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10:42 16.11.2015
Sven Dörendahl Quelle: Alexander Bley
Dresden

Pech für Eric Grosche: Ausgerechnet beim Matchball hämmerte der Angreifer seine Aufgabe ins Aus. Deshalb muss der 26-Jährige nun zahlen - "einen Kasten isotonisches Kaltgetränk", wie es Sven Dörendahl grinsend umschreibt. Dabei hatte der Trainer noch kurz vorher seinem Spieler selbigen Kasten selbst in Aussicht gestellt. "Ich hatte ihm beim 23:7 gesagt, wenn er das bis zum Ende durchzieht, bekommt er die Flüssignahrung. Doch die Regel besagt, wer einen Matchball verschlägt, muss einen ausgeben", erläutert der Coach.

Am Sonnabendabend hatte er genügend Grund für solche Späßchen. Denn die Volleyballer des VC Dresden gewannen das Spitzenspiel der 3. Liga Ost gegen den unmittelbaren Verfolger VGF Marktredwitz mit 3:1 (27:29, 25:19, 25:13, 25:8). Damit bleibt der Spitzenreiter auch im sechsten Spiel ungeschlagen und baut die Führung weiter aus. Bevor Sven Dörendahl allerdings ausgelassen scherzen konnte, musste er ziemlich laut werden. Im ersten Satz starteten seine Schützlinge äußerst verhalten, fast ängstlich. "Es fehlte auch emotional die Stimmung, die zu einem solchen Spitzenspiel gehört", bemängelte der Trainer, der dann selbst zum "Vulkan" wurde. Die Fehler seiner Mannschaft in Annahme und Angriff brachten den Ex-Profi auf die Palme. So ging nach zwei vergebenen Satzbällen in der heiß umkämpften Schlussphase dieser Akt an die Gäste.

Dörendahl reagierte, brachte für den an diesem Abend indisponierten Martin Kroß im Angriff Carsten Böttcher und Mitte des zweiten Abschnittes Daniel Schmitt im Zuspiel für Alex Meixner. Das erwies sich als goldrichtig. Schmitt sorgte für mehr Ordnung im VC-Spiel und Böttcher für höheren Angriffsdruck. Nach dem Satzausgleich diktierten die Elbestädter immer deutlicher das Spiel und zogen den jetzt überforderten Gästen aus Bayern im vierten Durchgang endgültig den Nerv. Den spektakulären Schlusspunkt setzte eben jener "Kanonen-Grosche" - wie der Angreifer schon früher betitelt wurde -, als er beim 17:7 zum Service kam. Mit Urgewalt und Präzision hämmerte er den Marktredwitzer Spielern die Bälle förmlich um die Ohren - bis auf den Matchball.

"Der Abstand zu den Konkurrenten ist jetzt etwas beruhigender, aber keinesfalls einer, auf dem wir uns ausruhen können", meinte Sven Dörendahl, der einmal mehr das Wort "Aufstieg" nicht in den Mund nehmen wollte, sondern sagte: "Es kann noch so viel passieren in der Saison. Und ob wir uns den Sprung in Liga zwei überhaupt leisten könnten, steht noch auf einem ganz anderen Blatt."

Astrid Hofmann

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