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Umland Winzer entzünden Frostschutzfeuer in Weinbergen
Region Umland Winzer entzünden Frostschutzfeuer in Weinbergen
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13:41 11.04.2019
Frostschutzkerzen brennen in einem Weinberg des Staatsweingutes. Quelle: Schloss Wackerbarth
Weinböhla/Meissen

In Weinbergen in Weinböhla, Diesbar-Seußlitz und im Meißner Spaargebirge haben Winzer am frühen Donnerstagmorgen Feuer zum Schutz ihrer Reben vor Frostschäden entzündet. In einigen Weinbergslagen sind einzelne Sorten schon soweit ausgetrieben, dass die aktuellen Minusgrade massive Schäden verursachen könnten.

Ein Sprecher des Staatsweingutes Schloss Wackerbarth teilte mit, auf einer Rebanlage in Weinböhla seien spezielle Frostschutzkerzen entzündet worden. Die Kosten allein für 0,8 Hektar Rebfläche beziffert das Staatsweingut mit etwa 2000 Euro für drei erwartete Frostnächte. Ferner wurde einer Müller-Thurgau-Junganlage auf der Seußlitzer Heinrichsburg eingeheizt.

Die Feuer sollen die Reben schützen. Quelle: Schloss Wackerbarth

Am Weingut Schuh loderten nach Angaben von Winzer Matthias Schuh seit etwa 3 Uhr kleine Feuer aus Holzbrikett auf dem Meißner Klausenberg. Dort sind Rotweinrebstöcke der Sorte Dunkelfelder in einer Senke frostgefährdet, Häuser verhindern hier das Abfließen der kalten Luft zur Elbe hin. Für die kommenden drei Nächte bis 13. April sind Termperaturen unter 0 Grad Celsius vorhergesagt, solange will der Winzer notfalls in den Frühstunden kleine Feuer entzünden. Nicht zuletzt aus finanzieller und ökologischer Sicht fällt die Entscheidung zum Anzünden der Holzbrikett aber immer erst dann, wenn das Quecksilber tatsächlich unter Null fällt. Das bedeutet für den Winzer und seine Helfer Nachtschichten. Zudem müssen die kleinen Feuerchen zwischen den Rebzeilen ständig überwacht werden. Schuh versucht größere Rauchentwicklung zu vermeiden, um Nachbarn nicht über Gebühr zu strapazieren. Sie wurden vorher schon informiert und um Verständnis gebeten, die Feuer wurden bei der Stadt Meißen angemeldet.

Zuletzt hatten sächsische Winzer im April 2017 Frostschutzfeuer entzündet. Allerdings verzeichnet damals auch diejenigen Weinbauern keine gravierenden Frostschäden, die auf solche Feuer verzichtet hatten. Nach Expertenmeinung können Feuerstellen direkt an den Rebstöcken die Temperatur um maximal zwei bis drei Grad anheben. Winzer Ronny Koch, der die Feuer kritisch sieht und selbst keine entzündet, erklärte, die Vegetation habe aktuell sieben bis 14 Tage Vorsprung zum langjährigen Mittel. Viele Knospen seien noch im einem Wollstadium, bei dem sie nach Kochs langjährigen Erfahrungen bis zu minus 3 Grad schadlos überstehen. Allerdings seien auch schon weiterentwickelte Reben mit zwei bis drei grünen Blättern zu sehen. Diese würden zurückfrieren. „Bei möglichen Nachfrösten zur jetzigen Zeit können die Reben den Knospenausfall jedoch durch mögliche Bei- und Nebenaugen kompensieren und der Ertragsausfall wird sich in Grenzen halten“, so Winzer Koch. Frostschutzfeuer blieben letztendlich immer eine Entscheidung der Winzer. Wichtiger sei, dass Wein nur dort angepflanzt wird, wo Frostluft nicht zum Stehen kommt und abfließen kann.

Das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) hatte bereits Anfang der Woche darauf verwiesen, dass gerade im Elbland neben dem Wein auch Obstblüten aktuell frostgefährdet sind. Nach Amtsangaben sei in Obstplantagen Frostberegnung der sicherste Schutz. Die Beregnung müsse bis zu zehn Stunden durchgeführt werden und nehme bis zu 40 Kubikmeter Wasser je Hektar in Anspruch. „Gegenmaßnahmen wie das Aufstellen von Kerzen helfen nur sehr eingeschränkt und sind teuer“, so das LfULG.

Von LM

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