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Coronavirus Zoo-Chef Ukena hofft, dass Tierparks nach der Krise als erstes öffnen dürfen
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19:15 05.04.2020
Ein seltenes Bild: Bestes Wetter, aber kein Besucher im Dresdner Zoo. Quelle: Zoo Dresden
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Dresden

Bestes Zoo-Wetter, doch der Dresdner Tierpark ist verwaist und wird auch über Ostern keine Besucher haben. Noch gibt es keine Aussage, wann welche Beschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie gelockert oder aufgehoben werden.

Doch Zoodirektor Karl-Heinz Ukena hofft, „dass Zoos zu den ersten gehören, die wieder aufmachen dürfen“. Wir können ja hier die Tierhäuser noch geschlossen lassen, so seine Überlegung. Diesen Schritt sei man auch gegangen, kurz bevor der Tierpark am 18. März komplett schließen musste.

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Keine Einnahmen, aber laufende Kosten

Fakt ist, dass der Zoo durch die fehlenden Besucher jetzt keine Einnahmen hat, aber die Kosten für Personal und Futter weiterlaufen. Der Zoodirektor sieht das aber noch relativ gelassen. „Das ist jetzt keine einfache Zeit. Aber wir haben gut gewirtschaftet und ein bisschen was ansparen können, so dass wir zwei Monate gut überstehen. Zudem haben wir mit der Stadt Dresden einen starken Gesellschafter. Wir sind in Gesprächen, und die Stadt hat signalisiert, dass sie hilft.“

Die Spendentrommel für den laufenden Betrieb will der Dresdner Zoodirektor nicht rühren. „Das müssen wir alleine stemmen können“, so seine Meinung. Und dass aus seiner Sicht kleine, privatgeführte Zoos jetzt viel nötiger Spenden für die laufenden Kosten brauchen.

Für Orang-Utan-Haus sind weiter Spenden gefragt

„Für das neue Orang-Utan-Haus sammeln wir aber natürlich weiter“, so Ukena. Allerdings hat Corona jetzt auch die Baumaßnahmen im Zoo verzögert. Eigentlich sollte schon Start für den Bau des neuen Flamingogeheges sein. Die Vögel bekommen eine neue Anlage am Ententeich zwischen Verwaltungsgebäude und Streichelzoo, damit am jetzigen Standort Platz für das neue Orang-Utan-Haus wird.

Für Besucher ist der Dresdner Zoo derzeit aufgrund der Corona-Pandemie geschlossen. Aber natürlich geht dort das tierische Leben weiter. Hier ein paar Impressionen.

„Wenn ich weiß, dass ich keine Einnahmen haben werde, bin ich natürlich vorsichtig. Auch aus Sicherheitsgründen haben wir alles erst einmal gestoppt.“ Zudem hätten sich die Firmen angesichts der neuen Lage erst einmal orientieren müssen. „Jetzt wollen wir in den nächsten 14 Tagen mit den bauvorbereitenden Arbeiten wie Leitungsverlegungen beginnen. Dann errichten wir erst mal den Rohbau.“ Der ursprüngliche Fertigstellungstermin für die Flamingoanlage im September werde aber nicht zu halten sein, ist sich Karl-Heinz Ukena im Klaren.

Arbeit im Zoo coronasicher gemacht

Die Arbeit für die Tierpfleger ist trotz Schließung die gleiche. Schließlich müssen die Tiere auch jetzt gefüttert und beschäftigt, die Gehege gereinigt werden. „Wir haben in den einzelnen Bereichen des Zoos jeweils zwei Teams gebildet, um die Arbeit im Zoo coronasicher zu machen. In der Verwaltung arbeiten wir mit einer Notbesetzung, wo es möglich ist, wird im Homeoffice gearbeitet.“

Und wie geht es den tierischen Bewohnern? Ist denn eine Elefantendame endlich guter Hoffnung? „Bei den Großtieren gibt es leider noch nichts Neues“, so die enttäuschende Nachricht. Aber bei den Vögeln sei „viel Brutgeschehen“ zu beobachten. So brüten die Pinguine auf sieben Eiern und es gibt elf (!) Nandu-Kinder. Auch das 12. Jungtier von Kugelgürteltierweibchen Ösischnalle und Männchen Gurt, das am 21. Februar zur Welt kam, entwickele sich prächtig. „Brosche“, wie jedes Kugelgürteltierjungtier genannt wird, befinde sich aber noch geschützt in einer Wurfbox und werde nur einmal wöchentlich zum Wiegen rausgeholt.

Oster-Süßigkeiten als Spende an gemeinnützige Organisationen

Der Dresdner Zoo berichtet auf Facebook vom aktuellen Zoogeschehen, so dass die Zoofreunde nicht ganz unter Entzug leiden müssen. Außerdem gibt es einmal pro Woche ein Zoorätsel für Kinder. Die Süßigkeiten, die normalerweise zu Ostern die Zoo-Osterhasen an die kleinen Besucher verteilen, will der Zoo jetzt an gemeinnützige Vereine oder Einrichtungen spenden.

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Von Catrin Steinbach

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