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Sportmix Deutsches WM-Team kommt in Doha nicht in Tritt
Sportbuzzer Sportmix Deutsches WM-Team kommt in Doha nicht in Tritt
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22:37 29.09.2019
Allyson Felix posiert mit dem Sternenbanner der USA. Foto: Petr David Josek/AP
Doha

Die deutschen Leichtathleten haben bei der Hitze-WM in Doha einen Stotterstart hingelegt. Beim 100-Meter-Triumph der Jamaikanerin Shelly-Ann Fraser-Pryce am Sonntagabend waren auch die Topsprinterinnen Gina Lückenkemper und Tatjana Pinto wie erwartet nur Zuschauerinnen.

Diskus-Olympiasieger Christoph Harting und Langstrecken-Routinier Richard Ringer hatten zuvor enttäuscht. Lauftalent Alina Reh wälzte sich nach waghalsigem Rennbeginn mit Magenkrämpfen auf der Bahn. Dafür kämpfte Geher Carl Dohmann bravourös im nächtlichen 50-Kilometer-Gehen.

Für Lückenkemper und Pinto war im Halbfinale Endstation. Die EM-Zweite aus Berlin und die deutsche Meisterin aus Paderborn blieben als Letzte und Fünfte ihres Rennens in 11,30 und 11,29 Sekunden unter ihren Möglichkeiten. Fraser-Pryce sprintete zum vierten WM-Gold über 100 Meter - zum ersten Mal, seit sie Mutter geworden ist, und mit bunt gefärbten Haaren. In 10,71 Sekunden ließ die nur 1,52 große Olympiasiegerin von 2008 und 2012 die Britin Dina Asher-Smith und Marie-Josee Ta Lou von der Elfenbeinküste hinter sich.

"Das war keine Meister- oder Grenzleistung. Ich habe hinten nicht so gut ins Rennen gefunden wie im Vorlauf und bin nicht so schön ins Fliegen gekommen", sagte Lückenkemper, die nun ebenso wie Pinto auf die Staffel hofft. Der Zeitplan und die vielen Ausfälle von Medaillenaspiranten im Vorfeld hatten schon nichts Gutes für das Auftakt-Wochenende versprochen. Der Deutsche Leichtathletik-Verband hofft nun auf die erste Medaille, wenn Europameisterin Gesa Krause am Montag über 3000 Meter Hindernis an den Start geht.

"Wir haben viele positive Leistungen erlebt, aber auch den einen oder anderen Rückschlag", sagte DLV-Generaldirektor Idriss Gonschinska, wollte aber nicht weiter ausholen: "Wir haben jetzt eine Turniersituation, wo wir am Anfang sind."

Zu recht lobte Gonschinska Dohmanns siebten Platz beim quälenden 50-Kilometer-Gehen mitten in der Nacht als "fantastische Leistung". Die erforderliche Robustheit ging so manchem anderen DLV-Athleten im temperierten Khalifa-Stadion ab. Ringer schied im 5000-Meter-Vorlauf in ganz schwachen 13:49,20 Minuten aus und war "total frustriert".

Werfer-Hüne Harting scheiterte mit 63,08 Metern in der Qualifikation. Seit seinem Gold-Coup von Rio de Janeiro 2016 brachte der Berliner international nichts mehr auf die Reihe. Gleichzeitig setzt er derart auf die Karte Tokio 2020, dass er sich bis dahin nicht mal durch Interviews ablenken lassen will und diese stur verweigert.

Dass persönliche oder zumindest Saisonbestleistungen - ansonsten ein wichtiger Maßstab beim DLV - bisher ausblieben, wollte Gonschinska nicht überbewerten. Durch die späte WM habe die Saison "eine andere Statik". Wegen Verletzungen hatten Asse wie der zweifache Kugelstoß-Weltmeister David Storl und Zehnkampf-Europameister Arthur Abele ihre Teilnahme an der Wüsten-WM mit ihren schwierigen Bedingungen abgesagt. Aber auch bei Olympia in nur zehn Monaten in Tokio sind Hitze und noch höhere Luftfeuchtigkeit angesagt. "Da wird es noch viel schlimmer", sagte der Deutsch-Amerikaner Sam Parsons nach seinem 5000-Meter-Vorlauf-Aus.

Langstreckenläuferin Reh erlebte den bittersten Abend ihrer Karriere: Die 22-jährige aus Ulm musste nach 13 von 25 Runden über 10 000 Meter wegen Magenkrämpfen aufgeben und im Rollstuhl in die Katakomben gebracht werden. 3200 Meter lang war sie am Anfang zur Überraschung aller vornweg gelaufen.

Zwei Jahre nach dem Karriereende von Superstar Usain Bolt krönte sich Christian Coleman erstmals zum 100-Meter-Weltmeister. Der 23-jährige Amerikaner rannte nach 9,76 Sekunden ins Ziel. Coleman gewann sicher in Weltjahresbestzeit vor seinem Landsmann und Titelverteidiger Justin Gatlin. Mit 37 Jahren war der Altstar immer noch 9,89 Sekunden schnell. Bronze ging an den Kanadier André de Grasse in 9,90. Dabei hatten drei verpasste Dopingkontrollen fast das WM- und sogar Olympia-Aus für Coleman bedeutet. Ein Formfehler der US-Anti-Doping-Agentur USADA führte jedoch zum Freispruch.

dpa

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