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Coronavirus Slub in Dresden scannt im Corona-Notbetrieb Bücher
Thema Specials Coronavirus Slub in Dresden scannt im Corona-Notbetrieb Bücher
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18:01 15.04.2020
So voll wird es im Lesesaal der Slub erstmal nicht mehr. Quelle: Dominik Brüggemann
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Dresden

Damit Wissenschaftler und Studenten der TU Dresden auch im Corona-Notbetrieb weiter forschen und lernen können, startet die Sächsische Landes- und Uni-Bibliothek Slub in Dresden am Donnerstag einen neuen „Scan on Demand“-Dienst. Das heißt: Während der Seuchen-Schließzeit digitalisieren die Bibliothekare auf Anfrage von registrierten Slub-Nutzern wissenschaftliche Aufsätze oder ausgewählte Kapitel von Büchern, die bisher nur in Papierform vorliegen.

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„Vieles in unserem Bestand ist schon digital und kann teilsweise auch online abgerufen werden. Und die meisten Wissenschaftler arbeiten ohnehin in hohem Maße mit digitalen Publikationen“, erklärt Slub-Direktor Achim Bonte die Hintergründe. „Aber es gibt auch Disziplinen, die weiter auf ältere Bücher, Artikel und Bilder angewiesen sind, die nur in klassicher physischer Form bei uns vorliegen. Doch im Moment kommen zum Beispiel Historiker, Philologen oder Kunsthistoriker an diese Werke nicht heran, weil wir geschlossen haben. Ihnen wollen wir mit dem neuen Service helfen.“

Immer mehr Forscher arbeiten ohnehin schon digital

Und das geht so: TU-Angehörige suchen sich im digitalen Katalog der Slub das gewünschte Werk heraus, drücken auf den Bestellknopf – und bekommen binnen 48 Stunden das Digitalisat als PDF-Datei per E-Mail zugeschickt. „Ausgenommen sind aus konservatorischen Gründen jene Werke, die vor 1850 entstanden sind“, betont Bonte.

Über die aktuelle Schließzeit hinaus werde die Corona-Krise aber wohl auch ganz generell den Alltag moderner wissenschaftlicher Bibliotheken wie der Slub dauerhaft verändern, ist Direktor Bonte überzeugt. Die Pandemie wirke da wie ein Katalysator für eine Entwicklung, die sich bereits angedeutet habe: Immer mehr Forscher arbeiten ohnehin schon digital, zunehmend gefragt sind zudem nun auch elektronische Kurse für Laien wie Studenten etwa über das wissenschaftliche Arbeiten und Zitieren oder über die Methoden der Ahnenforschung.

„Und Papiermedien werden immer weniger genutzt“, berichtet Bonte. Zählten die Bibliothekare vor zehn Jahren noch rund 2,3 Millionen physische Entleihungen, waren es 2019 nur noch 1,2 Millionen – nahezu einer Halbierung also binnen einer Dekade. „Gleichzeitig aber laden unsere Leser mehr Werke digital herunter. 2019 waren es bereits 7,5 Millionen Downloads.“ Auch von daher investiere die Slub inzwischen zwei Drittel ihres Anschaffungsetats in digitale Erwerbungen – seien es nun elektronische Bücher, digitale Zeitschriften oder Datenbank-Zugänge. „Corona wird all den digitalen Diensten noch einmal einen deutlichen Schub geben“, meint der Direktor.

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Von Heiko Weckbrodt