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13. Februar Weniger Resonanz beim dezentralen Gedenken in Dresden
Thema Specials 13. Februar Weniger Resonanz beim dezentralen Gedenken in Dresden
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00:41 14.02.2018
Vorn v.l.: Holger Hase (FPD/Verein Denk Mal Fort!), Ordinariatsrat Daniel Frank und Bürgermeister Detlef Sittel (CDU).
Vorn v.l.: Holger Hase (FPD/Verein Denk Mal Fort!), Ordinariatsrat Daniel Frank und Bürgermeister Detlef Sittel (CDU).  Quelle: Anja Schneider
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Dresden

An mehreren Orten im Stadtgebiet haben Dresdner am Vormittag der Opfer der Luftangriffe am 13. und 14. Februar 1945 gedacht. Die dezentralen Veranstaltungen sollten dem Wunsch vieler Bürger nach einem stillen Erinnern Rechnung tragen. Die Teilnehmerzahl blieb hinter den Zahlen der Vorjahre zurück.

An verschiedenen Orten haben mehrere Hundert Dresdner am Vormittag des 13. Februars der Toten gedacht. Jede der Veranstaltungen setzte dabei eigene Schwerpunkte.

Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) und der Präsident des Sächsischen Landtags, Matthias Rößler (CDU), gedachten am Dienstagmorgen auf dem Alten Annenfriedhof stellvertretend für Stadt und Land der Opfer der Bombardierung. Organisiert wurde die Veranstaltung auf der Grabstätte an der Chemnitzer Straße vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Deren Dresdner Vorsitzende Gisela Klaus sowie Pfarrer Burckhard Schulze richteten eindringliche Worte an die rund 50 Besucher, die sich am 2006 eingeweihten Massengrab versammelt hatten. Dort liegen 149 bekannte und 592 unbekannte Opfer der Bombennächte.

Kleine Holzkreuze zum Gedenken

„Die Dresdner sind sehr an einem stillen Gedenken ohne Störer interessiert“, erklärte OB Hilbert. Zudem wolle man auch verstärkt Zeitbezug herstellen, beispielsweise über Bürgerbegegnungen wie am Nachmittag in der Dreikönigskirche, so Hilbert. Landtagspräsident Rößler fügte hinzu, die Dresdner dürfen nicht zulassen, dass der 13. Februar instrumentalisiert werde, egal ob von rechten oder linken Kräften. Zum Abschluss der Veranstaltung verteilte die Kriegsgräberfürsorge kleine Holzkreuze, die von den Beteiligten zum Gedenken in das Massengrab gesteckt werden konnten. Auch der Sächsische Landtagsabgeordneten Albrecht Pallas (SPD) und der Bundestagsabgeordnet Jens Maier (AfD) nahmen teil.

Die Veranstaltung an der Sporergasse, organisiert vom Hatikva e. V. Quelle: Stephan Lohse

Vor einem der ehemaligen „Judenhäuser“ an der Sporergasse gedachten der Hatikva e. V. und Finanzbürgermeister Peter Lames (SPD) mit rund 30 Dresdnern der Opfer. Die Redner zeigten an Hand von alten Berichten und Gesetzestexten, wie jüdische Bürger entrechtet und ausgegrenzt wurden, bis hin zum Verlust ihres Wohnraumes. Das zeige, wohin es führt, wenn Recht und Menschlichkeit unwichtiger werden als Nation und Volk, mahnte Lames. Dresden habe das im Februar 1945 erfahren müssen, Dresdens Juden noch viel eher.

Vor den Teilnehmern der Veranstaltung waren die Namen der Juden ausgebreitet, die am 16. Februar hätten deportiert werden sollen. Ein Teil von ihnen starb am 13. Februar, manche davon im Keller des Hauses in der Sporergasse. Andere überlebten den Angriff und entgingen der Deportation, darunter Viktor Klemperer, aus dessen Tagebuch gelesen wurde.

AfD legt eigenen Kränze nieder

Auf dem ehemaligen Matthäusfriedhof an der Bremer Straße versammelten sich rund 25 Bürger, darunter Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen (Grüne). Auf dem 1983 stillgelegten Begräbnisfeld wurden etwa 700 Kriegstote bestattet. Neben Soldatengräbern aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg und Grabstätten der Opfer der Bombenangriffe im Oktober 1944 und Januar 1945 befinden sich auch ein Monument für die Toten des 13. Februar, drei Gedenksteine für sowjetische Zwangsarbeiter und das Familiengrab des ungarisch-deutschen SPD-Funktionärs Emerich Ambros auf dem Gelände. Die Besucher gedachten der Toten, Jähnigen legte stellvertretend weiße Rosen nieder. Auf dem Rundgang über das Areal, das seit 2013 vom Umweltzentrum Dresden gepflegt wird, erläuterte Stefan Mertenskötter, im Verein verantwortlich für die Friedensarbeit, wie auf dem Gelände Naturschutz und Gestaltung verbunden werden und damit der frühere Friedhof ins Heute geholt wird.

Rund 50 Dresdner, darunter Ordnungsbürgermeister Detlef Sittel (CDU) und CDU-Kreisvorsitzender Christian Hartmann, gedachten auf dem Heidefriedhof der Opfer des 13. Februar 1945 und legten weiße Rosen am Aschegrab nieder. Maximilian Vörtler vom Verein Denk Mal Fort, der das Gedenken auf dem Heidefriedhof veranstaltet, sagte, der 13. Februar sollte als Anlass dienen, die eigene Gleichgültigkeit gegenüber dem Leid in der Welt zu überwinden. Die AfD beteiligte sich nicht an der Veranstaltung, sondern legte eigene Kränze am Mahnmal nieder. NPD-Mitglieder und -Sympathisanten folgten der Gedenkveranstaltung und legten Kränze nieder.

Von sl/tbh/sbu/ttr