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13. Februar „Konfrontative Gesamtlage“ – Das erwartet die Polizei für die Nazidemo in Dresdens Innenstadt
Thema Specials 13. Februar „Konfrontative Gesamtlage“ – Das erwartet die Polizei für die Nazidemo in Dresdens Innenstadt
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07:46 15.02.2020
Wie im vergangenen Jahr wird auch der Wiener Platz am Hauptbahnhof am 15. Februar Schauplatz von Demonstrationen. Quelle: Dietrich Flechtner/Archiv
Dresden

Aufgrund des Demonstrationsgeschehens in der Innenstadt müssen Autofahrer und Nahverkehrs-Fahrgäste am Sonnabend mit massiven Einschränkungen in der Innenstadt rechnen. NPD-Mann Maik Müller hat eine Versammlung mit Demonstration durch Dresden und anschließender Kundgebung angemeldet.

Die Neonazis wollen sich am frühen Nachmittag an der Skateranlage an der Lingnerallee versammeln. Zwei Protestgruppen des „Aktionsbündnis zum 13. Februar 2020“ treffen sich bereits 11 Uhr am Alaunplatz sowie am Dresdner Hauptbahnhof und wollen später in die Dresdner Innenstadt laufen.

Polizei geht von „konfrontativen Versammlungslage“ aus

Laut Versammlungsbehörde werden die beiden Gruppen jeweils 12.30 Uhr ihre Demonstrationen starten und sich gegen 13.30 Uhr auf Höhe des Rathauses zu einer Kundgebung vereinigen. Hierfür wird die in Richtung Hauptbahnhof gelegene Fahrbahn der St. Petersburger Straße auf Höhe des Rathauses bis in den Abend hinein gesperrt. Abweichungen von diesem Zeitplan sind allerdings möglich.

Eine Schätzung der Teilnehmerzahl ist derzeit sehr schwierig. Die Polizei geht von etwa 1500 Neonazis aus, und spricht von einer „konfrontativen Versammlungslage“. Vielleicht versammeln sich auch mehr hinter den NPD-Fahnen, da Maik Müller in der internationalen Szene vernetzt ist. Der Protest wird in gleicher Zahlenstärke erwartet.

Erhebliche Verkehrseinschränkungen bis in die Abendstunden

Wie sich die Situation weiter entwickelt, hängt vom Demonstrationsgeschehen ab. Das wird einerseits von der Route der Neonazis durch die Innenstadt bestimmt, von der derzeit nichts weiter bekannt ist, als dass sie irgendwo zwischen Hauptbahnhof und Elbufer verläuft. Andererseits ist mit Blockadeversuchen der Protestierenden zu rechnen, die sich auch auf den Verkehr auswirken. Beides kann auch für Fußgänger die zeitweise Sperrung bestimmter Bereiche bedeuten.

Die Stadtverwaltung spricht deshalb von „erheblichen Verkehrseinschränkungen“, mit denen bis in die Abendstunden zu rechnen sei. Sie rät allen Verkehrsteilnehmern, den Innenstadtbereich weiträumig zu umfahren oder mehr Zeit einzuplanen. Die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) wollen flexibel auf die jeweilige Entwicklung reagieren und rechnen mit zeitweisen Streckensperrungen. „Wir sind vorbereitet, haben mehr Fahrer und Fahrzeuge im Einsatz, um reagieren zu können“, sagt DVB-Sprecher Falk Lösch. Außerdem finden Fahrerwechsel am Sonnabend eher in den Stadtrandbereichen statt, um zu vermeiden, dass eine Bahn oder ein Bus ohne den ablösenden Fahrer bleibt, weil es dieser nicht bis in die Innenstadt schafft.

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