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Formel 1 Ende des Stillstands: Formel 1 startet den Notbetrieb
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Kein Corona-Fall bei Testreihe vor Formel-1-Neustart

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14:33 04.07.2020
Lewis Hamilton hält sich mit einer Maske bei einer Pressekonferenz an die Vorschriften. Quelle: Mark Sutton/MSN POOL/AP/dpa
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Spielberg

Zahlen hatten in der Formel 1 schon immer eine große Bedeutung. Und so verkündet die Rennserie vor dem Neustart in Österreich stolz und erleichtert diese Hausnummern: 4032 und Null.

Im Klartext: Bei der letzten Testreihe vor dem Comeback in Spielberg habe es bei den 4032 überprüften Fahrern, Teammitgliedern und weiteren Mitarbeitern keinen einzigen Corona-Fall gegeben. Jetzt also mit Vollgas in das verkürzte WM-Jahr. "Das ist eine außerordentliche Leistung", sagt Weltverbandspräsident Jean Todt zu den Bemühungen der Formel 1 um die Rückkehr auf die Rennstrecke.

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Durchaus vergnügt gibt der Franzose in einem kargen Raum über der Haupttribüne des Red Bull Rings Auskunft über den Stand der Dinge in der Corona-Krise, die auch den Motorsport lange zum Stillstand zwang. Vor ihm sitzt ein gutes Dutzend maskierte Journalisten brav auf Abstand, nicht jede Frage versteht der 74-Jährige wegen der Entfernung im ersten Versuch. Ein Mikrofon darf nicht herumgereicht werden - Virusgefahr.

Dabei gehören alle im Raum zu denen, die derzeit mindestens alle fünf Tage getestet werden, sich ein Stäbchen tief in die Nasenhöhle bohren lassen. Piloten, Mechaniker, Ingenieure, Streckenposten und jeder andere, der an diesem Wochenende das Ring-Gelände betritt, muss sich dem strikten Hygienekonzept unterwerfen. Maskenpflicht auch im Freien, Fiebermessen und Hände desinfizieren am Eingang, strenge Unterteilung in Gruppen, die keinen Kontakt miteinander haben dürfen. Die Formel 1 meint es ernst.

Als erster internationaler Sport nimmt die Rennserie wieder den Betrieb auf. Zuschauer sind vorerst bei den Rennen nicht zugelassen. "Es ist seltsam, hier anzukommen, ohne dass Fans da sind oder Gästebereiche geöffnet werden", sagt Todt, der früher als Teamchef bei Ferrari mit Rekordweltmeister Michael Schumacher eine Ära prägte. Er hoffe, dass bald wieder Zuschauer auf die Tribünen dürfen. "Wir müssen uns aber nach den Bestimmungen im jeweiligen Land richten", sagt Todt. Es laufen Gespräche mit den Regierungen.

Erst acht Grand Prix in Europa sind für dieses Jahr im überarbeiteten Kalender fest terminiert. Das reicht noch nicht, um die Einnahmen durch Fernsehen und Sponsoren zu retten. Mindestens 15 Rennen sollten es schon sein. Der ursprüngliche Saisonstart in Australien hatte kurzfristig abgesagt werden müssen, weil es einen Corona-Fall beim McLaren-Team gab. Danach wurden wegen der Pandemie neun weitere Rennen gestrichen oder verschoben.

Kann in diesem Jahr überhaupt noch in Ländern wie den USA, Mexiko oder Brasilien gefahren werden angesichts hoher Infektionszahlen? "Das kann man sich wirklich nicht vorstellen", sagt Mercedes-Teamchef Toto Wolff der BBC. Auch die Formel 1 kann Corona nicht so einfach davonrasen.

Fia-Präsident Todt erwartet durch die Krise "langfristige Konsequenzen" für die Formel 1. Auch die großen Hersteller seien betroffen, viele Menschen würden ihre Arbeitsplätze verlieren. Er hoffe aber, dass dies "in zwei, drei Jahren nur eine außergewöhnliche Erinnerung sein wird".

Bis dahin versucht die Formel 1 alles, um die Show am Laufen zu halten. Kunstflieger malen am Samstag ein paar Rauchkringel in den Himmel über dem Murtal, bei der Siegerehrung in der Nachwuchsserie Formel 3 darf sogar Champagner verspritzt werden. Bitte dabei aber aufpassen, dass die Maske nicht nass wird.

© dpa-infocom, dpa:200704-99-669892/4

dpa