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13. Februar Für einige Dresdner war die Zerstörung ihrer Heimatstadt eine Befreiung
Thema Specials 13. Februar Für einige Dresdner war die Zerstörung ihrer Heimatstadt eine Befreiung
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19:49 13.02.2019
13. Februar Gedenken auf der Sporergasse es spiele das Duo Zlil or Quelle: Anja Schneider
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Dresden

„Für uns war es eine Befreiung“ – das schreibt Henny Brenner über die Zerstörung Dresdens in der Nacht des 13. auf den 14. Februar. Sie ist eine der wenigen überlebenden Dresdner mit jüdischen Wurzeln. Die Bombenangriffe auf ihre Stadt verhinderten ihren sicheren Tod. Denn Henny Brenner sollte – wie etwa Viktor Klemperer auch – am 16. Februar 1945 in ein Konzentrationslager deportiert werden. Nach den schweren Angriffen fielen diese Deportationen aus – Brenner konnte leben, weil ihre Heimatstadt unterging.

Eine Gedenktafel erinnert am heutigen Gebäude Sporergasse 10 an die Geschichte der früheren Bewohner. Quelle: Anja Schneider

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13. Februar in Dresden

Das Themenspecial zum Gedenken an die Zerstörung Dresdens

Gleichzeitig kamen im damaligen „Judenhaus“ an der Sporergasse in der Innenstadt „die meisten der dort zwangsweise zusammengepfercht lebenden Dresdner Juden um“, wie Gunda Ulbricht von Hatikva sagt. Die Bildungs- und Begegnungsstätte für jüdische Kultur und Geschichte hatte am Mittwochvormittag in die Sporergasse geladen, um an die Schicksale der Dresdner Juden zu erinnern – als einer der vielen Termine des dezentralen Gedenkens anlässlich der Zerstörung Dresdens vor 74 Jahren.

Auf den Fußwegen der Sporergasse waren auf weißen Papierbahnen die Namen all derer zu lesen, die einen Deportationsbefehl für den 16. Februar hatten. „Einige von ihnen überlebten“, sagte Ulbricht knapp. Zuvor waren bereits etwa 300 Dresdner Juden aus einem Sammellager auf dem Hellerberg nach Auschwitz verbracht worden. Kaum ein Dutzend soll dort die Befreiung durch die Rote Armee erlebt haben.

Im Haus an der Sporergasse verblieben die in sogenannter Mischehe lebenden Juden und ihre Kinder – so wie Henny Brenner, die eine jüdische Mutter hatte. Am Schicksal der dort lebenden Juden, die in Dresden die in der NS-Zeit üblichen Demütigungen, Diskriminierungen und Misshandlungen zu erdulden hatten und zur Zwangsarbeit teils für Rüstungsbetriebe verpflichtet wurden, lässt sich nachempfinden, dass mit den Bombenangriffen vom 13. Februar und der folgenden Tage keine unschuldige Stadt zerstört, wohl aber unschuldige Menschen getötet wurden.

Von uh