Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
13. Februar Dresdner Hefte: Ausgabe Nr. 141 widmet sich der Erinnerungskultur zum 13. Februar 1945
Thema Specials 13. Februar Dresdner Hefte: Ausgabe Nr. 141 widmet sich der Erinnerungskultur zum 13. Februar 1945
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:46 11.02.2020
Jeden 13. Februar umschließt eine Menschenkette die Dresdner Altstadt. Quelle: pdpa / Monika Skolimowska
Dresden

„Was ich in Dresden sah, hatte mich in einen Psychopathen verwandelt“, ließ Victor Gregg, Londoner und Weltkriegsveteran, vor fünf Jahren einen Journalisten der Süddeutschen Zeitung wissen. Er galt als der einzige britische Soldat, der die Bombardierung Dresdens in der Stadt miterlebte. Die Bilder ließen ihn zeitlebens nicht los, er hatte mitansehen müssen, „wie Frauen ihre Kinder umklammerten und vom Wind in die Luft gehoben und ins Zentrum des Brandes gesaugt wurden“.

Durch einen BBC-Auftritt 2013 wurde Gregg der britischen Öffentlichkeit schlagartig bekannt. Anlässlich des 68. Jahrestags der Bombardierung von Dresden sagte er, Premier Winston Churchill hätte dafür „an die Wand gestellt werden sollen“. Das kam bei vielen Engländern nicht gut an. Der Premierminister ist als Hitler-Bezwinger eine Art britischer Staatsheiliger.

Wie erzählen wir die Geschichte weiter?

Den Jungs der Royal Air Force warf Victor Gregg nichts vor, die hätten 55.000 Männer verloren und ihre Befehle gehabt. „Churchill hat das im Namen des britischen Volkes angeordnet. Ich finde, dass wir für etwas Besseres stehen als für Krieg gegen Zivilisten. Wir waren doch die Guten!“

Nun jährt sich am Donnerstag der schlimmeste aller Angriffe auf Dresden zum 75. Mal. Viele unter denjenigen, die das Inferno selber erlebt haben, leben nicht mehr unter uns. Wie aber erzählen wir die Geschichte weiter? Welchen Stellenwert hat der 13. Februar künftig im kollektiven Gedächtnis der Stadt? Antworten diesbezüglich will das neue Dresdner Heft geben, das sich mit der Bombardierung auseinandersetzt und explizit auf „Traditionen und Perspektiven der Dresdner Erinnerungskultur“ eingeht.

13. Februar

Am 13. Februar gedenken die Dresdner der Zerstörung ihrer Stadt im Zweiten Weltkrieg. Jedes Jahr instrumentalisieren aber auch Rechte den Gedenktag für sich.

Infos, Termine, Meinungen – Unser Themenspecial zum 13- Februar

Themen sind u. a. „Musik im Gedenken an die Zerstörung“, die noch immer mitnichten von allen akzeptierten Ergebnisse der Historikerkommission zu den Luftangriffen oder die Aktivitäten der AG 13. Februar. Auch ein Blick über den Dresdner Elbkessel hinaus wird geworfen und vermittelt, wie in Hamburg der Bombenopfer der „Operation Gomorrha“ von 1943 gedacht wird. Ein anderer Aufsatz informiert darüber, wie es um die Blockade Leningrads im sowjetischen und postsowjetischen Gedächtnis bestellt ist.

dresdner hefte Quelle: dresdner hefte

Dresdner Heft 141: „13. Februar 1945 – Traditionen und Perspektiven Dresdner Erinnerungskultur

Von DNN

Dresden erinnert jedes Jahr an seine Zerstörung durch britische und amerikanische Bomber am 13. Februar 1945 und in den Tagen danach. Manche Einwohner der Stadt halten die Bombardierung für ein beispielloses Kriegsverbrechen. Der Militärhistoriker Jens Wehner warnt davor, die Geschehnisse für eine Umdeutung des Zweiten Weltkrieges zu missbrauchen

11.02.2020

Das Panometer eröffnete am Freitag die Sonderausstellung „Dresden – Vier Zeiten, Vier Ansichten“. Besucher können dort tief in die Stadtgeschichte Dresdens im letzten Jahrhundert eintauchen. Die 360°-Installation des Künstlers Yadegar Asisi zeigt ein Panorama Dresdens im Jahr 1945, als die Stadt in Flammen steht.

09.02.2020

Die Polizei bereitet sich auf die Woche um den 13. Februar vor. Will sie am Donnerstag vor allem das stille Gedenken ermöglichen, muss am 15. Februar rings um einen Neonazimarsch mit voraussichtlich 1500 Teilnehmern mit Tumulten in der Innenstadt von Dresden gerechnet werden.

09.02.2020