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Coronavirus Schon vor Corona: Ifo-Institut meldet massiven Einbruch bei Geschäftsklima im Osten
Thema Specials Coronavirus Coronavirus Schon vor Corona: Ifo-Institut meldet massiven Einbruch bei Geschäftsklima im Osten
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11:53 31.03.2020
Der Ifo-Geschäftsklimaindex zeichnet ein düsteres Bild für Ostdeutschland. Quelle: Silas Stein/dpa
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Dresden

Das Ifo-Institut in Dresden hat im März einen massiven Einbruch beim Geschäftsklima in ostdeutschen Unternehmen registriert. Dabei sei die Erhebung der Daten noch vor Ausbruch der Corona-Krise in Deutschland erfolgt, teilte das Institut am Dienstag mit.

Weitere Verschlechterung durch Corona

Sowohl die Lageeinschätzungen als auch die Geschäftserwartungen der befragten ostdeutschen Firmen seien „steil nach unten gerichtet“, hieß es. Insgesamt gehe der Ausblick noch stärker zurück als die Einschätzungen der laufenden Geschäfte. Diese dürften sich wegen der Krise bis heute noch weiter verschlechtert haben.

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Schlechte Werte für Dienstleister

Nach Angaben des Instituts sank der Geschäftsklimaindex am stärksten im ostdeutschen Dienstleistungssektor. In die Betrachtung fließen ferner Daten aus dem Verarbeitenden Gewerbe, dem Handel und dem Bausektor ein. Das Ifo-Geschäftsklima für Ostdeutschland basiert auf etwa 1700 monatlichen Meldungen von Firmen verschiedener Branchen. Sie werden gebeten, ihre gegenwärtige Geschäftslage zu beurteilen und ihre Erwartungen für die nächsten sechs Monate mitzuteilen. Der Ifo-Index gilt als sehr treffsicherer Frühindikator für den weiteren konjunkturellen Verlauf.

Kretschmer will ein Konjunkturpaket

Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer (CDU) denkt bereits an die Zeit nach der Corona-Krise und schlägt dafür ein bundesweites Konjunkturpaket vor. „Schon jetzt müssen wir uns darüber Gedanken machen, wie wir die Wirtschaft ankurbeln, wenn wir die Corona-Krise gemeistert haben“, sagte er in einem Interview der „Super Illu“. Es gehe darum, schnell wieder Wachstum zu generieren. Bund, Länder und Gemeinden sollten deshalb ihre Investitionen in Infrastruktur und Bildung erhöhen.

Kretschmer zufolge gilt es, parallel dazu Anreize zu schaffen, um schnell private Investitionen zu mobilisieren. Ein Instrument könnten etwa Investitionsprämien für Unternehmen sein. Zudem schlug er zusätzliche Konsumanreize vor: „Hier wären beispielsweise verminderte

Mehrwertsteuersätze für die Gastronomie oder verlängerte Ladenöffnungszeiten hilfreich. All diese Maßnahmen gilt es so zu verzahnen und abzustimmen, dass sie den Menschen Zuversicht geben.“

Noch niedrige Arbeitslosenzahlen

Die Zahl der Arbeitslosen in Sachsen ist vor dem Ausbruch der Coronavirus-Krise gesunken. Wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Chemnitz am Dienstag mitteilte, waren mit Stichtag 12. März im Freistaat 116.570 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Februar sei dies ein Rückgang um fast 3200. Die Arbeitslosenquote ging um 0,1 Prozentpunkte auf 5,5 Prozent zurück. Im Februar hatte die Zahl der Erwerbslosen bei einer Quote von 5,6 Prozent knapp 120.000 betragen.

Mit aktueller Situation nichts zu tun

Nach Angaben der Regionaldirektion bilden die veröffentlichten Daten nicht die aktuelle Situation ab. Diese seien noch vor den Ausgangsbeschränkungen mit dem massivem Einfluss auf die Wirtschaft und damit auch auf den Arbeitsmarkt erhoben worden. Welche Folgen diese Veränderungen haben, lasse sich nicht abschließend prognostizieren, sagte Direktionsleiter Klaus-Peter Hansen. Er erwarte für den April einen Anstieg der Arbeitslosigkeit.

In Folge der Coronavirus-Pandemie wird mit einer deutlichen Zunahme der Kurzarbeit gerechnet. Ergebnisse dazu sollen am Dienstagnachmittag bekanntgegeben werden.

Von LVZ

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