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Serena Williams, Asarenka & Co.: Mütter-Power in New York

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09:35 08.09.2020
Erfolgreiche Mama: Serena Williams. Quelle: Seth Wenig/AP/dpa
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New York

Als Victoria Asarenka dieser Tage auf der Anlage des Billie Jean King National Tennis Centers dem Ehemann von Serena Williams begegnete, da spielte Tennis nur eine Nebenrolle.

Asarenka hatte einen Sticker der Cartoon-Serie Paw Patrol dabei und sorgte damit bei Williams' Tochter Olympia für große Begeisterung. "Sie wusste sofort, wer das war", berichtete Asarenka, eine von insgesamt neun Müttern im diesjährigen Hauptfeld der US Open. "Diese kleinen Momente sind wirklich kostbar und sie vereinen uns."

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Noch vor ein paar Jahren wäre ein solcher Moment auf der Damen-Tour kaum möglich gewesen. Wer ein Kind bekam, für den war die Karriere in den allermeisten Fällen vorbei. Erst vor kurzem hat die Damen-Organisation WTA damit begonnen, Müttern den Weg zurück auf die Tour zu erleichtern. So ist eine professionelle Kinderbetreuung bei fast allen Turnieren inzwischen eine Selbstverständlichkeit.

Die wichtigste Änderung betrifft aber die Weltrangliste. Die WTA hat ihr Reglement so angepasst, dass Spielerinnen bei ihrem Comeback dort geführt werden, wo sie vor der Babypause standen. Zwölf Turniere, darunter zwei Grand Slams, können sie mit dem alten Ranking spielen. Sie müssen sich also nicht mehr bei kleineren Turnieren durch die Qualifikation quälen, was zuvor der Fall war und viele Frauen davon abgehalten hatte, nach der Geburt wieder ihrem Beruf nachzugehen.

In New York profitiert in diesen Tagen die Bulgarin Zwetana Pironkowa von dieser längst überfälligen Entwicklung. Die 32-Jährige hatte vor den US Open drei Jahre kein Match gespielt, wird daher in der Rangliste gar nicht mehr geführt. Der Grund für die Pause: die Geburt ihres Sohnes Alexander.

"Ich wollte mir die Zeit nehmen, diese Erfahrung voll auszukosten", sagte die Bulgarin über ihre Elternzeit. Doch irgendwann merkte sie, dass bei aller Freude über ihren Sohn etwas fehlte. "Manchmal braucht man eine Herausforderung, um wieder frisch zu werden und sich weiterzuentwickeln", sagte Pironkowa. "Und ich kann jetzt schon sagen: Es hat sich gelohnt."

Das kann man wohl sagen. Zum ersten Mal in ihrer Karriere steht sie bei den US Open im Viertelfinale, nachdem sie am Montag Alizé Cornet aus Frankreich in drei Sätzen bezwungen hatte. Im Kampf um den Einzug ins Halbfinale trifft Pironkowa am Mittwoch auf Serena Williams - die wohl bekannteste Mutter auf der Tour. Ihre Tochter Olympia hat bei Instagram mehr als 600.000 Follower und ist damit das berühmteste Kind im Tennis-Zirkus. "Dass Serena als Mutter zurückgekommen ist, hat uns allen geholfen", sagte die deutsche Fed-Cup-Spielerin Tatjana Maria, die selbst mit ihrer Tochter Charlotte um die Welt reist.

Eine Mutter wird es also auf jeden Fall ins Halbfinale schaffen, die Siegerin des Duells Williams gegen Pironkowa. "Gegen so einen Champion, so eine Legende unseres Sports zu spielen, ist eine riesige Ehre", sagte die Bulgarin ehrfurchtsvoll. Druck macht sie sich vor der Partie keinen, das hat sich seit der Geburt ihres Sohnes komplett geändert. "Ich denke, jeder Part des Mutterseins hilft dir, du wirst einfach eine andere Person. Aber vor allem macht man sich auf dem Platz nicht mehr so einen Druck", berichtete die Bulgarin über die größte Veränderung.

Die Siegerin des Duells Williams gegen Pironkowa könnte es dann im Halbfinale mit Asarenka zu tun bekommen, wenn diese zuvor die (kinderlose) Belgierin Elise Mertens bezwingt. Asarenka will die Erfolge des Trios in New York aber nicht nur auf das Muttersein reduzieren. "In erster Linie sind wir auch gute Tennisspielerinnen", sagte die ehemalige Nummer eins der Welt. Gleichwohl ist die Mutter des kleinen Leo stolz auf die erfolgreichen Mütter. "Für mich sind sie alles Heldinnen."

© dpa-infocom, dpa:200908-99-471924/3

dpa