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Formel 1 Vorfreude auf den Saisonstart? - Hamilton hat andere Sorgen
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14:14 01.06.2020
Lewis Hamilton hat in der Diskussion um Rassismus und Polizeigewalt in den USA deutlich Position bezogen. Quelle: Chuck Burton/AP/dpa
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Berlin

112 Tage nach dem eigentlichen Saisonstart soll die Formel-1-Saison am 5. Juli beginnen: Österreich statt Australien, Geisterrennen statt volle Kulissen. Vorfreude kommt bei Lewis Hamilton im Moment aber offensichtlich noch nicht auf.

Der sechsmalige Weltmeister und auch andere Piloten wie Ferrari-Jungstar Charles Leclerc und dessen künftiger Stallrivale Carlos Sainz riefen ihre Fans dazu auf, im Kampf gegen Rassismus nach den Vorfällen in den USA die Stimme zu erheben. Ob der Auftakt der verspäteten Saison auch zu einem politischen Statement der weltweiten Formel-1-Serie werden könnte, bleibt abzuwarten.

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Fest steht nur, dass es mit fast viermonatiger Verspätung in Spielberg auf dem Red Bull Ring losgehen kann. Das österreichische Gesundheitsministerium erteilte die Freigabe, das vorgelegte Hygiene- und Sicherheitskonzept passt. "Das ist ganz wichtig für die Formel 1, dass es losgeht", sagte Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko der Nachrichtenagentur APA. "Wir sind froh und stolz auf Österreich."

HOCKENHEIMRING WEITER ALS ALTERNATIVE?

Zunächst wohl doch ohne Deutschland soll diese Saison über die Bühne gehen. Um den strammen Notkalender maximal zu nutzen, soll eine Woche nach dem ersten Grand Prix auch das zweite Rennen in Spielberg stattfinden, dem Magazin "auto, motor und sport" zufolge würde es am 19. Juli auf dem Hungaroring das dritten Rennen an drei aufeinanderfolgenden Wochenenden geben.

Dann soll es in Silverstone weitergehen, ebenfalls mit einem Doppelpack am 2. und 9. August. Laut dem britischen Sender BBC soll die Regierung den Weg dafür freigemacht haben, das Formel-1-Personal soll von der 14-tägigen Selbstisolation bei der Einreise ausgenommen werden. "Wir begrüßen die Anstrengungen der Regierung, sicherzustellen, dass Spitzensport weitergehen kann und auch ihre Unterstützung für die Rückkehr des Rennsports", zitierte die BBC einen Formel-1-Sprecher.

Die "Daily Mail" streute am Sonntag allerdings Zweifel, ob die Pläne so klappen und brachte wiederum den Hockenheimring als Alternative für Silverstone ins Spiel. Dass der Kurs als Ersatz in diesem Jahr zur Verfügung stehen könnte, signalisierten die Verantwortlichen dort bereits. Gespräche mit den Formel-1-Bossen wurden auch schon geführt. Im eigentlichen Rennkalender mit der Rekordzahl von 21 Grand Prix war Deutschland nicht berücksichtigt worden.

DER LETZTE VETTEL-AUFTRITT ALS FERRARI-PILOT IN MONZA

Wegen der Coronavirus-Pandemie waren inklusive dem Auftakt am 15. März in Australien alle weiteren Grand Prix bis Ende Juni abgesagt oder verschoben worden, insgesamt betraf es zehn Rennen. Darunter auch den Großen Preis von Spanien. Der Grand Prix nahe Barcelona könnte am 16. August nachgeholt werden, ehe es nach einem freien Wochenende am 30. August mit dem Klassiker in Spa-Francorchamps weitergeht und am 6. September in Monza das Ferrari-Heimrennen auf dem Programm steht.

Für die Scuderia wird es Statistiken zufolge die 999. Grand-Prix-Teilnahme in die Formel-1-Historie sein, für Vierfach-Weltmeister Sebastian Vettel das letzte Mal, dass er im Königlichen Park mit einem Wagen des italienischen Traditionsteams antreten wird. Seine Zukunft ist weiter ungeklärt, er konnte sich mit Ferrari nicht auf einen neuen Vertrag nach dieser Saison und insgesamt sechs Jahren einigen.

"Er ist erst Anfang 30 und noch immer phänomenal schnell", sagte Vettel ehemaliger Teamchef Christian Horner von Red Bull auf der Formel-1-Homepage. "Vielleicht hat Mercedes Lust auf Kopfschmerzen und ihn mit Lewis in einem Team. Es wäre großartig für uns alle das zu erleben."

Wann eine Entscheidung über Vettels weitere Karriere oder womöglich das Ende selbiger mit dann 33 Jahren fällt, ist völlig offen. Es dürfte den Tross der Formel 1 aber solange begleiten. Vettel selbst äußerte sich nach dem Bekanntwerden des bevorstehenden Endes bei Ferrari nicht mehr öffentlich, er befindet sich in seiner Schweizer Wahlheimat mit seiner Familie und bereitet sich auf den Saisonstart vor.

TESTS FÜR PILOTEN UND PERSONAL VOR DER EINREISE

15 bis 18 Rennen wollen die Formel-1-Bosse in dieser Saison austragen, um die vollen TV-Gelder zu erhalten. In der erst recht eigenen Formel-1-Welt 2020 unter Corona-Bedingungen sieht das Konzept für den Spielberg-Auftakt beispielsweise vor, dass sich die Piloten und das restliche Formel-1-Personal vor der Einreise auf das Virus Sars-CoV-2 testen lassen müssen. Die Teams sollen außerdem in getrennten Hotels untergebracht werden. Die Zahl der Mitarbeiter pro Rennstall an der Strecke soll auf 80 begrenzt werden. Insgesamt sollen bei den Rennen in Österreich dem Veranstalter zufolge höchstens 2000 Personen dem Tross der Rennserie angehören.

Spielberg könnte im Erfolgsfall als Blaupause für die folgenden Grand Prix dienen. Die beiden finalen Rennen des Jahres sind einem Kalenderentwurf zufolge für den Dezember vorgesehen: Nach Bahrain (6.12.) könnte die Formel 1 eine Woche später traditionell in Abu Dhabi eine ihrer denkwürdigsten Saisons beenden.

dpa

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