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Formel 1 Corona, Schumacher, Feuer-Unfall: Das Formel-1-Jahr 2020
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Corona, Schumacher, Feuer-Unfall: Das Formel-1-Jahr 2020

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07:17 12.12.2020
Auf den Spuren seines berühmten Vaters: Mick Schumacher fährt ab 2021 in der Motorsport-Königsklasse. Quelle: James Gasperotti/ZUMA Wire/dpa
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Abu Dhabi

Es ist März. Freitag, der 13. Da kapituliert die Formel 1 vor der Corona-Pandemie und verschiebt den Saisonstart auf unbestimmte Zeit.

Knapp vier Monate später schaltet die Motorsport- Königsklasse doch noch in den Notbetrieb. Momente einer denkwürdigen Formel-1-Saison.

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NICHTS GEHT MEHR: Die Weltgesundheitsorganisation spricht längst von einer Pandemie - die Formel 1 hofft dennoch auf den Saisonstart in Melbourne Mitte März. Nach einem Corona-Fall im Fahrerlager muss erst McLaren um seinen deutschen Teamchef Andreas Seidl für den Grand Prix von Australien zurückziehen, dann wird auch der Saisonstart abgesagt. Eine Notsaison mit 17 Rennen wird später durchgezogen.

ABSCHIED VON ROT: Ferrari feiert 2020 sein 1000. Formel-1-Rennen. Vorher teilt Teamchef Mattia Binotto Sebastian Vettel telefonisch aber dessen Scuderia-Aus nach sechs Jahren zum Saisonende mit. "Es lag nie ein Angebot auf dem Tisch", meint Vettel überrascht zu seiner im Mai verkündeten Ausmusterung. Vier Monate später macht Aston Martin die Verpflichtung des früheren Weltmeisters ab 2021 perfekt.

RTL SCHALTET AB: Mit Michael Schumacher wird die Formel 1 bei RTL zum Prestigeprodukt. Seit 1991 überträgt der Kölner Sender um Boxengassen-Frontmann Kai Ebel die Motorsport-Königsklasse. Im Juni verkündet RTL das Ende seiner Live-Berichterstattung zum Jahresende. Von 2021 an sichert sich der Pay-TV-Sender Sky die Formel-1-Rechte und muss nur vier Rennen im Free-TV zeigen.

GRÜNES LICHT: Die Formel 1 schaltet in den Notbetrieb. Anfang Juni wird der Corona-Notkalender für die ersten acht Rennen in Europa mit dem Start am 5. Juli im österreichischen Spielberg bekanntgegeben. Die Rennställe müssen sich für die Grand Prix strengen Corona-Regeln unterwerfen, unter anderem sind regelmäßige Tests und Masken verpflichtend. Zuschauer sind fast komplett verboten.

PROTESTBEWEGUNG: In Spielberg wird Anfang Juli wieder gefahren. Die Piloten setzen vor dem Start ein Zeichen gegen Rassismus: 14 der 20 Formel-1-Stars gehen auf ein Knie. Die Fahrer um Weltmeister Lewis Hamilton, den stärksten Befürworter der Geste, tragen schwarze T-Shirts, die meisten mit der Aufschrift "End Racism". Hamiltons Shirt hat die Botschaft "Black lives matter".

DIE DEUTSCHE AUSHILFE: In Racing-Point-Mann Sergio Perez hat die Formel 1 Ende Juli in Silverstone auch den ersten Corona-Fall bei einem Fahrer. Wer springt ein? Nico Hülkenberg! Ein Defekt verhindert noch das erste Blitz-Comeback. Auch als späterer Ersatz für den ebenfalls positiv getesteten Perez-Teamkollegen Lance Stroll holt der Deutsche sogar zehn WM-Punkte.

ENDE EINER ÄRA: Nach dem Verkauf an eine US-Investmentgesellschaft zieht sich die Williams-Familie aus dem gleichnamigen Formel-1-Team zurück. Co-Teamchefin Claire Williams tritt Anfang September nach dem Grand Prix von Italien in Monza ab. Eine Ära endet. Ihr Vater Frank hatte den Rennstall 1977 zusammen mit Patrick Head gegründet. Insgesamt neunmal holte das Team den Konstrukteurs-Titel.

GÄNSEHAUT-GESTE: Lewis Hamilton stellt bei der Rückkehr auf den Nürburgring im Oktober den Sieg-Rekord von Michael Schumacher ein. In einem Gänsehaut-Moment erhält der Mercedes-Mann aus den Händen von dessen Sohn Mick einen roten Rennhelm der Formel-1-Ikone. Als "eine Ikone und eine Legende" würdigt der sichtlich gerührte Hamilton nach seinem 91. Grand-Prix-Erfolg Schumacher senior.

DER REKORDCHAMPION: Lewis Hamilton erreicht Mitte November den nächsten Formel-1-Meilenstein. In Istanbul sichert sich der Mercedes-Pilot vorzeitig seinen siebten WM-Titel und zieht mit Rekordchampion Michael Schumacher gleich. Wegen einer Erkrankung am Coronavirus muss Hamilton das vorletzte Rennen in Bahrain dann aussetzen, beim Finale in Abu Dhabi ist er wieder zurück.

FLUCHT AUS DEN FLAMMEN: Romain Grosjean übersteht einen schrecklichen Feuer-Unfall beim ersten Bahrain-Rennen Ende November wie durch ein Wunder. Erst nach 28 Sekunden kann sich der Haas-Pilot aus den Flammen retten. "Ich habe den Tod kommen sehen, ich hatte keine andere Möglichkeit, als da rauszukommen", sagt Grosjean, der nur Verbrennungen an den Händen erlitten hat.

WIEDER EIN SCHUMACHER: Das US-Team Haas bestätigt Mick Schumacher für 2021 als neuen Fahrer. 30 Jahre nach dem ersten Grand-Prix-Einsatz von Papa Michael bekommt die Formel 1 im Jahr 2021 also wieder einen Schumacher. "Es ist ein unglaubliches Gefühl", verkündet der Junior Anfang Dezember - und wird dann auch noch Formel-2-Champion. In Abu Dhabi dreht er im Haas schon erste Trainingsrunden.

© dpa-infocom, dpa:201211-99-661006/4

dpa