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Basketball Zukunfts-Investition: Basketballer wollen wieder spielen
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14:14 12.05.2020
Für das Finalturnier der BBL dürfen die Clubs jeweils zwei Spieler nachverpflichten. Quelle: Uwe Anspach/dpa
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München

Den Kampf gegen den drohenden Saison-Abbruch lassen sich die Basketballer einiges kosten.

Auf rund eine Million Euro beziffert die BBL-Spitze die Ausgaben für den Plan, die Spielzeit ab Anfang Juni mit zehn Teams in zwei Fünfer-Gruppen und anschließenden Playoffs ohne Zuschauer in München fortzusetzen und doch noch einen sportlichen Meister zu küren. Geld, das laut den Verantwortlichen gut investiert ist, um die Sportart in Deutschland populärer zu machen. "Wir wollen den Basketball ins Schaufenster stellen", sagt BBL-Geschäftsführer Stefan Holz.

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Schließlich wäre die Basketball-Bundesliga neben dem Fußball die einzige Mannschaftssportart, die in der Corona-Krise wieder spielt. Im Handball, Eishockey und Volleyball sind die Spielzeiten längst abgebrochen, erhöhte Aufmerksamkeit wäre den Korbjägern damit auf jeden Fall gewiss.

Vorausgesetzt, Politik und Behörden geben ihre Zustimmung für das ausgearbeitete Hygiene- und Sicherheitskonzept, würden alle Spiele aus dem Münchner Audi Dome live bei Magentasport zu sehen sein. Auch Sport1 will übertragen, ARD und ZDF hätten zudem ihr Interesse an Ausschnitten in den Morgenmagazinen und in der Sportschau am Sonntag bekundet.

Doch bis wirklich wieder Basketball gespielt wird, wartet noch viel Arbeit auf die zehn Clubs, die die Spielzeit zu Ende bringen wollen. Auf "tönernen Füßen" stehe das Konzept im Profi-Fußball, sagte Gladbachs Geschäftsführer Max Eberl am Montag. Das trifft auf die Pläne der BBL genauso zu.

Gibt die Politik ihre Zustimmung, sollen die Vereine dezentral an ihren Orten mit der Vorbereitung beginnen. Drei Wochen sollen die Spieler erhalten, um wieder in Form zu kommen. In dieser Zeit schlafen Spieler, Trainer und Betreuer zu Hause, werden dabei aber engmaschig auf das Coronavirus getestet. Gibt es einen positiven Fall, entscheidet das zuständige Gesundheitsamt vor Ort, wie lange der betroffene Spieler in Quarantäne muss und ob auch seine Teamkollegen davon betroffen sind.

Bringen alle zehn Vereine diese drei Wochen erfolgreich hinter sich, reisen sie nach München, wo nach den Vorstellungen der Liga am ersten Juni-Wochenende das Turnier beginnen soll. Alle sportlich Beteiligten beziehen für den kompletten Turnierverlauf ein Hotel, pro Club sieht das 45-seitige Konzept der Liga 22 Personen vor. Hinzu kommen zwölf Schiedsrichter. Alle bekommen Einzelzimmer, Kontakt zum Hotel-Personal ist ebenso verboten wie zu Personen, die nicht zu dieser Gruppe der aktiv Beteiligten gehören.

Drei Wochen lang werden die Spieler dann nur Hotel, Trainingshalle und Spielstätte sehen - eine Aussicht, die nicht jedem behagt. Zumal sich viele Spieler nicht richtig eingebunden fühlen in die Pläne der Liga. "Das kommt mir deutlich zu kurz. Dabei wäre es auch in der Argumentation nach außen sinnvoller, wenn hier geschlossen aufgetreten würde", sagte Ex-Profi Johannes Herber, Geschäftsführer der Sportler-Vereinigung Athleten Deutschland e.V., der Deutschen Presse-Agentur. "Ich warte noch auf die richtige Erklärung für das Turnier", sagte Nationalspieler Niels Giffey von Alba Berlin in der "Bild am Sonntag".

Die Verantwortlichen wollen das in den nächsten Tagen nachholen, sie sind insgesamt zuversichtlich, dass ihr Plan gelingt. Das Konzept sei hochsolide und genehmigungsfähig, meint Holz. Nun sei die Frage, ob es auch gewollt sei und in die Stimmungslage passe.

Pro Tag sollen zwei Spiele stattfinden, kein Team soll innerhalb von 24 Stunden zwei Mal antreten müssen. Wie bei einer EM oder WM. Bei den Partien sollen lediglich 130 Personen in und vor der Halle dabei sein. 50 Aktive (Spieler, Trainer, Schiedsrichter), 60 Passive (Schiedsgericht, Medienvertreter, Ordner), 20 vor dem Audi Dome (Sicherheitspersonal, Ordner).

Es ist ein hoch ambitioniertes Projekt, das sich die Basketballer da vorgenommen haben. Doch für Holz ist es alternativlos. Man habe in den vergangenen Jahren sehr viel in die Liga investiert, bei einem Abbruch sei dies fast alles umsonst gewesen.

dpa

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