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Sport Regional HC Rödertal verbucht ein dickes Minus
Sportbuzzer Sport Regional HC Rödertal verbucht ein dickes Minus
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19:10 05.06.2018
Andreas Zschiedrich hat viel Arbei vor sich. Quelle: Foto: Steffen Manig
Dresden

Vor knapp zwei Wochen haben sich die Handballerinnen des HC Rödertal aus einer insgesamt blamablen Bundesliga-Saison verabschiedet. Nur einen Punkt konnte der Erstliga-Aufsteiger, der für den insolventen HC Leipzig nachgerückt war, erkämpfen. So schlecht war seit 2001, als Germania List nicht einen Zähler holte, kein Aufsteiger mehr. Im DNN-Interview zieht HCR-Präsident Andreas Zschiedrich Bilanz.

Wie ist Ihre Gemütslage derzeit?

Die Stimmung ist gedrückt. Es schwingt immer noch eine große Enttäuschung mit. Nicht darüber, dass wir abgestiegen sind, sondern das WIE ärgert mich. Wir hatten uns schon eine Minichance ausgerechnet, ich selbst hatte auf neun bis zwölf Punkte gehofft. Alle Maßnahmen, die wir jedoch ergriffen und die zum Teil viel Geld gekostet haben, sind verpufft. Die Nachverpflichtung von Spielerinnen und einem Trainer. Zudem haben wir in der Rückrunde einen Mentaltrainer engagiert, der erst einmal alles analysiert hat. Damit kamen alle Probleme im Team auf den Tisch und es hat richtig geknallt. Statt die Mannschaft zu pushen, wurde genau das Gegenteil erreicht.

Bereuen Sie, dass der HCR als Nachrücker das Abenteuer gewagt hat?

Nein, zu dieser Entscheidung stehen wir. Zumindest haben wir viele Erfahrungen gesammelt, konnten im Umfeld großen Enthusiasmus auslösen. Was die Spieltagsausrichtung anbetrifft, waren wir erstligatauglich und auch unser Zuschauerschnitt von etwa 580 Besuchern kann sich sehen lassen. Auch das Spiel in der Dresdner Arena war ein Erfolg und gut für unser Image. Was wir allerdings unterschätzt hatten, war die geringe Vorbereitungszeit durch die späte Entscheidung bezüglich des HC Leipzig durch die Liga. Gerade den Spielerinnen aus Leipzig fehlte es an der nötigen Fitness. Trainer Karsten Knöfler, der eigentlich für die 2. Bundesliga geholt wurde, stand plötzlich vor einer Mammutaufgabe, die er nicht bewältigt hat. Sein Nachfolger Maximilian Busch hat zwar einige bessere Ergebnisse erzielt, aber der große Umschwung kam nicht. Die Integration von jungen Spielerinnen ist ihm jedoch sehr gut gelungen.

Hat sich der Verein mit diesem Erstliga-Abenteuer auch finanziell übernommen?

Ja. Wir gehen mit einem erheblichen Defizit, das im hohen fünfstelligen Bereich liegt, aus der Saison. Wir haben viele Ausgaben getätigt, die nicht im Budget eingeplant waren, wie die Verpflichtung eines neuen Trainers oder die Verträge für Spielerinnen, die als Anschlusskader im Juniorteam eingesetzt wurden. Und das ist am Ende auch noch abgestiegen und spielt nun in der Sachsenliga. Diese Ausgaben konnten nicht durch Einnahmesteigerungen gedeckt werden. Und durch die Misserfolge blieben am Ende auch Zuschauer weg, zuletzt waren es gerade noch 400.

Was bedeutet das für die neue Saison?

Dass wir auf jeden Fall kleinere Brötchen backen müssen. Denn wir müssen nicht nur das Defizit aus dieser Spielzeit abbauen, sondern es fallen auch die 100 000 Euro weg, die uns Sponsoren als Sonderfinanzierung für die erste Liga zukommen ließen. Leider sind durch den Misserfolg inzwischen auch drei weitere Sponsoren abgesprungen, was richtig weh tut. Eine Maßnahme wird sein, den Kader von 20 auf 14 Spielerinnen zu reduzieren.

Elf Spielerinnen sind weg – wer bleibt und welche Neuzugänge gibt es schon?

Torfrau Ann Rammer sowie die Feldspielerinnen Kamila Szczecina, Brigita Ivanauskaite, Sarolta Selmeci, Tammy Kreibisch, Lisa Loehnig, Grete Neustadt, Julia Mauksch und wenn einige interne Probleme gelöst sind, auch Jessica Jander und Egle Alesiunaite. Neuzugänge sind Meret Ossenkopp vom Buxtehuder SV II, auf der linken Außenbahn Rabea Pollakowski von der HSG Hannover-Baden-stedt und für die Kreismitte die Dänin Thilde Boesen, die zuletzt bei Bjerringbro FH in der 1. Division in Dänemark spielte. Wir suchen noch eine Torfrau und werden demnächst noch zwei weitere junge Spielerinnen verpflichten.

Welches Ziel geben Sie für die nächste Saison aus und wann beginnt die Vorbereitung?

Wir wollen im Mittelfeld mitspielen. Unser oberstes Ziel ist die sportliche und finanzielle Konsolidierung. Natürlich würden wir Probleme bekommen, wenn sich Stammspielerinnen verletzen. Die Vorbereitung startet am 4. Juli, die Saison beginnt am 7. September.

Von Astrid Hofmann

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