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Sport Regional Raúl Spank verabschiedet sich beim ISTAF in Berlin vom Leistungssport
Sportbuzzer Sport Regional Raúl Spank verabschiedet sich beim ISTAF in Berlin vom Leistungssport
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20:55 02.09.2016
Raúl Spank war 2009 in Berlin WM-Dritter.
Raúl Spank war 2009 in Berlin WM-Dritter. Quelle: dpa
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Dresden

Es war nur eine kurze Mitteilung auf Facebook: „Leere Sandgrube! Leider bin ich nicht fit für das ISTAF 2016. Das sportliche Karriereende bleibt leider unvollendet. Trotzdem freue ich mich sehr, mich am Samstag um ca. 15:50 Uhr am Ort meines größten Erfolges verabschieden zu dürfen.“ Mit diesen Worten umschreibt Raúl Spank eher unspektakulär und leise das Ende seiner Leistungssportkarriere. Es hat sich angedeutet und kommt für Insider nicht überraschend. Schon länger war es um den gebürtigen Dresdner, der einst für den DSC im Hochsprung Olympia-Fünfter in Peking 2008 und WM-Dritter 2009 in Berlin wurde und damit zum Hoffnungsträger der Leichtathletik in der sächsischen Landeshauptstadt avancierte, ruhig geworden.

Verletzungen warfen den ehrgeizigen Springer immer wieder zurück, verhinderten, dass er die von ihm manchmal auch sehr offensiv formulierten großen Ziele in die Tat umsetzen konnte. Die 2,33 m, die er am 29. August 2009 in Eberstadt überquerte, bleiben als Bestleistung für ihn zu Buche stehen. Obwohl er 2012 in der Halle noch einmal 2,32 m erreichte, verpasste er im gleichen Jahr wegen erneuter Verletzungen die Teilnahme an den Olympischen Spielen von London. Kurz darauf wechselte er nach Berlin, wollte noch einmal neue Reize setzen. Zuletzt versuchte er es sogar mit dem Dreisprung, die 17 Meter und damit die Teilnahme in Rio schien nicht außer Reichweite. Doch auch diesmal spielte der Körper nicht mit. Die Achillessehne bremste ihn aus.

„Im Juni stand es für mich fest, dass ich aufhöre“, sagte der Wahl-Berliner, der sich vor einigen Jahren mit einer regelmäßigen Kolumne in dieser Zeitung zu vielen Themen kompetent und locker äußerte. Im Rückblick auf seine Laufbahn zieht Spank trotz allem ein positives Fazit: „Ich verbinde sehr, sehr viele schöne Erinnerungen, Erlebnisse damit. Ich durfte viele interessante Menschen kennenlernen. Es war eine Zeit, die mich viel gelehrt hat für mein Leben insgesamt. Ich bin jetzt mit mir im Reinen.“ So erinnere er sich noch ganz genau an seine ersten Sprünge über 2,20 m oder 2,30 m und natürlich an die Olympischen Spiele in Peking. Aber auch der letzte deutsche Meistertitel im Dreisprung sei „cool gewesen“. Seine Liebe aber gehört dennoch dem Hochsprung. „Wenn ich an diese Disziplin denke, geht mir im Herzen die Sonne auf“, umschreibt er sein Gefühl.

Er sei noch ein wenig unsicher, wie es beruflich weitergeht. „Ich kümmere mich aber erst einmal mit einem befreundeten Berliner Therapeuten um ein Projekt zum Sport-Tuning. Da kann ich ja viel Erfahrung einbringen. Außerdem werde ich mich in Berlin um eine Stelle in der Energiewirtschaft bemühen, schließlich ist es das, was ich studiert habe“, so der Sachse, der am Sonnabend beim 75. ISTAF einen besonderen Rahmen für seine Verabschiedung vorfinden wird. Denn zum Jubiläum sind viele ehemalige Leichtathletik-Legenden eingeladen, darunter 19 deutsche Olympiasieger.

Von Astrid Hofmann