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Bohmann verteidigt Corona-Absagen in der Handball-Bundesliga

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13:13 21.11.2021
Der Geschäftsführer der Handball-Bundesliga: Frank Bohmann.
Der Geschäftsführer der Handball-Bundesliga: Frank Bohmann. Quelle: picture alliance / Daniel Reinhardt/dpa
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Hamburg

Die Corona-Pandemie hat auch die Handball-Bundesliga wieder fest im Griff. Erstmals in der aktuellen Spielzeit mussten am Wochenende zwei Partien in der HBL abgesagt werden, weil es sowohl beim SC Magdeburg als auch bei der SG Flensburg-Handewitt Impfdurchbrüche gegeben hat.

Sechs Fälle beim Tabellenführer aus Sachsen-Anhalt sowie deren fünf beim Champions-League-Club aus Schleswig-Holstein sorgten dafür, dass die Spiele des SCM gegen den TuS N-Lübbecke sowie der SG bei der TSV Hannover-Burgdorf kurzfristig gestrichen wurden. 

Liga-Geschäftsführer Frank Bohmann verteidigte die Absagen: "Unsere Maßgabe lautet: Die Gesundheit steht über allem. Wir gehen auf Nummer sicher", sagte der 57-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. Für Kritik und Missstimmung aus Hannover angesichts der Kurzfristigkeit hat Bohmann Verständnis, doch an der Richtigkeit der Maßnahme zweifelt er nicht.

HBL trifft Entscheidung alleine

Die Entscheidung der Absage traf die HBL alleine und nicht auf Anordnungen von Gesundheitsämtern. Dabei wurden sogar die eigenen Regeln übergangen. Denn nach den Statuten des Ligaverbands müssen Mannschaften antreten, wenn die Hälfte des Lizenzspieler-Kaders einsatzfähig ist. Das wäre sowohl bei Magdeburg als auch bei Flensburg der Fall gewesen. Allerdings wolle man nicht das Risiko eingehen, dass die Zahlen durch weitere positive Nachtestungen noch höher werden.

"Ganz oben steht, dass wir gesund durch die Pandemie kommen", sagte Bohmann. Das sahen auch die SCM-Verantwortlichen so: "Mit Blick auf die Inkubationszeit könnten noch weitere positive Fälle hinzukommen. Insofern muss in den nächsten Tagen weiter getestet werden", hieß es am Samstagabend in einer Clubmitteilung.

Bei der HBL ist die Hoffnung groß, dass sich der negative Corona-Trend nicht fortsetzt: "Alle Mannschaften kümmern sich um Booster-Termine", sagte Bohmann zu den Impfbemühungen der Clubs. Fest steht, dass den Vereinen schwere wirtschaftliche Schäden drohen, wenn die Zahl der Spielausfälle noch größer wird. "Bis zum Jahresende kommen wir mit den staatlichen Hilfen wirtschaftlich gut hin", hatte HBL-Präsident Uwe Schwenker bereits am Donnerstag gesagt. Danach sähe es anders aus, sagte Schwenker.

Wie es für Mannschaften von SCM-Coach Bennet Wiegert und dessen SG-Kollegen Maik Machulla im Spielbetrieb weitergeht, ist unbekannt. Beide Clubs sind unter der Woche eigentlich in internationalen Wettbewerben gefordert. Der SCM soll am Dienstag in der European League bei IK Sävehof in Schweden antreten, die SG in der Champions League bei Dinamo Bukarest in Rumänien. Ob diese Spiele ausgetragen werden, hängt auch an den Entscheidungen der Europäischen Handballföderation (EHF). 

© dpa-infocom, dpa:211121-99-84204/3

dpa