Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Sportmix "Sieg-oder-Sarg": Eisenbichler nimmt WM-Gold ins Visier
Sportbuzzer Sportmix "Sieg-oder-Sarg": Eisenbichler nimmt WM-Gold ins Visier
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:50 22.02.2019
Markus Eisenbichler könnte bei der WM um eine Medaille mitspringen. Quelle: Matthias Schrader/AP
Innsbruck

Markus Eisenbichler mag es gerne martialisch. Alles oder nichts, das heißt in der Sprache des Ur-Bayers: "Sieg oder Sarg!" Oder etwas abgeschwächt: "Pokal oder Spital!"

Und je länger Eisenbichler auf seinen ersten Erfolg wartet und je häufiger er daran nur haarscharf vorbeischrammt, desto größer wird sein Verlangen danach. "Dann werde ich komplett ausrasten, so viel steht fest", sagte "Eisei" in dieser Woche der "Sport Bild". Der Skispringer aus Siegsdorf lässt sich prima über seine Emotionen erklären: Liefert er, färbt sein euphorischer Jubel regelrecht ab. Läuft es nicht, flucht er auch gerne mal mit einem bayerischen Kraftausdruck.

Bei der ersten Skisprung-Entscheidung dieser Nordischen Ski-WM am Samstag (14.30 Uhr/ARD und Eurosport) in Innsbruck ist Eisenbichler einer der heißen Kandidaten auf Edelmetall. Sein Absprung ist dynamisch und hochexplosiv, sein Fluggefühl im letzten Drittel so fein wie bei kaum einem anderen Athleten weltweit. Bundestrainer Werner Schuster sieht in Eisenbichler den begabtesten Athleten seines starken Teams. "Wenn er einen guten Sprung macht, ist er eigentlich der Allerbeste. Dann kann er auch Kobayashi schlagen", befand der Österreicher.

Bei der Tournee platzte Eisenbichlers Traum vom ersten Sieg zweimal ganz knapp, auch beim Skifliegen in Oberstdorf fehlte nur ein Hauch. Sein zweiter Platz von Willingen, der weniger als 24 Stunden nach Rang 36 folgte, war ein Sinnbild für die Extreme, zwischen denen der Bayer wandelt. "Bei ihm ist es ein Tanz auf der Rasierklinge. Die Fehler sind bei ihm eine Folge eines zu aggressiven Absprungs. Er ist an guten Tagen einer der Besten und an schlechten Tagen ist er raus", ordnete Schuster ein.

In den Tagen von Seefeld und Innsbruck präsentiert sich Eisenbichler gelöst und gutgelaunt, am Tag vor dem großen Finale gewinnt er sowohl den Probedurchgang als auch die Qualifikation. Der 27-Jährige scherzt mit seinen Kollegen, hat Spaß auf der Schanze und endlich die Leichtigkeit, nach der er lange Zeit auf der Suche war. Nach seinem Quali-Sieg, bei dem er auch die Top-Favoriten Ryoyu Kobayashi und Kamil Stoch distanzierte, klatschte er zufrieden in die Hände. "Ich habe zwei gute Sprünge gemacht. Jetzt freue ich mich einfach. Was die anderen Leute sagen, ist mir ziemlich wurscht", sagte "Eisei" zu den hohen Erwartungen.

Ein Jahr nach dem prägenden Ereignis Pyeongchang, als er fürs Teamspringen aussortiert wurde und als einziger Deutscher ohne Olympia-Medaille nach Hause flog, geht Eisenbichler nun voran und blickt optimistisch auf die Highlight-Wochen der Saison.

"Solche Entscheidungen gibt es nicht nur im Sport, sondern auch im normalen Leben. Da muss man drüber stehen und es das nächste Mal besser machen. Ich werde schauen, dass solche Entscheidungen nicht mehr gegen mich passieren, sondern nur noch für mich", hatte "Eisei" vor der laufenden Saison betont. Für die WM gilt das allemal: Mit seinen Vorleistungen und seiner starken Form ist er in Tirol absolut kein Streichkandidat mehr.

dpa

Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Eric Frenzel greift nach seinem sechsten WM-Titel in der Nordischen Kombination. Der Sachse sicherte sich in der ersten Kombinations-Entscheidung völlig überraschend den Sprungsieg auf der Bergisel-Schanze in Innsbruck.

22.02.2019

Vor einem Jahr gelang der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft die Sensation. Nationalspieler Patrick Reimer spricht im SPORTBUZZER-Interview über die überraschende Silbermedaille in Pyeongchang 2018.

22.02.2019

Eishockey-Nationalspieler Leon Draisaitl hat mit den Edmonton Oilers in der nordamerikanischen NHL nach zuletzt fünf Niederlagen wieder einen Sieg gefeiert.

Die Kanadier konnten sich mit 4:3 (2:3, 0:0, 1:0, 1:0) nach Verlängerung gegen die New York Islanders und Tom Kühnhackl durchsetzen.

22.02.2019