Corona in Dresden: Müssen hiesige Clubs bald wieder schließen?
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Coronavirus Neue Corona-Regeln: Müssen Clubs in Dresden bald wieder schließen?
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Corona in Dresden: Müssen hiesige Clubs bald wieder schließen?

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18:00 04.11.2021
Dank des 2G-Optionsmodells waren Szene wie diese wieder möglich. Bald könnten sie Geschichte sein.
Dank des 2G-Optionsmodells waren Szene wie diese wieder möglich. Bald könnten sie Geschichte sein. Quelle: Alexander Prautzsch
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Dresden

Clubbetreiber in Sachsen zeigen sich besorgt über die verschärften Corona-Regeln des Freistaats, die am Montag in Kraft treten sollen. Von einem De-facto-Lockdown ist die Rede. Das wollen besagte Akteure aus einem Entwurf der kommenden Corona-Schutz-Verordnung herauslesen können, der den DNN vorliegt.

Streitpunkt ist das sogenannte 2G-Optionsmodell, das künftig bereits beim Erreichen der Vorwarnstufe wegfallen soll. Doch genau dieser Passus habe Spielbetrieb überhaupt erst wieder möglich gemacht, sagt Felix Buchta von der Live Initiative Sachsen (Lisa), einem Zusammenschluss sächsischer Clubs- und Livemusikspielstätten. Aber worum geht es konkret?

Tanzen mit Maske

Hatten sich Clubbetreiber in der Vergangenheit dafür entschieden, nur Geimpften und Genesen Zutritt zu ihren Spielstätten zu gewähren (2G), konnten Besucher im Inneren auf das Tragen von Masken verzichten, mussten sich an keine Abstände halten. Auch fielen Kapazitätsgrenzen weg. Das 2G-Optionsmodell galt wohlgemerkt nur bis zum Erreichen der Überlastungsstufe. Aber die sei zu der Zeit noch in weiter Ferne gewesen, sagt Buchta.

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In dem neuen Entwurf soll das Modell allerdings bereits ab der Vorwarnstufe wegfallen, die Sachsen am Mittwoch erreicht hatte. Sollte die Regel also tatsächlich in Kraft treten, müssten Clubbesucher ab kommender Woche mit Maske tanzen, Betreiber Kapazitätsgrenzen einhalten, um die Mindestabstände zu gewährleisten. „Das funktioniert einfach nicht“, sagt Buchta.

Das sächsische Sozialministerium bestätigte den verschärften Passus auf DNN-Anfrage nicht. „Konkrete Aussagen zu einzelnen Regelungen sind [...] erst nach Beschluss der Verordnung durch das Kabinett am Freitag möglich“, heißt es.

„Entwurf darf nicht in Kraft treten“

„Dass die Politik im Vorfeld wieder nicht auf unser Gesprächsangebot eingegangen ist, ist scheiße“, sagt Buchta. Am vernünftigsten findet er die Regel „2G plus Test statt Maske“ – ein Konzept, das der beliebte Club objekt klein a (oka) im Industriebgebiet Dresden bereits seit Längerem fährt.

Im oka tanzen darf nur, wer geimpft oder genesen ist und zusätzlich einen negativen Schnelltest vorzeigen kann. Seitdem die kostenlosen Bürgertests weggefallen sind, organisiert das Club-Kollektiv im Übrigen sein eigenes Schnelltest-Zentrum. Ein enormer Mehraufwand, wie es aus dortigen Kreisen heißt.

Ob das 2G-Optionsmodell tatsächlich bereits ab der nun ausgerufenen Vorwarnstufe wegbricht, entscheidet sich am Freitag. Dann soll die neue Verordnung verabschiedet werden. Für Buchta steht derweil fest: „Der Entwurf darf in seiner jetzigen Form nicht in Kraft treten. Wenn doch, können wir schließen.“

Von Felix Franke