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Sport Regional Dresdner Duo hofft auf Medaillen
Sportbuzzer Sport Regional Dresdner Duo hofft auf Medaillen
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18:41 21.08.2018
Steffi Kriegerstein und Tom Liebscher wollen bei den Weltmeisterschaften Portugal an ihre großen Erfolge anknüpfen. Quelle: Anja Schneider
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Dresden

Der Dresdner Kanu-Olympiasieger Tom Liebscher fühlte sich am Dienstag ein wenig kaputt, bevor er in Frankfurt in den Flieger nach Porto stieg. Von Donnerstag bis Sonntag ist das beschauliche Montemor-o-Velho Schauplatz der diesjährigen Weltmeisterschaft. „Die letzten beiden Wochen haben wir in Duisburg ordentlich rangeklotzt“, berichtet Liebscher, der zugibt: „Bei mir ist es wie immer zu diesem Zeitpunkt. Ich weiß noch nicht so richtig, wo ich stehe. Im Training hat sich das gut angefühlt. Wir haben sehr konsequent gearbeitet. Jetzt fehlt mir nur noch ein wenig Erholung. Ich denke aber, die wird sich bis zu den Wettkämpfen einstellen“, ist der 25-Jährige zuversichtlich.

Bereits am Donnerstag ist er im Kajak-Einer über 500 Meter erstmals gefordert. „Der Vorlauf dürfte kein Problem sein, Halbfinale und Finale finden erst am Freitag statt“ so der Schützling von Trainer Jens Kühn. Am Sonnabend folgt der Vorlauf im K4, bei dem sich der Erstplatzierte direkt für den Endlauf am Sonntag qualifiziert. „Wenn wir da gleich eine Duftmarke an die Konkurrenz senden könnten, wäre das super“, hofft Liebscher, der Europameister Spanien als Favoriten sieht, aber auch andere wie Russland, Ungarn oder Tschechien nicht unterschätzt. Beim letzten Test am vergangenen Sonnabend in Duisburg sei der deutsche Vierer, zu dem noch Max Rendschmidt (Essen), Ronald Rauhe (Potsdam) und Max Lemke (Mannheim) gehören, ähnlich schnell wie im Vorjahr gewesen.

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Ganz zufrieden zeigt sich der Elbestädter aber nicht: „Das Rennen lief vom Team her ziemlich zerfahren ab, weil jeder schon mächtig platt war. Da fehlte das Feintuning. Das sollten wir aber hinbekommen.“ Dass die Titelverteidiger mindestens mit einer Medaille heimkehren wollen, versteht sich fast von selbst. Seinen Titel im K1 über 1000 Meter kann der Dresdner bekanntlich nicht verteidigen, weil er den Ausscheid gegen Max Rendschmidt verlor. Was über die halbe Distanz möglich ist, kann Liebscher nur schwer einschätzen, zumal er bei der EM in Belgrad in dieser Bootsklasse nicht startete. Immerhin war er aber schon 2013 Weltmeister und 2014 und 2016 Europameister. „Sicher ist eine Medaille mein Ziel, aber ich habe in dieser Saison auch gelernt, dass nicht immer alles so läuft, wie man das plant“, verweist er auf seine Erfahrungen.

Gut vorbereitet und voller Zuversicht stieg am Dienstag KCD-Clubgefährtin Steffi Kriegerstein in den Flieger. „An Montemor habe ich nur gute Erinnerungen, weil ich dort im U23-Bereich schon sehr erfolgreich war. Die Strecke gehört zu meinen liebsten“, verrät die olympische Silbermedaillengewinnerin, die mit der Magdeburgerin Jasmin Fritz im K2 über 500 Meter und mit Tina Dietze (Leipzig), Franziska Weber und Conny Waßmuth (beide Potsdam) im K4 über 500 Meter startet. Nach einem eher chaotischen Saisonverlauf für den Vierer, hat sich nun doch noch eine konkurrenzfähige Besatzung gefunden. So kehrte mit Tina Dietze eine erfahrene Athletin zurück.

„Zuletzt lief das Boot wirklich nicht schlecht“, meint Kriegerstein vorsichtig optimistisch, fügt aber hinzu: „Natürlich müssen wir in dem starken Feld die Nerven behalten.“ Platz fünf gibt Kriegerstein für beide Disziplinen als Minimalziel an. Immerhin konnte sie mit Jasmin Fritz bei der EM auf Anhieb Bronze gewinnen. Außer China (fehlt wegen Asienspielen) kommen natürlich nun auch starke Nationen wie Neuseeland oder Australien dazu, wie Jens Kühn zu bedenken gibt. Der Coach wird gemeinsam mit Freunden, den Eltern von Tom Liebscher und der Mama von Steffi Kriegerstein die Dresdner auf der Tribüne unterstützen.

Von Astrid Hofmann