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Sportmix Fitte Fahrer, aber ein Problem bleibt: Start nach der Pause
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Fitte Fahrer, aber ein Problem bleibt: Start nach der Pause

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07:40 29.06.2020
Fiebern dem Start der Formel 1 entgegen: Sebastian Vettel (l-r), Lewis Hamilton und Daniel Ricciardo. Quelle: Scott Barbour/AAP/dpa
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Berlin

Lewis Hamilton brachte seinen muskulösen Körper in Form für den Angriff auf den Titelrekord von Michael Schumacher. Sebastian Vettel genoss ein verlängertes Wintertraining im Warmen für seine womöglich letzte Saison.

31 Wochen lagen zwischen dem Formel-1-Finale der Saison 2019 in Abu Dhabi und dem Auftakt der Corona-Saison 2020 am 5. Juli in Österreich. Lediglich unterbrochen durch ein paar Testrunden im Februar bei Barcelona. Viel Zeit zum Trainieren, selbst wenn das beim empfindlichen Punkt der Piloten nur schwer möglich ist.

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DER NEURALGISCHE PUNKT

Der Nacken ist das Problem. Besser gesagt, die Extrembelastung für den Bereich in den weit über 300 Stundenkilometern schnellen Rennwagen. Durch die verbesserte Aerodynamik haften die Autos auch in den Kurven noch besser, was nichts anderes heißt, als dass auch dort noch schneller gefahren wird. Die Fliehkräfte aber zerren an den Piloten: 10 Kurven sind es auf dem 4,3 Kilometer langen Red Bull Ring, hängende Kurven, steigende Geraden, heiß es auf der Homepage der Rennstrecke, auf der es nun losgeht. Von weit über 300 Stundenkilometer auf 60, dann wieder beschleunigen auf über 300.

Die ständigen Wechsel belasten den Nacken besonders, die Fahrer neigen den Kopf meist leicht entgegen der G-Kräfte. Erholungsmomente haben sie in den Rennen über anderthalb bis auch mal zwei Stunden praktisch keine. "Am Sonntag zum Rennende könnte manch einer Probleme bekommen", sagte der ehemalige Weltmeister-Trainer Daniel Schlösser (44) in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur und meint damit einen schmerzenden Nacken.

DAS PROBLEM MIT DEM TRAINING

Michael Schumacher baute sich einst eine spezielle Maschine zum Nackentraining. Sohn Mick, der mit der Formel 2 ebenfalls am Wochenende in Österreich in die Saison startet, zeigte jüngste, wie auch Nackentraining ziemlich unplugged geht: Mit einem Baum und einem Gummiband. Den Baum ersetzte Renault-Pilot Daniel Ricciardo durch einen Helfer "um meinen Nacken groß und schön zu machen", kommentierte der australische Formel-1-Pilot bei Instagram. Die Schwierigkeit besteht aber darin, die sich ständig wechselnde Dauerbelastung zu simulieren.

DIE SCHMERZEN DANACH

Die Fahrer seien in der Lage, durch das Adrenalin auch unter solchen Schmerzen ein Rennen zu fahren, meinte Schlösser. Was sie danach spüren würden, sei "kein normaler Muskelkater mehr", sondern mitunter auch schon leichte Zerrungen. Der 44 Jahre alte Diplom-Sportwissenschaftler und Physiotherapeut betreute unter anderem Nico Rosberg sieben Jahre und machte ihn fit für den WM-Triumph 2016.

WAS TUN?

Sieben Monate kein Rennen, dann drei an drei aufeinanderfolgenden Wochenenden. Nach dem Auftakt in Spielberg geht es an gleicher Stelle bereits fünf Tage später mit dem nächsten Training weiter. Die Tage sollten aber zur Erholung ausreichen, sagte Schlösser. Massagen und manuelle Therapien sind dann angesagt.

DIE GENERELLE FITNESS SOLLTE TOP SEIN

Nicht nur Sechsfach-Weltmeister Hamilton schwitzte mächtig in den zurückliegenden Wochen und Monaten. Mercedes-Teamkollege Valtteri Bottas spulte auf Korsika Kilometer mit dem Rad ab und verlegte den Gym jüngst kurzerhand auf die Strandpromenade von Monte Carlo. WM-Herausforderer Max Verstappen von Red Bull trimmt sich auf dem Balkon seines Apartments in Monaco gemäß dem Motto: Essen, schlafen, trainieren. "Die Cardio-Fitness sollte bei allen gegeben sein", meinte Schlösser. Dennoch dürfte es für alle heißen: Vorsicht Nackenschmerzen.

© dpa-infocom, dpa:200628-99-596728/4

dpa