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Reiten Hallensaison für Reiter ein Finanz-Desaster
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Reitturnier CSI in Neustadt/Dosse fällt 2021 aus

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13:08 12.11.2020
Auch das Traditionsreitturner CSI in Neustadt/Dosse fällt im Januar aus. Quelle: Bernd Settnik/dpa-Zentralbild/dpa
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Berlin

Die Freiluft-Saison war für die Springreiter schwierig, die Hallen-Saison ist ein Desaster.

12 der 13 Weltcup-Turniere sind abgesagt worden, nur noch ein einziges Fünf-Sterne-Turnier steht in den kommenden vier Monaten in Westeuropa im Kalender des Reitsport-Weltverbandes FEI. "Was noch nicht abgesagt war, ist in den letzten Wochen abgesagt worden", kommentierte Bundestrainer Otto Becker: "Das ist sehr hart."

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Der Turnierbetrieb steht mehr oder weniger still. "Das heißt, dass die Einnahmen wegbrechen", erklärte der Bundestrainer. Mindestens bis zum Frühjahr ist den Springreitern durch die Corona-Absagen fast komplett die Existenzgrundlage entzogen. "Das sind Berufs-Sportler", betonte Becker und prognostizierte: "Ich glaube nicht, dass es besser wird, bis wir wieder im Freien reiten können."

Schon jetzt ist 2020 finanziell ein Debakel, denn bereits in der Freiluft-Saison fielen viele Turniere und die Millionen-Serie Global Champions Tour sogar komplett aus. "Dieses Jahr habe ich vielleicht einen Drittel des Preisgeldes verdient, das ich üblicherweise einnehme", sagte der Weltranglisten-Erste Steve Guerdat der "Neuen Züricher Zeitung". Und "dies bei nahezu gleichbleibendem Aufwand". Die Kosten für die Reitanlagen bleiben, die Pferde müssen weiter versorgt und trainiert werden.

Es gibt im Winter nur noch ganz wenige Möglichkeiten, ein bisschen Geld zu gewinnen. Einige deutsche Reiter sind mehrere Wochen bei einer Serie von Freiluft-Turnieren im portugiesischen Vilamoura und im spanischen Vejer de la Frontera am Start. Das ist sportlich sinnvoll, aber - angesichts der geringen Preisgelder - wirtschaftlich nicht einmal für die Gewinner der Großen Preise lohnend. Und das einzige Fünf-Sterne-Turnier, also der höchsten Preisgeld-Kategorie, bis zum Ende des Jahres ist in Saudi-Arabien.

Im Weltcup-Kalender steht offiziell immer noch das Turnier in Leipzig. Aber ob die einzige Station der wichtigsten Hallen-Serie in Westeuropa vom 14. bis 17. Januar tatsächlich stattfindet, ist angesichts der Corona-Entwicklung fraglich. "Wir haben berechtigte Hoffnung, Lösungen zu finden", sagte Turnier-Organisator Volker Wulff. Aber klar sei auch: "Komplett ohne Zuschauer geht es nicht." Ähnliches gilt für das Final-Turnier am ersten April-Wochenende in Göteborg.

"Ich hoffe, dass zumindest die deutsche Meisterschaft stattfinden kann", sagte der Bundestrainer. Wegen der Corona-Pandemie war die ursprünglich Anfang Mai in Balve geplante DM der Springreiter abgesagt worden und war dann auf dieses Wochenende im westfälischen Riesenbeck auf der Anlage von Ludger Beerbaum verschoben worden. Aber auch das klappte wegen der Corona-Maßnahmen nicht. Neuer Termin ist nun vom 3. bis 6. Dezember.

"Wir müssen ständig neu planen", sagte der Bundestrainer. Und Becker fürchtet inzwischen sogar Probleme mit Blick auf die Olympia-Vorbereitung. "Die Pferde müssen auch Wettkampf-Modus haben", erklärte er. "Da müssen wir Alternativen diskutieren." Das will er bei der DM tun - wenn sie denn stattfindet.

© dpa-infocom, dpa:201110-99-278417/4

dpa