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Leichtathletik Weltärztebund: Hormonwert-Senkung ist wie umgekehrtes Doping
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08:04 09.05.2019
Die, wie bei Caster Semenya vom IAAF für das Startrecht geforderte Hormonwert-Senkung, wird vom Weltärztebund als umgekehrtes Doping gewertet. Quelle: Kamran Jebreili/AP
Frankfurt/Main

Dieser Mensch hat aber das Glück oder Pech, mehr Testosteron zu produzieren als andere", erklärte Ulrich Montgomery, Präsident des Weltärztebundes WMA, im Interview der "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Diesen Menschen zu zwingen, so ein "inverses Doping" zu betreiben, hält er für falsch. "Daran sollten Ärzte sich genauso wenig beteiligen wie an Doping zur Leistungssteigerung", meinte Montgomery.

Nach einem Urteil des Internationalen Sportschiedsgerichts konnte die IAAF am 7. Mai eine Regel in Kraft setzen, nach der intersexuelle Frauen wie die südafrikanische 800-Meter-Olympiasiegerin Caster Semenya nur ein Startrecht erhalten, wenn sie ihren Hormonwert unter ein Limit von fünf Nanomol pro Liter Blut senken.

"Es gibt keinerlei medizinische Indikation. Frau Semenya ist kerngesund", sagte Montgomery, "würde sie nicht Leistungssport betreiben, würden Sie und ich sagen, wenn wir sie auf der Straße treffen: Mensch, die ist aber herb. Ethisch gesehen, gibt es keinen Grund, in den Hormonhaushalt einzugreifen." Eine Auflage, die diesen Eingriff vorsehe, um an bestimmten Wettkämpfen teilzunehmen, hält der WMA für grundsätzlich falsch: "Es ist eine absolute Gleichmacherei."

Caster Semenya sei Frau. Sie werde im Sport als Frau anerkannt, solle aber ihre erhöhten Testosteronwerte senken, um starten zu dürfen. "Weil die dafür benötigten Medikamente in den meisten Staaten der Erde verschreibungspflichtig sind, sagen wir: Ärzte, die sich daran beteiligen, handeln unethisch", sagte der WMA-Vorstandsvorsitzende. "Wie gesagt: Das ist inverses Doping. Daran sollte ein Arzt sich nicht beteiligen." Dies sei eine rote Linie, die "genauso wie wir sie beim Doping sehen" nicht überschritten werden dürfe.

dpa

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