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13. Februar „Hope – fight racism“: Mit Reden und Musik lauter Protest auf dem Altmarkt in Dresden
Thema Specials 13. Februar „Hope – fight racism“: Mit Reden und Musik lauter Protest auf dem Altmarkt in Dresden
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19:50 13.02.2020
Teilnehmer der Kundgebung von der Initiative „Hope - fight racism“ schirmen sich vor Gegnern ab. Quelle: Felix Franke
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Dresden

Mit Redebeiträgen und Musik einen Kontrast zum stillen Gedenken der Stadt sowie der AfD setzten – das ist das erklärte Ziel der Initiative „Hope – fight racism“. Pünktlich um 16 Uhr startete die Gruppe ihre Kundgebung auf dem Altmarkt. Bis 23 Uhr wollen Mitglieder und Sympathisanten auf dem Areal präsent sein. War die Stimmung zu Beginn recht ausgelassen, provozierten laut „Hope – fight racism“ immer wieder „Fascho-Störer“ die Teilnehmer.

Etwa 150 bis 200 Menschen versammelten sich auf dem Altmarkt

Mit einem kurzen Redebeitrag eröffnete „Hope“-Mitglied Johannes Schumann die Veranstaltung am Donnerstag. Die Initiative wolle ein Zeichen gegen einen angeblichen Opferkult der Stadt sowie die Vereinnahmung durch die AfD setzten – und das mit mehreren Beiträgen sowie musikalischer Unterstützung. Kurz darauf begannen die „Bagles“ ihre Performance. Tanzten anfangs nur etwa 70 bis 80 Menschen ausgelassen zu der Musik, nahm die Anzahl der Teilnehmer recht schnell zu. Rund eine Stunde nach Veranstaltungsbeginn waren etwa 150 bis 200 Menschen versammelt. Das Publikum: durchmischt. Jung und Alt waren auf dem Areal zusammengekommen, auch die „Omas gegen Rechts“ hatte es hierhin verschlagen.

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„Fascho-Störer“ provozierten die Teilnehmer

Allerdings: Immer wieder provozierten Gegner der Veranstaltung die Teilnehmer. Laut „Hope – fight racism“ handele es sich um „Fascho-Störer“, die auf der Versammlungsfläche rumliefen und Teilnehmer filmten. Schumann mobilisierte daher die Protestler, die Störenfriede mit Transparenten abzuschirmen – und das mit Erfolg. Auch die Polizei schritt routiniert ein.

Kritische Stimmen gegen die Veranstaltung

Nicht alle waren glücklich mit der Demonstration der Initiative. Kritische Stimmen gab es vor allem an der Gedenkstätte. Ein ältere Herr verstand beispielsweise nicht, warum die Stadt solch eine Veranstaltung zugelassen hatte, denn: Seiner Meinung nach „scheißen“ die Teilnehmer auf die Toten des Zweiten Weltkriegs.

Bereits am frühen Nachmittag gab es lautstarken Protest auf dem Altmarkt. So trommelte die Gruppe „Rhythms of Resistance“ gegen den AfD-Infostand, der von 10 bis 16 Uhr auf dem Areal aufgebaut war. Für 21.30 Uhr hat die rechte Partei eine Kundgebung angemeldet.

Den ganzen Tag über gab es dezentrale Protestaktionen

Auch am Morgen gab es Proteste. Der Verein „Denk Mal Fort“ organisierte auf dem Heidefriedhof eine Namenslesung, zu der auch politische Vertreter erschienen sind. Gegner der Veranstaltung störten das Gedenken enorm, da sowohl Namen von Kriegsopfern als auch mutmaßlichen Tätern vorgetragen wurden – so ihre Kritik. Am Nachmittag hingegen gab es eine etwas andere Form des Protestes gegen die Gedenkkultur der Stadt Dresden: Die „Polizeiklasse“, ein Kunstkollektiv der HfBK, enthüllte bei einer etwa einstündigen Satireaktion auf dem Neumarkt einen eigens geschaffenen vergoldeten Obelisken – und erklärte die Stadt zum „Weltmeister des Gedenkens“.

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Von ffo

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