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Coronavirus „Denkzeit“-Stipendium – Sachsen will Künstlern in der Corona-Krise helfen
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10:52 24.04.2020
Denkzeit“ unterstützt sächsische Künstler: Mithilfe des Stipendiums versuche man nun, „eine Lücke zu schließen“, sagte Babara Klepsch Ministerin für Kultur und Tourismus. Quelle: Anja Schneider
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Dresden

„Wir erwarten einen recht großen Ansturm.“ Ein Satz, der sich in diesen Tagen auf eher wenig münzen lässt. Für Manuel Frey aber ist es eine recht wahrscheinliche Prognose. Sie bezieht sich auf das jüngste Angebot der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, deren Direktor Frey ist. Die Stiftung reicht ab heute ein „Denkzeit“ betiteltes Stipendium aus, das sich an freischaffende hauptberufliche Künstler aller Genres in Sachsen richtet: 2000 Euro für zwei Monate.

Der Hintergrund ist in diesen Tagen auch für weniger kunstaffine Menschen greifbar. Selbständige Künstler sind spartenübergreifend mit am stärksten betroffen vom aktuellen gesellschaftlichen Schließzustand. Sachsen steuert bislang vorrangig mit dem Verweis auf zinslose Darlehen gegen. Ein Kurs, der nicht nur Zustimmung erntet.

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Der Haushalts- und Finanzausschuss des sächsischen Landtages hat am Dienstagabend mehr als eine halbe Milliarde Euro für Corona-Hilfen freigegeben. Das wurde am Mittwoch bekannt. Dabei gehe es jedoch oft um Betriebskosten, sagte Barbara Klepsch (CDU), Sachsens Staatsministerin für Kultur und Tourismus, bei der Vorstellung von „Denkzeit“ im Dresdner Projekt- und Ausstellungsraum Geh8. Künstler könnten kaum partizipieren. Vielleicht sprach Klepsch auch deshalb davon, mithilfe des Stipendiums nun „eine Lücke zu schließen“. Die Idee sei von der Kulturstiftung gekommen. Das vom Landtag dafür freigegebene Budget liegt bei zwei Millionen Euro.

„Trennen Sie sich bitte von dem Gedanken einer Gegenleistung“

Die Kriterien für das Stipendium seien so offen wie möglich gehalten, sagte Frey. „Wir wollen keinen engen Korridor setzen.“ Von konkreten Projekten bis hin zu „Ideen im weiteren Sinn“ sei alles denkbar. Auf der Webseite der Kulturstiftung soll sich ein einfach auszufüllendes Online-Formular finden. Die Anträge würden intern geprüft, das Geld sehr schnell ausgereicht, versprach Frey. „Alles wirkt als Hilfsprogramm, ist aber nicht als solches gedacht“, sagte er und fügte mit Blick auf die Künstler und die fragenden Journalisten gleichermaßen hinzu: „Trennen Sie sich bitte von dem Gedanken einer Gegenleistung.“ Es gehe vielmehr darum, den Künstlern einen Zeitraum zu schaffen, in dem sie trotz der Pandemie-Auswirkungen kreativ arbeiten können.

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Die Ministerin wand ihrerseits den Künstlern noch einen kleinen Kranz. „Egal, ob Künstler Geld kriegen oder nicht –sie arbeiten immer, teilweise bis zur Selbstausbeutung.“ Diese Kreativität solle mit vergütet werden.

Klepsch kündigte außerdem an, dass noch ein anderes Hilfsprogramm für Musiker geplant und ebenfalls mit zwei Millionen Euro budgetiert sei. Dabei gehe es um honorierte Onlineauftritte. Weitere Details dazu sollten bald den Weg in die Öffentlichkeit finden. Ob und wie die oben erwähnten zinslosen Darlehen zurückgezahlt werden sollen, ist laut Klepsch übrigens ebenfalls gerade Debattengegenstand der Politik. Vielleicht gibt es auch da bald Neuigkeiten.

www.kdfs.de

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Von Torsten Klaus

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