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Sport Regional DSC-Neuzugang Lena Stigrot auf Stippvisite in Dresden
Sportbuzzer Sport Regional DSC-Neuzugang Lena Stigrot auf Stippvisite in Dresden
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18:14 22.06.2018
Lena Stigrot steht auf einer alten Straßenbahn im Schankhaus „Dresden 1900".
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Dresden

Es hat eine Weile gedauert, bis sie ihre „Komfortzone“ verlassen wollte, doch jetzt hat Volleyball-Nationalspielerin Lena Stigrot den Schritt gewagt: Nach neun Jahren bei den Roten Raben Vilsbiburg hat die 23-Jährige einen Zweijahresvertrag beim Dresdner SC unterschrieben. Am Donnerstag und Freitag schaute sich die in Bad Tölz geborene und in Lenggries aufgewachsene Außenangreiferin mit ihrer Mutter in der Elbestadt um und besichtigte dabei ihre künftige Wohnung.

Ihr neues Domizil liegt im Stadtzentrum, ist schon möbliert: „Es fehlen nur noch ein paar Kleinigkeiten“, freut sich die Oberbayerin, die ihre sportliche Laufbahn im Skiort Lenggries als Beachvolleyballerin begann. Die ersten Eindrücke vom Stadtbummel in Elbflorenz haben ihre Vorfreude auf das Engagement beim deutschen Pokalsieger noch verstärkt. Aber schon vorher war ihr klar: „Der DSC ist eine der tollsten Adressen, die man in Deutschland anlaufen kann.“

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Schon länger habe sie das Team im Blick gehabt, erklärt sie. Als Trainer Alexander Waibl aber vor einem Jahr konkret anfragte, ob sie nach Dresden kommen wollte, zögerte sie noch und blieb in Bayern, um sich noch weiter zu verbessern. Das gelang – nicht ohne Grund stieg die 1,84 Meter große Außenangreiferin zum Kapitän der Raben auf. Nach einer starken Saison fühlte sie sich dann auch wirklich bereit, dem Ruf aus Dresden zu folgen. „Das Bauchgefühl hat ,Ja‘ geschrien!“, blickte sie auf den Moment zurück, als ihr Waibl am Telefon den Wechsel erneut schmackhaft machte. Die Konstellation beim DSC passte ihr auch: „Ich bin froh, dass so viele Mitspielerinnen geblieben sind.“ Besonders freut sie sich auf das Zusammenspiel mit Mareen Apitz, mit der sie schon zwei Sommer lang im Nationalteam auf Länderspielreise war.

Waibl ist „super froh“, dass er seine Wunschspielerin endlich bekommen hat. „Ich hatte die Gelegenheit, Lenas Entwicklung über viele Jahre zu verfolgen. Ursprünglich ist sie ja als Mittelblockerin auf die Welt gekommen, hat sich dann klugerweise, weil sie ja nicht die allerlängste Spielerin ist, Richtung Außenposition orientiert. Letztes Jahr hat sie noch einmal einen richtig guten Schritt gemacht.“ Es sei im Endeffekt richtig gewesen, 2017 auch andere Angebote aus Schwerin und Stuttgart auszuschlagen und noch ein Jahr in Vilsbiburg zu spielen: „Man konnte beobachten, wie sie immer stabiler geworden ist“, so Waibl. Er sieht in Stigrot „eine sehr athletische, physische Spielerin, die Power und Energie in eine Mannschaft trägt – sowohl was Physis als auch Emotionalität angeht“. Sie könne dem DSC auf den Außenpositionen deutlich mehr Durchschlagskraft verleihen.

Obwohl Lena Stigrot sehr heimatverbunden ist – ihr Freund wohnt auch in Lenggries –, wollte sie jetzt was unbedingt etwas Neues probieren. „Das hat sich in den letzten zwei Jahren herauskristallisiert“, gibt sie zu. Offen spricht sie von Titeln, die sie mit dem DSC gewinnen will. Große Anpassungsschwierigkeiten erwartet sie nicht: „Ich glaube, ich kann mich sehr schnell in ein Team einfügen.“

Das muss sie auch, wenn sie viel spielen und ihren Platz in der Nationalmannschaft verteidigen will. Ob sie im Herbst bei der WM in Japan dabei ist, weiß sie noch nicht. Sie schätzt ihre Chancen aber als gut ein: „Wir haben jetzt in der Nations League 15 Spiele gemacht, in zwölf Spielen war ich im Einsatz, fast immer die erste Wechseloption auf dem Außenangriff.“ Vom 29. Juni bis zum 6. Juli ist sie wieder beim Nationalteam in Schwerin, dann macht sie zehn Tage Urlaub auf Bali, ehe es am 6. August wieder zur Auswahl von Bundestrainer Felix Koslowski geht.

Mittendrin will die Studentin an der Fernhochschule Riedlingen noch eine Klausur schreiben. International Management heißt ihr Fachgebiet, auf dem sie nach dem Karriereende als Sportlerin beruflich Fuß fassen will. Nur Volleyball zu spielen, das wäre ihr zu wenig: „Das Studium ist für den Kopf ganz gut.“

Von Jochen Leimert