzug eingeweiht. Er fährt in einem 52 Meter hohen, im Jugendstil gestalteten Stahlfachwerkturm zum Plateau der Ostrauer Scheibe, wo sich eine Aussichtsplattform befindet, die durch eine Brücke mit der Spitze der Felswand verbunden ist.

Am 1. Juni stirbt der Arzt Dr. Johann Heinrich Lahmann. Der Mediziner hatte 1888 auf dem Weißen Hirsch ein eigenes Sanatorium eröffnet. Lahmann empfahl eine überwiegend vegetarische Ernährung, daneben basierte sein Kurkonzept auf Wasseranwendungen, Luftbädern und Bewegung in der freien Natur. Das Sanatorium entwickelte sich zu einer namhaften Einrichtung. 1905 werden knapp 4000 Besucher gezählt. Bekannte Kurgäste sind in späteren Jahren unter anderem Heinrich George, Heinz Rühmann und Johannes Heesters.

125 Jahre DNN

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Am 7. Juni gründen die vier Dresdner Architekturstudenten in der Berliner Straße Ernst Ludwig Kirchner, Fritz Bleyl, Erich Heckel und Karl Schmidt-Rottluff - später stoßen noch Emil Nolde und Max Pechstein hinzu – die Künstlergemeinschaft „Die Brücke“. Sie wenden sich gegen die konservative Kunstakademie, suchen neue künstlerische Ausdrucksformen und markieren den Beginn des Expressionismus in Deutschland. 1913 löst sich die Gemeinschaft auf Grund von Streitigkeiten auf.

Am 29. September wird in Anwesenheit von König Friedrich August III., der auch die symbolischen Hammerschläge tätigt, der Grundstein für das Neue Rathaus gelegt. Da die Einwohnerzahl der Stadt stark zugenommen hatte, war das „Alte Rathaus“ an der Nordwestecke des Altmarkts für die Verwaltung zu klein geworden, so wurde ein Wettbewerb für ein neues Gebäude ausgeschrieben. Den gewannen Karl Roth und Edmund Bräter.

Am 29. November wird die evangelische Christuskirche in Strehlen eingeweiht. Markant an dem Gotteshaus sind die zwei 66 Meter hohen Türme. Diese sind – da die Kirche auf einer Anhöhe steht – schon von weitem erkennbar. Das Gebäude wird während der Luftangriffe 1945 beschädigt und später zunächst provisorisch saniert. Ab 1973 folgt eine umfassende Rekonstruktion und 1980 die Wiedereinweihung.

Am 3. Dezember kommt es in Dresden zu Massenkundgebung und Protesten gegen das Dreiklassenwahlrecht. Tausende Menschen ziehen zum Altmarkt und zum Schloss und fordern ein allgemeines, direktes Wahlrecht für alle ohne Unterschiede des Geschlechts und der Herkunft. Das Dreiklassenwahlrecht teilt die Wähler, die männlichen Geschlechts und mindestens 25 Jahre alt sein müssen, in drei Klassen entsprechend der Steuerleistung ein. Durch diese Bestimmungen bleibt ein Teil der arbeitenden Klassen von der Volksvertretung ausgeschlossen.

Am 9. Dezember wird die Oper „Salome“ von Richard Strauss nach dem gleichnamigen Drama von Oscar Wilde an der Dresdner Hofoper unter der musikalischen Leitung von Ernst von Schuch uraufgeführt.

11. Dezember: Der sächsische König Friedrich August III. erklärt Radeberger Pilsener per Dekret zum Tafelgetränk seiner Majestät.

Deutschland, Europa und die Welt

17. Januar: Beginn des bis dahin größten Streiks an der Ruhr, an dem teilweise bis zu 225 000 Bergarbeiter teilnehmen.

22. Januar: Beim Petersburger Blutsonntag treiben Soldaten einen friedlichen Sternmarsch zum Zarenpalast von weit mehr als 30 000 Menschen brutal auseinander. Die Angaben über die Todesopfer variiert zwischen 130 und über 1000. Das Massaker ist der Beginn der Russischen Revolution im Zarenreich.

24. Februar: Der Simplontunnel wird durchstochen. Der knapp 20 Kilometer lange, zweiröhrige Doppelspur-Eisenbahntunnel befindet sich zwischen der Schweiz und Italien. Die 1898–1905 und 1912–1921 erbauten Einspurröhren des Simplontunnels sind bis Ende der 1970er Jahre mit 19,8 km die längsten Gebirgstunnel der Erde.

27. Februar: Einweihung Berliner Dom.

13. Mai: Erster umjubelter Auftritt der Tänzerin und Spionin Mata Hari. Ihr Schleiertanz verzaubert Paris – ist Sensation und Skandal zu gleich.

1. Juni: Die erste Kraftpostlinie Deutschlands geht zwischen Bad Tölz und Lenggries in Betrieb. Als Kraftpost wird der kombinierte Personen- und Posttransport durch die Deutsche Reichspost bzw. Deutsche Bundespost in Postbussen als Nachfolger der Postkutsche bezeichnet.

7. Juni: Das norwegische Parlament beschließt die Auflösung der Personalunion mit Schweden.

3. Juli: Das französische Parlament beschließt die strikte Trennung von Kirche und Staat.

27. September: Albert Einstein stellt in seinem zweiten Aufsatz zur Relativitätstheorie eine mathematische Verknüpfung zwischen Masse (m) und Energie (E) her.

10. Dezember: Die österreichische Schriftstellerin Bertha von Suttner erhält als erste Frau den Friedensnobelpreis für ihr Werk „Die Waffen nieder!“. Der deutsche Mediziner Robert Koch bekommt ihn für seine Entdeckungen auf dem Gebiet der Tuberkulose.

22. Dezember: In Sankt Petersburg findet die Uraufführung des Ballettstücks „Der sterbende Schwan“ mit Anna Pawlowa als Primaballerina statt

Geboren werden 1905 u.a. der Schriftsteller und Philosoph Jean-Paul Sartre, die Schauspieler Elisabeth Flickenschildt, Joan Crawford, Henry Fonda und Greta Garbo, der Schwergewichtsboxer Max Schmeling und der Modeschöpfer Christian Dior.

Gestorben sind 1905 u.a. der Maler Adolph Menzel, der Schriftsteller Jules Verne, der Geograf und Forschungsreisende Ferdinand von Richthofen und der Astronom, Mathematiker und Physiker Ernst Abbe.

Von DNN

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