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Formel 1 Hamilton rast zur Regen-Pole - Vettel fährt hinterher
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Qualifikation in Spielberg soll stattfinden

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20:10 11.07.2020
Lewis Hamilton sichert sich für das zweite Rennen in Österreich die Pole Position. Quelle: Darko Bandic/AP Pool/dpa
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Spielberg

Meisterhaft hat sich Lewis Hamilton im Regen von Spielberg die Pole Position für das zweite Formel-1-Rennen des Jahres gesichert. Der englische Weltmeister ließ der Konkurrenz in der Qualifikation auf dem Red-Bull-Ring keine Chance.

Hamilton distanzierte Max Verstappen im Red Bull auf den zweiten Platz, Dritter wurde McLaren-Mann Carlos Sainz. Der Engländer stürmte zu seiner ersten Pole des Jahres, es war die 89. seiner Karriere.

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Sebastian Vettel kam im Ferrari nicht hinterher. Nach Platz elf vor einer Woche reichte es für den Deutschen auch nur zu Rang zehn. Sein Rückstand auf Hamilton betrug fast 2,4 Sekunden (2,378). Vettels Stallrivale Charles Leclerc schloss die Qualifikation eigentlich als Elfter ab. Nach einer Behinderung von Daniil Kwjat im Alpha Tauri wurde der Monegasse auch noch mit einer Startplatzstrafe belegt: Leclerc geht nun nur als 14. in das Rennen am Sonntag (15.10 Uhr/RTL und Sky). Was für ein Fiasko für die Scuderia!

Ferrari-Teamchef Mattia Binotto zog ein desaströses Fazit. Der Rennstall sei nicht "wettbewerbsfähig" gewesen. Auch die Upgrades hätten nicht funktioniert. Das sei "nicht gut genug für ein Team, das auf den Namen Ferrari hört", ätzte er.

Bitter enttäuscht war auch Vettel. "Ich habe natürlich mit mehr gerechnet. Wir haben uns in allen drei Sessions ungeheuer schwer getan", resümierte Vettel, der in der letzten K.o.-Runde sogar einen Dreher hinlegte. "Unter dem Strich waren wir nicht schnell genug."

Hamilton war dagegen überglücklich. "Ich hatte einen großen Moment in der vorletzten Runde, da ist mir das Herz fast in die Hose gesackt", berichtete er. "Ich liebe diese Tage."

Auf ein letztes Warmup hatten Vettel & Co. verzichten müssen. Aus Sicherheitsgründen wurde das Abschlusstraining abgesagt. Das war letztmals im Oktober vergangenen Jahres der Fall gewesen, als Taifun Hagibis die Königsklasse des Motorsports in Japan sogar für einen kompletten Tag zum Stillstand gebracht hatte.

Das Wetter wirbelte den Ablaufplan in der Steiermark aber auch so gehörig durcheinander. Erst mit 46 Minuten Verspätung wurde die Qualifikation freigegeben. Zuvor hatten die starken Regenfälle dafür gesorgt, dass das Formel-3-Rennen im Rahmenprogramm der Motorsport-Königsklasse nach nur zwölf Runden abgebrochen worden war. Die Bedingungen waren für die Fahrer zu gefährlich geworden.

Ein entscheidender Faktor für die Sicherheit ist stets, ob der am Kurs positionierte Rettungshubschrauber abheben kann. Dunkle Wolken hingen über der Strecke. "Österreich ist, was das Wetter betrifft, immer ein herausfordernder Kurs", sagte Formel-1-Sportchef Ross Brawn. "Wir hatten aber schon zuvor mit solchen Bedingungen zu tun."

Die Rennleitung war längst die Modelle durchgegangen, was passieren würde, wenn im äußersten Fall gar keine Startplatzjagd möglich gewesen wäre. Dann wären die Zeiten aus dem letzten Training herangezogen worden.

Das wäre für Vettel fatal gewesen, der im zweiten Freien Training nur 16. geworden war. Um 15.46 Uhr erteilten die Stewards aber die ersehnte Freigabe. Und als erster Pilot wagte der Deutsche die Ausfahrt. Vettel sicherte sich auch die erste schnellste Runde (1:24,235 Minuten). Die Zeiten verbesserten sich in der Folge.

Ohne Zwischenfälle liefen die K.o.-Phasen nicht ab. So schlitterte Antonio Giovinazzi in seinem Alfa Romeo zum Ende des ersten Qualifikationsabschnitts von der Strecke.

Vettel behielt hingegen die Kontrolle über seinen roten Rennwagen, auch wenn es ihn mal über die Randsteine hinaustrug. Nachdem er vor einer Woche noch mit Platz elf den Einzug in den Entscheidungsdurchgang verpasst hatte, blieb ihm dies im Regen nun erspart. Gerade noch als Zehnter zog Vettel in die letzte K.o.-Phase ein, sein Stallrivale Leclerc verpasste dagegen als Elfter eine Position in den Top Ten - und wurde später auch noch bestraft.

"Wir waren einfach nicht schnell genug, wir konnten nichts dagegen tun", resümierte der Monegasse. Der Regen ließ dann nicht mehr nach. "Es kommt viel mehr Wasser runter", berichtete Weltmeister Hamilton zu Beginn des entscheidenden Durchgangs. In überragender Manier sicherte er sich aber Startplatz eins.

© dpa-infocom, dpa:200711-99-755959/6

dpa