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Coronavirus Corona in Dresden und Sachsen – Die wichtigsten Infos im Überblick
Thema Specials Coronavirus

Corona in Dresden – Die wichtigsten Infos im Überblick 08.11.2020

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13:38 08.11.2020
Auch auf Dresdner Wochenmärkten gilt Maskenpflicht. Quelle: dpa/Robert Michael
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Dresden

Täglich berichten die DNN über die aktuellen Fallzahlen und darüber, wie die Menschen in Dresden mit Quarantäne, abgesagten Veranstaltungen und anderen Folgen der Pandemie leben. Die wichtigsten Informationen kurz zusammengefasst:

Aktuelle Zahlen (Stand: 8.11.)

• In Dresden sind Stand Sonntag (8.11.) insgesamt 3071 Personen mit dem Coronavirus infiziert oder infiziert gewesen. In den vergangenen Wochen stieg die Zahl der Neuinfektionen sehr stark an. Am 23. Oktober riss Dresden die kritische Marke von 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen (Sieben-Tage-Inzidenz) und gilt seither als Risikogebiet. Seit 2. November liegt die Inzidenz kontinuierlich über 100.

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• Das letzte Großevent in Dresden war die Querdenken-Demo am 31. Oktober, bei der sich Tausende Corona-Maßnahmen-Gegner großteils ohne Maske in viel zu geringem Abstand auf dem Theaterplatz versammelten. Ob sich diese Veranstaltung in den Zahlen widerspiegeln wird, wissen wir wohl Ende der 46. Kalenderwoche.

Lesen Sie auch: Coronazahlen: Dresden zählt jetzt anders

• Die Zahl der Todesopfer in Dresden liegt bei 23. Im Kreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge sind 14 Todesfälle bekannt, in Meißen 28.

• Laut Sozialministerium sind bisher in ganz Sachsen 386 Todesfälle im Zusammenhang mit Corona registriert, 24.170 Menschen in Sachsen haben sich mit dem Virus infiziert.

Zahlen im Überblick: Das ist die aktuelle Zahl der Infizierten

Welche Regeln gelten bis Ende November in Dresden?

• Bis Ende November befinden sich Dresden, Sachsen und ganz Deutschland im Teil-Lockdown. Die vorhergehende Allgemeinverfügung der Stadt Dresden nach Überschreitung des Inzidenz-Werts von 50 ist aufgehoben worden. Seither gelten nur die Regeln der sächsischen Coronaschutzverordnung.

• Die Maskenpflicht ist auf Fußgängerzonen ausgeweitet worden. Das betrifft etwa den Vorplatz am Hauptbahnhof, den Wiener Platz, die Prager Straße sowie Neu- und Altmarkt.

Hier muss in Dresden im öffentlichen Raum Maske getragen werden. Quelle: Stadtverwaltung Dresden

• Obergrenzen für Treffen: Zulässig sind in der Öffentlichkeit und im Privaten je zwei Hausstände bis maximal zehn Personen oder fünf Personen aus unterschiedlichen Haushalten. Das soll vor allem Kindern das Spielen ermöglichen.

• Schließungen: Die gesamte Gastronomie (ausgenommen der Außer-Haus-Verkauf) und sämtliche Freizeit- und Kultureinrichtungen wie Museen, Theater, Kinos, Bäder, Diskos und Zoos sind geschlossen. Auch Bordelle dürfen nicht öffnen, Friseure, Bibliotheken und gesundheitliche relevante Dienstleister wie Physiotherapien hingegen schon.

• Veranstaltungen wie Jahrmärkte, Weihnachtsmärkte – Ende November relevant – und auch Faschingsveranstaltungen sind verboten.

• Aus- und Weiterbildung: Aus- und Fortbildungseinrichtungen, die nicht der berufsbezogenen, schulischen oder akademischen Ausbildung dienen, sind zu. Schulen, Universitäten und Kitas haben geöffnet. Schüler der Sekundarstufe II müssen im Unterricht Maske tragen, wenn zu wenig Abstand möglich ist.

• Reisen: Touristische Übernachtungsangebote gibt es nicht mehr. Privatreisenden wird empfohlen, nur aus triftigem Grund wegzufahren.

• Versammlungsrecht: Demonstrationen sind verboten, Kundgebungen mit Maskenpflicht und je vier Quadratmetern Platz pro Person erlaubt.

• Verschärfung: Den Mindestrahmen für die Regeln gibt das Land Sachsen in seiner Allgemeinverfügung vor. Städte und Kreise können je nach Lage noch verschärftere Regelungen erlassen. .

Weiterlesen: Teil-Lockdown in Sachsen: Diese Regeln gelten ab 2. November

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Corona-Test und Corona-Quarantäne in Dresden

• Corona-Tests können beim Hausarzt oder der Corona-Ambulanz gemacht werden. Testen lassen müssen sich derzeit neben allen, die im Rahmen der Kontaktnachverfolgung ermittelt werden auch: Neubewohner von Alten-, Behinderten-, Reha- oder Pflegeeinrichtungen sowie Reiserückkehrer aus ausländischen Risikogebieten (siehe RKI).

• Treten Symptome am Wochenende auf, kontaktieren Dresdner im Notfall den kassenärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Nummer 11 61 17.

