Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Leichtathletik Nachträgliche Olympia-Silbermedaille für Heidler
Sportbuzzer Sportmix Leichtathletik Nachträgliche Olympia-Silbermedaille für Heidler
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:01 26.05.2019
Betty Heidler erhielt nachträglich Olympia-Silber für 2012. Quelle: Andreas Arnold
Frankfurt/Main

Nach der feierlichen Zeremonie gab's für Betty Heidler sogar noch ein kleines bisschen Gold. IOC-Präsident Thomas Bach klappte eine Schatulle auf und überreichte der früheren Hammerwerferin ein zierliches Halskettchen mit den fünf Ringen.

Die Silbermedaille von den Sommerspielen 2012 in London hing da schon unübersehbar an ihrem Hals. So hatte noch nie eine deutsche Sportlerin Edelmetall bekommen. Nicht nur für die Ex-Weltmeisterin und Weltrekordlerin war die nachträgliche Zeremonie beim Deutschen Olympischen Sportbund in Frankfurt am Main etwas Ungewöhnliches.

"Es überwiegt tatsächlich die Freude. Ich bin wirklich beeindruckt, wie anders die Farbe ist. Ich glaube, es ist ein Kompletttausch", sagte die strahlende Heidler am Samstag. Die 35-Jährige wurde sieben Jahre nach den Sommerspielen von London geehrt, weil die damalige Siegerin Tatjana Lissenko später wegen Dopings disqualifiziert worden war. Die Russin war im Zuge von Nachkontrollen eingelagerter Proben aufgeflogen und ist als Wiederholungstäterin - ihr waren auch schon mal Weltrekorde wegen Dopings annulliert worden - für acht Jahre bis 2024 gesperrt worden. Damit rückte die drittplatzierte Heidler vor.

In London hatte die Berlinerin, die damals für die LG Eintracht Frankfurt startete, nach einem nervenaufreibenden Wettkampf mit einem später korrigierten Messfehler Bronze gewonnen. Daraus ist nun endgültig Silber geworden. Die Polin Anita Wlodarczyk wurde nachträglich Olympiasiegerin. Heidlers frühere Club-Kollegin Kathrin Klaas rückte vom fünften auf den vierten Platz vor.

Bach, der damals in London noch als DOSB-Präsident Heidler die Medaille für den dritten Platz übergeben hatte, sagte: "Es sind zwiespältige Gefühle heute. Es tut mir leid für dich, dass diese Ehrung heute stattfindet - und ich freue mich für dich, dass diese Ehrung heute stattfindet."

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat inzwischen die Rahmenbedingungen für nachträgliche Medaillenvergaben festgelegt, um einen würdigen Rahmen zu garantieren. Die sechs Optionen reichen von einer Ehrung bei den nächsten Olympischen Spielen bis hin zu einer Privatfeier. Heidler entschied sich für die Ehrung beim DOSB, mit Familienmitgliedern, Freunden, Wegbegleitern wie ihrem langjährigen Trainer Michael Deyhle - und zahlreichen Spitzenfunktionären.

Die Olympische Hymne erklang, und ein Spruch von IOC-Begründer Pierre de Coubertin stand als Motto auf einem großen Foto der Hammerwerferin: "Heute muss man Geschichte mit dem Bleistift schreiben. Es lässt sich leichter radieren."

"Es ist eine Medaillenvergabe, die nachdenklich stimmt. Der Kampf um die wahren Werte des Sports wird ein endloser sein. Wir werden weiter dafür kämpfen und dafür werben", sagte DOSB-Präsident Alfons Hörmann. Heidler ist inzwischen auch Ersatzmitglied in der Ethikkommission des DOSB. "Es war ein sehr schöner und würdiger Rahmen", sagte Leichtathletik-Bundestrainer Idriss Gonschinska. "Natürlich macht die Situation auch nachdenklich."

Heidlers Gemütslage war ähnlich. Sie sagte: "Heute endlich die richtige Medaille in Händen zu halten, ist ein gutes Gefühl. Und sie von IOC-Präsident Thomas Bach persönlich überreicht zu bekommen, ehrt mich außerordentlich. Auf der anderen Seite hoffe ich dringend, dass ein weiter verbesserter Anti-Doping-Kampf dazu führt, dass nachträgliche und späte Korrekturen gar nicht mehr erforderlich werden."

dpa

Bei der 14. Auflage des Schönebecker Sole-Cups hat Diskuswerfer Martin Wierig für das beste Ergebnis des Meetings gesorgt.

Der Magdeburger schleuderte den Diskus auf die neue deutsche Jahresbestleistung von 66,04 Metern und erfüllte damit wie sein Teamkollege David Wrobel (65,86 Meter) die Norm für einen Start bei der WM in Doha (Katar).

24.05.2019

Am 12. August 2017 hat Rico Freimuth seinen letzten Zehnkampf grandios beendet: mit Silber bei der WM in London. Nach einer Auszeit will der 31-Jährige am Sonntag in Götzis wieder ins Ziel kommen. Europameister Arthur Abele muss ganz auf die Karte Ratingen setzen.

24.05.2019

Marathonläuferin Eunice Jepkirui Kirwa, die Olympia-Zweite von 2016 in Rio de Janeiro aus Bahrain, steht unter Dopingverdacht.

Die unabhängige Integritätseinheit des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF (AIU) hat die gebürtige Kenianerin nach einem positiven Test vorläufig suspendiert, wurde mitgeteilt.

21.05.2019