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Wie Deutsche auf Mallorca mit der Reisewarnung umgehen

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10:26 17.08.2020
Die Mallorca-Urlauber Sabine (r), Alex und Renate hatten ihre Koffer bereits für den Hinflug gepackt, als sie von der Reisewarnung erfuhren. Quelle: Alexandra Wilms/dpa
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Palma de Mallorca

Tausende deutsche Touristen hat die Reisewarnung für Mallorca mitten in ihrem Traumurlaub auf der beliebten Ferieninsel erreicht. Die meisten, mit denen die Deutsche Presse-Agentur vor Ort sprach, reagieren ziemlich cool. Melanie und Karsten sitzen auf einem Mäuerchen, das den Strand von Palma von der Promenade trennt.

"Wir sind nicht sonderlich überrascht, dass Mallorca jetzt Risikogebiet ist - wir wussten schon vorher, dass der Schuss auch nach hinten losgehen kann", sagt Melanie. Die beiden sind vergangenen Mittwoch auf der Insel gelandet. Die beiden bereuen nicht, dass sie gekommen sind. "Wir wollten vor allem mal eine Woche weg und nichts von Corona hören", lacht Melanie - "das hat ja jetzt nicht geklappt. Aber bei der derzeitigen Lage wollen wir einfach jeden Tag genießen und im Jetzt leben."

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Urlauber berichten über gute Hygienebedingungen in den Hotels

Auf Mallorca hätten sie sich bisher nicht unsicherer gefühlt als zu Hause, auch wenn nicht jeder hier die Maskenpflicht gleich ernst genommen habe. Aber gerade im Hotel sei alles vorbildlich. Dort habe man bei den Angestellten aber auch deutlich die Folgen der Reisewarnung gespürt: "Die waren gestern alle noch total gut drauf, und heute Morgen waren plötzlich alle merklich angespannt", berichtet Karsten. Kein Wunder, die Menschen fürchten um ihren Arbeitsplatz. Die Branche steht für 35 Prozent der Wirtschaftsleistung der Inseln.

Auch wenn die Urlauber, die jetzt schon auf Mallorca sind, sich im Risikogebiet durchaus wohl fühlen, die Abstimmung mit den Füßen ist eindeutig: Im vergangenen Jahr reisten mehr als 4,5 Millionen Deutsche auf die Balearen. Dieses Jahr sind auf dem Höhepunkt der Feriensaison gerade mal rund 30.000 Deutsche vor Ort. Und jetzt läuft auch noch die Rückreisewelle an, Pauschalreisen werden abgesagt.

Eine 26-Jährige aus Niedersachsen, die ihren Namen lieber nicht nennen möchte, äußert Zweifel am Sinn der deutschen Entscheidung. "Ich finde es schwierig, dass ausgerechnet Mallorca zum Risikogebiet erklärt wird. Die Abstandsregeln werden hier vergleichsweise gut eingehalten. Hier ist weniger los als an der Nord- oder Ostsee, und dort wird weniger auf den Abstand geachtet als hier", sagt sie.

Ausbleiben deutscher Touristen befürchtet

"Ich bin eigentlich eher froh, dass wir schon hier waren, als die Insel zum Risikogebiet erklärt wurde - ich wüsste nicht, ob wir sonst geflogen wären", räumt die Niedersächsin ein. Genau dies ist es, was die Reisewarnung beabsichtigt und Tourismusunternehmer und ihre Angestellten auf Mallorca fürchten: Dass nun auch die letzten Deutschen einen Bogen um die Inseln machen.

Oliver und seine Freundin Sabrina aus Osnabrück sind unterwegs zum Wasser. "Wir sind extra so früh hier, damit der Strand noch ein bisschen leerer ist", sagte der 27-Jährige. "Wir genießen jetzt noch unseren Urlaub, ändern können wir ja eh nichts mehr", sagt die 22-jährige Sabrina. Aber ärgerlich sei das schon alles. "Mal schauen, wie das jetzt mit der Rückreise läuft. Wir werden wohl den Test am Flughafen in Anspruch nehmen, und dann halt schauen, was der Arbeitgeber sagt", meint Oliver. Für den Rest des Urlaubs wollen die beiden jetzt so viel Zeit wie möglich im Hotel verbringen und Menschenmassen möglichst meiden. "Im Hotel ist das Sicherheits- und Hygienekonzept sehr gut, am Strand hält sich nicht jeder an den Abstand", berichtet Oliver.

Sabine, Alex und Renate im Partnerlook mit Blumenmuster hat die Reisewarnung sogar noch in Deutschland erwischt und sie sind trotzdem geflogen. "Unsere Koffer waren ja schon gepackt, eine andere Option gab es nicht", lacht die 29-jährige Renate. Freundin Sabine erklärt, dass sie ohnehin einen ruhigen Urlaub auf einer Finca geplant hatten: "Wir sind dieses Jahr nicht für Party auf Mallorca, sondern werden in unserer Woche Ferien viel auf der Finca sein und vielleicht mal essen gehen, Menschenmassen aber auf jeden Fall meiden."

© dpa-infocom, dpa:200817-99-194412/3

dpa