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Tennis Erste polnische Grand-Slam-Siegerin: Iga Swiatek
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Iga Swiatek gewinnt French Open - Finalsieg gegen Kenin

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18:02 10.10.2020
Gewinnerin Iga Swiatek hält ihre Trophäe in den Händen. Quelle: Martin Bureau/AFP/dpa
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Paris

Zu den ersten Gratulanten der Sensationssiegerin von Paris zählten Polens Präsident Andrzej Duda und der Weltranglisten-Erste Novak Djokovic.

"Großen Dank und Glückwunsch an Iga Swiatek! Ein historischer Tag für Polen, den polnischen Sport und das polnische Tennis. Bravo!", twitterte Duda. Einen Tag vor seinem eigenen Endspiel gegen Titelverteidiger Rafael Nadal schrieb Djokovic kurz und knapp: "Glückwunsch".

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Die 19 Jahre alte Iga Swiatek krönte ihren sensationellen Lauf mit einem 6:4, 6:1 gegen die Australian-Open-Siegerin Sofia Kenin aus den USA und sicherte sich völlig unerwartet den French-Open-Titel. Als erster Tennisprofi aus Polen und als jüngste Roland-Garros-Championesse seit der Kroatin Iva Majoli 1997. "Es ist verrückt, vor zwei Jahren habe ich bei den Juniorinnen einen Grand Slam gewonnen", sagte sie rückblickend über ihren Wimbledon-Titel bei den Nachwuchskräften 2018. "Und jetzt stehe ich hier."

Die Weltranglisten-54. schaffte als erste Spielerin seit der Belgierin Justine Henin im Jahr 2007 den French-Open-Triumph ohne Satzverlust und als bislang am niedrigsten platzierte Akteurin überhaupt. Als Swiatek nach 1:24 Stunden auf dem Court Philippe Chatrier ihren ersten Matchball mit einer krachenden Vorhand nutzte, ging sie erst einmal in die Knie und umklammerte ihren Schläger mit beiden Händen. Sie schüttelte den Kopf, schlug die Hände vor Augen und Mund und hüpfte schließlich mit erhobenen Armen über den Platz und dankte den wenigen erlaubten Zuschauern auf dem Center Court.

"Ich weiß nicht, was gerade passiert. Ich bin so glücklich, es ist einfach überwältigend", sagte Swiatek im Interview auf dem Platz, ehe sie dieses später von ihren Emotionen überwältigt abbrechen musste.

Der Teenager aus Warschau spielte in den vergangenen Wochen unbekümmert auf und beeindruckte mit aggressiver und unerschrockener Spielweise von der ersten Runde an. Im Endspiel gegen die Weltranglisten-Sechste Kenin gelang Swiatek schon wieder ein Turbo-Start. Schnell ging sie mit 3:0 in Führung, dominierte die Ballwechsel und entschied nach 48 Minuten Satz eins für sich.

Im zweiten Durchgang musste sich Kenin behandeln lassen und nahm eine dreiminütige medizinische Auszeit. Offenbar nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte, hatte die 21-Jährige ihrer Kontrahentin nicht mehr genug entgegenzusetzen, so dass Swiatek ihren sensationellen Lauf durch das Turnier mit dem Titelgewinn krönte und um 16.50 Uhr die silberne Suzanne-Lenglen-Trophäe in die Höhe recken durfte.

In diesem Frühjahr hat die gebürtige Warschauerin ihr Abitur gemacht, seitdem widmet sie sich ganz der Tennis-Karriere. Sie kommt aus einer Sportler-Familie: Ihr Vater Tomasz Swiatek vertrat als Ruderer die polnische Nationalmannschaft bei den Olympischen Spielen in Seoul 1988. Der Vater war es auch, der für seine Töchter die Idee mit dem Tennis hatte. "Erst spielte meine drei Jahre ältere Schwester Agata. Ich habe dabei zugeguckt und sie beneidet", erinnerte sich Iga Swiatek jüngst in einem Interview der "Gazeta Wyborcza".

Während die Schwester trainierte, habe sie mit ihrem Vater am Rande des Tennisplatzes Bälle hin- und hergeschlagen. Später sei ihr Vater immer derjenige gewesen, der sie zum Training animiert habe, selbst wenn sie als Kind öfter keine Lust hatte, sagte die French-Open-Siegerin zuletzt dem Youtube-Portal "Kanal Sportowy". Als am Samstagnachmittag die polnische Nationalhymne erklang und Swiateks Augen über dem Mund-Nasen-Schutz glänzten, waren die Mühen vergessen.

© dpa-infocom, dpa:201010-99-897822/7

dpa