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Coronavirus Coronavirus: Was passiert, wenn ich in Quarantäne muss?
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11:13 03.03.2020
Der neuartige Coronavirus hat die Nachfrage nach Atemmasken stark erhöht. Auch in Leipzig kommt es bei Masken und Desinfektionsmitteln zu Engpässen. Quelle: Georg Wendt/dpa
Leipzig

Das Coronavirus ist jetzt auch in Sachsen aufgetreten, am Montag wurde es bei einem Mann in der Sächsischen Schweiz diagnostiziert. Die Angst vor dem Virus scheint jedoch schon länger da zu sein. Nicht zuletzt, nachdem bei einem aus dem Raum Hannover stammenden 67-jährigen Mann das Coronavirus nachgewiesen werden konnte. Zuvor war der Mann aus Südtirol zurückgekommen. Mit ihm im Bus: 46 Reiseteilnehmer aus Sachsen, 34 davon aus dem Landkreis Sächsische Schweiz. Die Testergebnisse werden voraussichtlich am Dienstag erwartet. Auch ein Ansturm auf Desinfektionsmittel führte vielerorts zu Engpässen. Und der Run auf Schutzmasken ist nach wie vor ungebrochen.

Doch was passiert im Ernstfall? Sollte ich mich auf eine Quarantäne vorbereiten? Die wichtigsten Fragen im Überblick:

Auch Desinfektionsmittel werden in der Leipziger City knapp. Quelle: Jens Rometsch

Wer ordnet die Quarantäne an?

Das Infektionsschutzgesetz regelt die wesentlichen Maßnahmen. Es sieht weitreichende Eingriffe in die Grundrechte vor. So kann es die Versammlungsfreiheit oder die Freiheit von Personen einschränken, sollten es die Umstände erforderlich machen. Bei einem Ausbruch übernehmen Gesundheitsamt und der örtliche Krisenstab die Federführung, heißt es aus dem Sozialministerium in Dresden. Auch das Gesundheitsamt darf einschränkende Maßnahmen wie Quarantäne für Einzelperson und Gruppen anordnen.

Wieso lassen sich so schwer Prognosen über das Coronavirus treffen?

Aussagen über die Ausbreitung des Coronavirus und Maßnahmen im Ernstfall lassen sich nur schwer tätigen. Das hängt von vielen Einflussfaktoren ab. „Das ist alles einzelfallabhängig. Pauschal kann man diese Frage nicht beantworten“, so ein Sprecher der Stadt Leipzig. Vieles sei abhängig davon, wer sich mit dem Virus infiziere und wo das Virus ausbricht.

Um das Ausbrechen des Virus zu verhindern oder zu verlangsamen, sollen jedoch die Kontaktpersonen von infizierten Personen rückverfolgt. „Diese werden getestet, isoliert und gegebenenfalls auch behandelt“, so das Sächsische Sozialministerium.

Ist es ratsam, sich auf eine Quarantäne vorzubereiten?

Das Sächsische Sozialministerium teilt dazu mit: „Es gibt in der Stadt Leipzig bisher keine positiven Fälle. Natürlich können Ansteckungen nicht ausgeschlossen werden. Weitere Aussagen wären spekulativ.“

Wer kommt in Quarantäne?

Personen, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben und Personen, die mit der infizierten Person Kontakt hatten.

Wann wird eine häusliche Isolation verordnet? Und wann auf der Isolierstation im Krankenhaus?

Die Entscheidung trifft das Gesundheitsamt. Ob eine stationäre Isolation notwendig ist, entscheidet ein Arzt. „Bei milden Krankheitsverläufen ist keine stationäre Behandlung nötig“, erklärt das Ministerium in Dresden.

Wie lange dauert die Quarantäne?

“Die Inkubationszeit, in der Krankheitssymptome nach einer möglichen Infektion mit dem Coronavirus auftreten können, beträgt 14 Tage“, erklärt das Ministerium. So lange dauert auch die Quarantäne. Das Gesundheitsamt steht in dieser Zeit in regelmäßigem Kontakt mit den Patienten.

Kann ich zur Quarantäne gezwungen werden?

Eine Anordnung von Quarantäne ist bei einem begründeten Verdacht möglich. „Die häusliche Quarantäne wird vom Gesundheitsamt angeordnet. Die betroffenen Personen stimmen mit ihrer Unterschrift zu“, teilt das Sozialministerium knapp auf Anfrage mit.

Wie verhalte ich mich in Quarantäne?

Hier empfiehlt das Sächsische Sozialministerium: „Täglich zwei Mal Fiebermessen und das Übermitteln der Daten an das Gesundheitsamt. Sollten mehrere Personen in einer Wohnung isoliert sein, wird die Einhaltung von Hygienevorschriften empfohlen wie das Benutzen unterschiedlicher Handtücher.“

Wie versorge ich mich in Isolation?

Eine einheitliche Regelung scheint es hierfür noch nicht zu geben. Das Sozialministerium verweist jedoch auf Freunde und Bekannte. „Lebensmittel und Medikamente werden von Bekannten, Angehörigen, Freunden oder Apotheken geliefert und ohne direkten Kontakt vor der Haus- oder Wohnungstür abgestellt und von den isolierten Personen übernommen.“

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