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Mit nur einer Jeans zum Neustart: Siegemund in Palermo dabei

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12:44 31.07.2020
Ist in Palermo dabei: Laura Siegemund. Quelle: Marijan Murat/dpa
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Palermo

So früh hat sich Laura Siegemund noch nie zu einem Tennis-Turnier in Europa auf den Weg gemacht.

Schon am Mittwoch stieg die 32-Jährige in Zürich in den Flieger, um nach Palermo zu reisen, wo die weltweite Tennis-Tour am Montag nach fast fünfmonatiger Pause wegen der Coronavirus-Pandemie ihren Betrieb wieder aufnimmt. Es ist ein erster Schritt zurück zur Normalität, doch normal ist noch lange nichts. Nach ihrer Ankunft auf Sizilien stand gleich ein Corona-Test auf dem Programm, danach hieß es: Quarantäne auf dem Hotelzimmer, bis das Ergebnis da ist. Erst danach durfte die Fed-Cup-Spielerin auf die Anlage, um am Donnerstagabend erstmals zu trainieren.

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"Der Aufwand ist deutlich größer als zu normalen Zeiten, aber ich freue mich, dass es wieder los geht", sagte die Schwäbin im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Zusammen mit ihrem Freund und Co-Trainer Antonio Zucca hat sich Siegemund auf den Weg nach Italien gemacht, Zucca ist auch der einzige, der sie auf die Anlage begleiten darf. Ihre ebenfalls mitgereiste Physiotherapeutin darf den Country Time Club dagegen nicht betreten, sondern muss während der kompletten Turnierdauer im Hotel bleiben - so sehen es die strengen Empfehlungen der Damen-Organisation WTA vor.

"Das ist natürlich etwas weltfremd. Wenn wir als Touristen nach Palermo reisen würden, dürften wir uns hier frei bewegen. Aber die WTA will eben überhaupt kein Risiko eingehen und es so perfekt wie möglich machen", sagte Siegemund. Auch die Spielerinnen sollen sich nach Möglichkeit nur zwischen Tennis-Anlage und Hotel bewegen, die obligatorische Players Party fällt ebenso aus wie abendliche Besuche in Restaurants. "Ich habe daher auch nur eine Jeans eingepackt. Viel raus kommen wir wohl nicht."

Ihr letztes Match hat die Fed-Cup-Spielerin Anfang März bei einem kleinen Turnier in Indian Wells gespielt, danach ließ Corona die komplette Tennis-Welt stillstehen. Als erstes Event wurde das Masters-1000-Turnier in Indian Wells von Turnierdirektor Tommy Haas abgesagt. Als klar war, dass es erst einmal keine Turniere geben würde, flog die Stuttgart-Siegerin von 2017 nach Florida, wo sie in der Folgezeit relativ normal trainieren konnte. "In der Gegend, wo wir waren, gab es keinen Lockdown, wir haben eigentlich immer einen Tennisplatz gefunden", berichtete Siegemund von den vergangenen Monaten.

Erst im Juni kehrte sie nach Deutschland zurück, wo sie an der Serie des Deutschen Tennis Bundes teilnahm und dort viel Matchpraxis sammeln konnte. "Es ist daher gerade ein zwiespältiges Gefühl. Auf der einen Seite habe ich viele Matches bestritten und habe nicht das Gefühl, dass ich erst wieder reinkommen muss. Auf der anderen Seite fehlt wegen der vielen Spiele schon ein bisschen die Frische." Zumal Siegemund zuletzt von Magen-Darm-Problemen gestoppt wurde.

Doch bis zum Turnierauftakt am Montag soll alles wieder gut sein, dann hofft sie auf einen erfolgreichen Auftakt in den Neustart. "Ich will an meine Form vor der Pause anknüpfen." Von Palermo geht es dann in der zweiten August-Woche nach Prag, danach geht es wieder in die USA, wo nacheinander das aus Cincinnati verlegte Masters-Event und dann die US Open (ab 31. August) in New York vorgesehen sind.

Ein bisschen mulmig ist ihr vor dem langen Flug nach Amerika schon. "Natürlich ist man etwas gefährdeter, wenn man reist und man macht sich schon Gedanken", sagte Siegemund. "Aber ich bin eben auch nicht mehr Anfang 20. So viele Jahre habe ich nicht mehr auf der Tour, von daher gehe ich das etwas größere Risiko ein."

© dpa-infocom, dpa:200731-99-994635/2

dpa