Mehr Details: Corona-Test in Dresden – Wer darf, wer muss und wo kann ich mich testen lassen?

• Wer sich in Quarantäne befindet, darf sich nur in den eigenen vier Wänden und auf dem eigenen Balkon, der Terrasse oder dem Garten aufhalten. Verboten sind: Gassi und Spazieren gehen, Briefkasten leeren, gemeinsam genutzte Keller und Dachböden aufsuchen.

• Leben in den eigenen Räumlichkeiten nicht quarantänepflichtige Personen, rät das Gesundheitsamt zu strikter Trennung. Das bedeutet: Kein gemeinsamer Aufenthalt in Räumen, und wenn unvermeidbar, dann mit Abstand, Maske und strikter Handhygiene.

Weitere Details: Corona-Quarantäne in Dresden – Was darf ich tun, was nicht?

Wie geht es weiter?

• Der Teil-Lockdown gilt bis Ende November. Zwei Wochen nach Inkrafttreten der Regeln wird es erste Beratungen über die Ergebnisse geben – vermutlich ab dem 16. November. Wie es dann weitergeht, wird vor allem an der Entwicklung der Infektionszahlen festgemacht werden.

• Steigen die Infektionszahlen in Dresden noch weiter, kommt das Gesundheitsamt bei der Kontaktnachverfolgung zeitnah an seine Grenzen. Das sagte Dresdens Gesundheitsbürgermeisterin Kris Kaufmann im DNN-Interview und erklärte auch: „Wir geben unser Bestes.“

Jetzt das ganze Interview lesen: Dresdens Gesundheitsamt kommt an seine Grenzen

Die Striezelfichte ist mit der Beleuchtung versehen und unter ihr findet man bereits das Krippenspiel. Quelle: xcitepress

• Anders als in vielen anderen deutschen Städten steht in Dresden die Entscheidung über Absage (oder Durchführung) von Striezel- und anderen Weihnachtsmärkten noch aus. Die erste Deko auf dem Altmarkt ist bereits aufgebaut worden, auch die Fichte steht. Die entsprechenden Entscheidungen sind für Mitte November angekündigt.

Welche langfristigen Folgen werden erwartet?

• Das Dresdner Stadtarchiv bemüht sich, das Corona-Erleben der Dresdner zeitnah zu dokumentieren, statt retrospektiv. Archivdirektor Thomas Kübler hofft, dass auch weiter viele Dresdner ihre Aufzeichnungen, Drucksachen, Fotos, Videos und andere „Corona-Materialien“ an das Stadtarchiv übergeben. Wer persönliche Zeitdokumente zur Coronapandemie überreichen möchte, kann diese per E-Mail an mettelt@dresden.de senden oder sich per Telefon unter 0351/4 88 15 15 melden.

• Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) will die Coronakrise nutzen, um alte Denkstrukturen aufzubrechen. So will er beim Schulhausbau, aber auch beim Straßen- und Tiefbau neue Wege beschreiten. „Wir müssen die Projekte zügiger realisieren“, fordert er im DNN-Interview.

Jetzt das ganze Interview lesen: Diese Lehren muss Dresden aus der Corona-Krise ziehen

• Erwartet wird auch ein Digitalisierungsschub in verschiedenen Bereichen, etwa Bildung und Gesundheit. Die TU Dresden etwa wird auch nach dem Ende der Coronakrise mehr Vorlesungen und Konferenzen per Internet abwickeln, prognostiziert Professor Wolfgang Nagel vom Zentrum für Informationsdienste und Hochleistungsrechnen. Im Dresdner Uniklinikum hat die Coronakrise die Telemedizin mächtig vorangetrieben.

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• Die Kommunen befürchten angesichts der Corona-Krise dramatische Einnahmeeinbrüche. Dresden hat eine Haushaltssperre für freiwillige Ausgaben und geplante Investitionen verhängt. OB Hilbert prognostiziert derweil, dass die finanziellen Folgen noch drei Jahre zu spüren sein werden.

• Der Sparplan, den OB Hilbert und Finanzbürgermeister Peter Lames (SPD) ausgearbeitet haben, sieht zwar Schulden vor, aber nicht direkt. Die bereits vorhandenen 140 Millionen Euro, die für den Neubau des Verwaltungszentrums am Ferdinandplatz vorgesehen waren, sollen jetzt den städtischen Haushalt stabilisieren. Stattdessen wird sich die städtische Gesellschaft Stesad, die das neue Rathaus baut, verschulden.

• Forscher wie der Dresdner Soziologe Karl Lenz gehen unterdessen davon aus, dass wir nach überstandener Krise einen anderen Blick auf Selbstverständlichkeiten in unserer Gesellschaft werfen. „Wir dürfen nicht dorthin zurückkehren, wo wir herkamen“, meint auch Wirtschaftsinformatiker Norbert Rost. Denn: In der Vor-Corona-Welt sei ein hemmungsloser Flugverkehr der Viren-Verteiler gewesen.

Der TU-Professor Mark Arenhövel sieht in der Coronakrise Gefahren für die Demokratie. Seit Wochen befinden sich das Land und mithin die Demokratie im Krisenmodus. Das kann unsere freiheitliche Gesellschaft durchaus gefährden, meint der Wissenschaftler

Von DNN