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Umland Wohngrundstücke gewinnen im Kreis Meißen an Wert
Region Umland Wohngrundstücke gewinnen im Kreis Meißen an Wert
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18:20 18.06.2018
Quelle: Foto: Monika Skolimowska, dpa
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Radebeul

Die Lößnitzstadt ist und bleibt das teuerste Pflaster im Landkreis Meißen, was Wohnraum betrifft. In Radebeul wurden im vorigen Jahr beim Verkauf von Bauland Quadratmeterpreise bis zu 503 Euro erzielt. Zwar konnte der Spitzenwert (518 Euro je Quadratmeter) aus dem Vorjahr nicht getoppt werden, aber der maximale Quadratmeterpreis in 2017 lag immer noch 87 Euro höher als 2015. Dies geht aus der jüngsten Grundstücksmarktinformation des Landratsamtes Meißen hervor.

Der Gutachterausschuss hat landkreisweit 2932 Grundstückskäufe in 2017 registriert. Die gezahlten Höchstpreise sind danach pro Quadratmeter für noch unbebaute Wohnflächen in Coswig in den zurückliegenden drei Jahren von 136 Euro (2015), 123 Euro (2016) auf 172 Euro (2017) gestiegen. Besonders auffallend ist die Entwicklung in Weinböhla: Hier lag der gezahlte Höchstpreis pro Quadratmeter im vorigen Jahr mit 299 Euro mehr als doppelt so hoch gegenüber 2016 (140 Euro) und 2015 (147 Euro). Auch auf der anderen Elbseite legen Häuslebauer im Speckgürtel von Dresden von Jahr zu Jahr mehr Euroscheine für ein Baugrundstück auf den Tisch: So beobachtete der Gutachterauschuss in Klipphausen in 2017 einen Höchstpreis von 164 Euro je Quadratmeter, eine Erhöhung um 34 Euro im Vergleich zum Vorjahr.

Die gezahlten Maximalpreise wirken sich auf die Entwicklung der Bodenrichtwerte aus. Hierbei handelt es sich um Durchschnittswerte, die aus einer Vielzahl von Grundstücksverkäufen aller zwei Jahre berechnet werden. In Radebeul liegt der Höchstwert zum Stichtag 31. Dezember 2016 bei 314 Euro pro Quadratmeter, ein Anstieg um 28 Euro gegenüber Ende 2014. Der Spitzenwert gilt für einige Flächen in den von Villen geprägten Wohngebieten in Ober- und Niederlößnitz. Der Bodenrichtwert in einer nicht sehr attraktiven Lage zwischen Meißner Straße und Bahngleisen in Radebeul-West beträgt dagegen „nur“ 137 Euro und bildet eine Ausnahme. Denn beim Bodenwert für Wohnbauflächen ist eine zwei an der ersten von drei Stellen in der Lößnitzstadt typisch. So liegt er derzeit beispielsweise für Grundstücke südlich des Dorfangers in Altkötzschenbroda bei 272 Euro, nördlich davon bei 253 Euro je Quadratmeter.

In Coswig ist der maximale Bodenwert innerhalb von zwei Jahren von 97 auf 135 Euro je Quadratmeter gestiegen. Auffällig ist die Entwicklung in den Dresden nahen Ortschaften wie Constappel, Gauernitz, Klipphausen Sachsdorf und Weistropp, wo Anstiege von zum Beispiel 54 Euro auf 92 sowie von 65 auf 110 Euro pro Quadratmeter als Extremwerte in der Bodenrichtswertkarte des Landkreises Meißen herausragen. Die Aktualisierung der Bodenrichtwerte erfolgt im nächsten Jahr und weitere Steigerungen zeichnen sich schon jetzt ab.

In seinem jüngsten Informationsbericht stellt der Gutachterausschuss auch die Preisentwicklung auf dem Eigentumswohnungsmarkt dar. Auch diese Liste führt Radebeul mit großem Abstand an. So ist der aus Erstverkäufen von Eigentumswohnungen ermittelte Medianwert in 2017 um 1088 Euro auf 4290 Euro je Quadratmeter gegenüber dem Vorjahr gestiegen, eine Steigerung von 1599 Euro im Vergleich zu 2012. Für die Kommunen Coswig, Meißen, Weinböhla, Moritzburg, Niederau und Oberau hat der Gutachterausschuss für 2017 einen Mittelwert bei Erstverkäufen von 1755 Euro pro Quadratmeter Eigentumswohnfläche ermittelt, ein Anstieg von 33 Euro gegenüber 2016 und 200 Euro im Vergleich zu 2012.

Von Silvio Kuhnert

18.06.2018
15.06.2018