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Boxen Hammer vor größtem Kampf: "Bin Person mit zwei Gesichtern"
Sportbuzzer Sportmix Boxen Hammer vor größtem Kampf: "Bin Person mit zwei Gesichtern"
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11:57 12.04.2019
Boxerin Christina Hammer beim Training in Atlantic City. Quelle: Edward Lea/The Press of Atlantic City
Atlantic City

In den USA ist der Kampf eine große Nummer: Doppelweltmeisterin Claressa Shields gegen Doppelweltmeisterin Christina Hammer. Beobachter sprechen vom größten Kampf in der Geschichte des Frauenboxens.

Die Amerikanerin Shields und die Deutsche Hammer sind bei den Frauen das, was Tyson Fury, Gennadi Golowkin, Saul Alvarez oder Anthony Joshua bei den Männern sind.

Die Dortmunderin hat fünf WM-Titel in ihrer Boxkarriere eingesammelt, derzeit ist sie WBO- und WBC-Championesse im Mittelgewicht. Shields hält die WM-Titel von WBA und IBF. Dazu ist die Amerikanerin Olympiasiegerin von 2012 und 2016. Viel mehr geht nicht. In der Nacht zum Sonntag (3.10 Uhr/DAZN) stehen sich die Titelgrößen in Atlantic City gegenüber. Es geht um alle vier Top-Titel.

"Das gab's noch nie: Langzeit-Weltmeisterin gegen Olympiasiegerin. Das ist ganz klar der größte Kampf im Frauenboxen und einem Männer-Kampf gleichzusetzen", versichert Hammer. Shields führt die klassenübergreifende Weltrangliste an, Hammer ist die Nummer zwei. Wer gewinnt, ist unumstrittene Weltmeisterin.

Das Mittelgewicht ist so etwas wie die Königsklasse bei den Frauen, denn schwerere Boxerinnen gibt es nicht viele. "Schon deshalb kann es der alles überragende Kampf sein", sagt Hammers Ex-Promoter Ulf Steinforth vom Magdeburger Stall SES. Dort stand sie bis 2015 unter Vertrag. "Wir haben sie aufgebaut und zur Weltmeisterin gemacht. Christina kann richtig gut boxen. Das ist deutlich anderes Boxen als zu Regina Halmichs Zeiten", betont Steinforth, gibt aber zu bedenken: "Frauenboxen ist schwierig, vergleichbar mit Frauenfußball. Ich habe mit Frauenboxen noch nie Geld verdient."

Auch Shields und Hammer werden nicht annähernd jene Börsen kassieren, die ihre männlichen Kollegen einstecken. "Das kann sich ändern. Deshalb müssen wir mehr auf uns aufmerksam machen", sagt Hammer. Als Unterwäsche-Model hat die 1,80 Meter große Athletin das schon versucht. Im Ring ist sie in 25 Profikämpfen unbesiegt. Shields hat nur acht Profikämpfe, aber zwei Olympiasiege. "Schön für sie, dass sie zweimal Olympiasiegerin ist. Für mich zählen andere Dinge", sagt Hammer. "Sie kann nur in kurzer Distanz Schläge landen. Ich bin technisch stärker und größer, kann sie auf Distanz halten." Hammer wurde in Kasachstan geboren und kam als Baby mit ihren Eltern nach Deutschland. Im Express-Tempo durchwanderte sie die Amateurboxschule und heuerte schon im Juniorinnenalter bei den Profis an. Mit 20 wurde sie Weltmeisterin. Seither hat sie den WBO-Titel nicht mehr abgegeben und andere hinzugewonnen. "Bis jetzt habe ich alles richtig gemacht", sagt sie. Weil die Eltern sie bedrängten, "etwas Ordentliches" zu lernen, machte sie Abitur und studiert Sportwissenschaften. "Wir haben Großes mit ihr vor", sagt ihr Manager Christian Jäger. "Vielleicht als Fernsehmoderatorin."

Hammer zeigt sich gern feminin und sexy. Dazu wollen Faustschläge ins Gesicht nicht passen. "Ich bin im Ring eine andere. Dann sind mir Veilchen egal", behauptet die 28-Jährige. "Aber wenn ich den Ring verlasse, bin ich eine normale Frau. Dann achte ich auf alles, was ich trage, wie ich aussehe." Shoppen gehört zu ihren Leidenschaften. "Ich habe ein eigenes Zimmer für Schuhe. Da stehen rund 150 Paar." Und nach kurzem Überlegen fügt sie hinzu: "Ich bin eine Person mit zwei Gesichtern." Am Samstag zeigt sie ihr grimmiges.

dpa

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