Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Reisereporter Im Breitenauer See wird das Wasser abgelassen
Reisereporter

Im Breitenauer See wird das Wasser abgelassen

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:17 10.03.2021
Alte Autoreifen liegen an einer trockenen Stelle des zum größten Teil abgelassenen Breitenauer Sees. Nur noch wenig Wasser befindet sich in dem künstlich angelegten Badesee, der seit Dezember zu Sanierungsarbeiten abgelassen wird.
Alte Autoreifen liegen an einer trockenen Stelle des zum größten Teil abgelassenen Breitenauer Sees. Nur noch wenig Wasser befindet sich in dem künstlich angelegten Badesee, der seit Dezember zu Sanierungsarbeiten abgelassen wird. Quelle: Andreas Rosar/dpa
Anzeige
Weinsberg

Das geplante Ablassen des Wassers im beliebten Breitenauer Sees bei Obersulm (Kreis Heilbronn) zieht sich noch länger hin. "Es dürfte Ende April werden, bis das Wasser ganz raus ist", sagte eine Sprecherin des Wasserverbands Sulm.

Vorausgesetzt es regnet bis dahin nicht so stark." Ziel des Sanierungsprojektes ist es, die insgesamt einst 2,3 Millionen Kubikmeter Wasser in das Flüsschen Sulm abzulassen - in gemäßigtem Tempo, damit die Fische und Vögel, die hier ihr Winterquartier bezogen haben, nicht gefährdet werden.

Der künstlich angelegte See ist seit 1986 die größte Hochwasserschutzanlage des Wasserverbands und wichtig unter anderem für die Städte Heilbronn und Neckarsulm. Rückhaltebecken müssen alle 10 bis 20 Jahre untersucht werden. Dazu muss das komplette angestaute Wasser abgelassen werden, dieser Vorgang dauert rund 170 Tage. Der letzte komplette Seeablass ist nach Verbandsangaben schon 25 Jahre her.

Beim Ablassen gilt es auch, ein Ausbreiten des Sumpfkrebses zu verhindern. "Der Rote Amerikanische Sumpfkrebs verbreitet die für heimische Flusskrebsarten tödliche Krebspest und schädigt die heimische Fauna", hatte der Wasserverband bereits gewarnt. Es bestehe nun die Gefahr, dass sich der von Unbekannten dort eingeführte Krebsauf die Suche nach anderen Gewässern mache. Entlang einer Seeuferstrecke von 2,5 Kilometern Länge wurden Amphibienschutzzäune aufgestellt, um das Abwandern des unerwünschten Eindringlings zu erschweren. Krebse sollen abgefischt und umgesiedelt werden.

Nach Angaben des Naturschutzbunds Nabu ist der Rote Amerikanische Sumpfkrebs etwa zwölf Zentimeter groß. Er wird aufgrund seiner leuchtend roten Färbung gerne für heimische Aquarien gekauft und als Speisefisch geschätzt. Der Allesfresser vermehrt sich rasant und fresse Fisch- und Amphibienlaich. Der Exot ist eigentlich im Süden der USA und in Nordmexiko beheimatet, sorgt aber auch am Breitenauer See seit Jahren für Ärger.

© dpa-infocom, dpa:210309-99-752834/5

dpa