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Umland Winzer freuen sich über „Traumwerte“ – Weinlese geht zu Ende
Region Umland Winzer freuen sich über „Traumwerte“ – Weinlese geht zu Ende
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08:05 27.09.2019
Die Weinlese in Sachsen ist fast beendet (Symbolbild). Quelle: Philipp von Ditfurth/dpa
Radebeul

Kerner, Müller-Thurgau und Co. sind größtenteils im Keller: Etwa 75 Prozent der Trauben im sächsischen Anbaugebiet sind gelesen, sagte der Vorsitzende des sächsischen Weinbauverbandes, Michael Thomas, der Deutschen Presse-Agentur. Die Winzer beenden ihre Hauptlese Anfang Oktober und damit etwas früher als im Schnitt der vergangenen Jahre. Die Witterung sei insgesamt günstig gewesen, so Thomas. „Nicht ganz so trocken und heiß, etwas mehr Regen als im Vorjahr.“ Das habe sich positiv auf die Aromen ausgewirkt. „Wir sind optimistisch, dass wir einen guten Jahrgang bekommen.“ Einziger Wermutstropfen: Vereinzelte Hagelschäden, vor allem im Raum Meißen. „Da müssen wir schauen, wie sich das auf den Ertrag auswirkt.“

Getroffen hat es teilweise die Winzergenossenschaft Meissen mit ihren rund 1500 Klein- und Hobbywinzern. „Am Ende sehen wir, wie hoch die Verluste ausfallen“, sagte Geschäftsführer Lutz Krüger. Derzeit werden noch Grauburgunder und Traminer gelesen, die meisten Trauben aber sind schon im Keller.

Wackerbarth-Weinbauleiter Till Neumeister erklärt den Azubis Hoangthien Nguyen und Hannes Maaß, woran sie den Reifegrad der Trauben erkennen können. Foto: Lars Müller

Das Staatsweingut Schloss Wackerbarth in Radebeul mit einer Rebfläche von gut 90 Hektar blieb hingegen von Hagel verschont. „Wir hatten Glück“, so Sprecher Martin Junge. Rund 80 Prozent der Trauben sind gelesen. In den nächsten Tagen stehen die Rotweinsorte Blaufränkisch an sowie Riesling in der Spitzenlage Goldener Wagen. Nicht nur mit dem Ertrag, auch mit der Qualität ist das Weingut bisher zufrieden. „Ein guter Jahrgang mit guten Qualitäten“, so Junge. „Wir haben tolles, aromatisches Lesegut“. An etwa 1500 Reben in Steillagen bleiben die Trauben für Eiswein hängen. „Nun hoffen wir, dass die Natur uns in den kommenden ‎Wochen gewogen bleibt.“ ‎

Weinlese im Weingut von Karl-Friedrich Aust (rechts). Foto: Archivbild/Martin Förster.

Nicht weit entfernt, beim Radebeuler Winzer Karl Friedrich Aust, läuft die Lese auf Hochtouren. Bisher haben er und seine Helfer vor allem die Steillagen geerntet. „Nun kommen die großen Felder“, sagt Aust. Etwa die Hälfte der Trauben sind bereits im Keller, jüngst kam Kerner hinzu. „Mit 90 Grad Oechsle – ein Traumwert.“ Die Angabe beschreibt das Mostgewicht. Insgesamt baut das Weingut zehn verschiedene Sorten an. Aust erwartet einen schönen Jahrgang 2019. Während andere deutsche Weinanbaugebiete infolge der vielen Sonnenstunden mit überreifen, alkoholischen Weinen zu kämpfen haben, profitiert das sächsische Weinbaugebiet auch vom Klimawandel: Leichte, filigrane Weine, nicht zu viel Alkohol, so Aust. Der Winzer will einen Teil seines Rieslings für eine Trockenbeerenauslese hängen lassen – eine edelsüße Spezialität. Dafür muss allerdings das Wetter mitspielen. „Das ist ein wenig wie Poker“.

Mit gut 490 Hektar Rebfläche – einschließlich der zum Anbaugebiet gehörenden kleinen Flächen in Brandenburg und Sachsen-Anhalt – zählt Sachsen zu den kleinsten der 13 deutschen Weinanbaugebiete.

An diesem Wochenende feiert das Elbtal seinen Wein mit gleich zwei Weinfesten in Radebeul und Meißen. Vom Freitag bis Sonntag können Besucher verkosten und probieren, in Radebeul lockt zudem das Internationale Wandertheaterfestival an den historischen Dorfanger nach Altkötzschenbroda. In Meißen wird am Sonntag der Abschluss mit einem großen Festumzug gefeiert.

dpa

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