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Reisereporter Thailand: Lockerung der Corona-Regeln und Überschwemmungen
Reisereporter

Thailand: Lockerungen der Corona-Regeln und Überschwemmungen

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12:18 01.10.2021
Nach schwerem Monsunregen in Thailand stehen vor allem in den Zentralregionen mindestens 70.000 Häuser unter Wasser.
Nach schwerem Monsunregen in Thailand stehen vor allem in den Zentralregionen mindestens 70.000 Häuser unter Wasser. Quelle: Varuth Pongsapipatt/SOPA Images via ZUMA Press Wire/dpa
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Bangkok

Vollständig Geimpfte müssen bei der Einreise nach Thailand ab sofort nur noch sieben statt wie bisher 14 Tage in Hotel-Quarantäne. Für nicht-geimpfte Besucher gilt eine zehntägige Quarantänepflicht.

Die neuen Regeln sind Teile der von der Regierung beschlossenen Corona-Lockerungen, die am Freitag in Kraft getreten sind. Auch die nächtlichen Ausgangsbeschränkungen werden um eine Stunde verkürzt: Sie gelten nun von 22.00 bis 4.00 Uhr statt wie bisher ab 21.00 Uhr. Damit können auch Restaurants, Shopping Malls und Geschäfte wieder länger öffnen.

Sinkende Corona-Zahlen lassen Tourismus auf Erholung hoffen

Die Corona-Zahlen in dem südostasiatischen Urlaubsland mit rund 70 Millionen Einwohnern waren zuletzt gesunken. Am Freitag verzeichneten die Behörden rund 11.600 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden. Im August lag die Zahl der täglichen neuen Fälle zeitweise bei mehr als 20.000. Wegen der positiven Tendenz durften am Freitag auch Schönheitssalons, Spas, Kinos und Fitnessstudios wieder aufmachen.

Voraussichtlich ab November könnte die Quarantäne für vollständig Geimpfte in vielen beliebten Urlaubsgebieten ganz wegfallen - so der Plan der Regierung, falls die Zahlen weiter sinken. Damit hoffen die Behörden, den für das Land extrem wichtigen Tourismussektor wiederzubeleben.

Thailand erlebte im Frühjahr seine bisher schwerste Welle

Die größten Inseln Phuket und Ko Samui versuchen bereits seit Juli dank spezieller Projekte für geimpfte Urlauber einen Neustart. Auch auf Phuket gab es am Freitag (1. Oktober) weitere Lockerungen für Touristen: Sie müssen sich nun unter anderem nur noch die ersten sieben Tage statt wie bisher 14 auf der Insel aufhalten, bevor sie andere Provinzen besuchen dürfen. Damit wollen die Behörden mehr Gäste anlocken: Bisher hätten nur knapp 38.000 Touristen aus aller Welt das Programm in Anspruch genommen, berichtete die Zeitung "Bangkok Post".

Im vergangenen Jahr galt Thailand noch als Vorzeigeland im Kampf gegen die Pandemie - seit April erlebte der Staat aber seine bisher schwerste Welle. Bislang sind weniger als ein Viertel der Bevölkerung vollständig geimpft.

Schwere Überschwemmungen in Bangkok und Ayutthaya

Nach schwerem Monsunregen in Thailand stehen vor allem in den Zentralregionen mindestens 70.000 Häuser unter Wasser. Betroffen sind bislang 30 Provinzen, darunter vor allem die historische Region Sukhothai 400 Kilometer nördlich der Hauptstadt Bangkok. Zwar seien die wichtigsten Touristenattraktionen bislang verschont geblieben, jedoch habe Tropensturm Dianmu die meisten Zufahrtswege verwüstet, zitierte die Zeitung "Bangkok Post" am Donnerstag örtliche Reiseveranstalter.

Wegen des steigenden Pegels des mächtigen Flusses Chao Phraya, der auch durch Bangkok fließt, werden weitere Überschwemmungen befürchtet. In verschiedenen Orten des Einzugsgebiets, darunter in Bangkok und in der alten Königsstadt Ayutthaya, versuchten Helfer wichtige Gebäude mit Sandsäcken zu schützen, berichteten lokale Medien. Ayutthaya mit seinem Geschichtspark - einer archäologischen Stätte mit Palästen, buddhistischen Tempeln, Klöstern und Statuen - ist eine der größten Touristenattraktionen des Landes.

Kein Grund zur Sorge?

Die Behörden teilten derweil mit, es sei keine Wiederholung der verheerenden Überflutungen von 2011 zu befürchten. Im Vergleich zu damals sei der Wasserstand in den vier größten Staudämmen des Landes viel niedriger, teilte das königliche Bewässerungsamt mit. "Die Situation ist nicht die gleiche wie 2011. Die Leute sollten deshalb keine Panik haben", sagte Pakorn Ataphant von der Agentur für Geoinformatik.

Während der Regenzeit in Thailand zwischen Juli und Oktober kommt es immer wieder zu Überschwemmungen. Vor zehn Jahren hatten Wassermassen weite Landstriche, Industrieparks mit Hunderten Fabriken und Teile Bangkoks überflutet. Viele Fabriken blieben wochenlang geschlossen. Mehr als 800 Menschen kamen ums Leben.

© dpa-infocom, dpa:211001-99-440044/6

dpa