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Umland Wieso es keine Krankenschwester für ein Schulkind gibt
Region Umland Wieso es keine Krankenschwester für ein Schulkind gibt
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17:58 12.09.2019
Lehrer müssen Kindern unter Umstände auch Medikamente verabreichen, entschied das Sozialgericht Dresden. Quelle: Archiv/dpa
Dresden

Ein an Epilepsie erkranktes Mädchen hat keinen Anspruch auf die Betreuung durch eine Krankenschwester während der Schulzeit. Das entschied das Sozialgericht Dresden in einem Beschluss, über den das Gericht jetzt informierte.

Damit scheiterte eine Mutter aus dem Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge mit einem Eilantrag. Sie hatte sich an das Gericht gewandt, weil die Krankenkasse sich weigerte, dem Kind während des täglichen Besuchs einer Förderschule eine Krankenschwester zur Seite zu stellen. Die Kinderärztin hatte dem Kind ein krampflösendes Mittel verordnet, dass im Falle eines epileptischen Anfalls in den Mund gespritzt werden sollte. Nach Ansicht der Mutter seien die Lehrer der Schule dazu nicht in der Lage.

Absprache mit Eltern und Ärzten

Das sah das Gericht aber anders. Die von ihm befragten Ärzte hätten eine ständige Gefahr lebensbedrohlicher Anfälle verneint. Da es sich um ein Mittel handele, das nicht nur von medizinischen Fachkräften verabreicht werden darf, sondern mit seiner einfachen Bedienung und Dosierung ausdrücklich auch zur Anwendung durch Eltern und Betreuer vorgesehen sei, könne dies auch Lehrkräften und Erziehern zugemutet werden. Gerade Förderschulen, an denen viele mehrfach behinderte und erkrankte Kinder unterrichtet werden, müssen sich hie-rauf einstellen. Die Schulen haben durch Fortbildungen und Absprachen mit den Eltern und Kinderärzten der betroffenen Kinder dafür zu sorgen, dass die Lehrer und Erzieher in etwaigen Notsituationen ihrer Hilfepflicht nachkommen können.

Hilfe in Notfällen

Lehrkräfte und Erzieher könnten zwar nicht verpflichtet werden, so teilte das Sozialgericht mit, kranken Schülern während des Aufenthaltes in der Schule regelmäßig Medikamente zu verabreichen. Von ihnen kann aber erwartet werden, dass sie Kindern, bei denen es gelegentlich unvorhersehbar zu lebensgefährlichen Zuständen kommen kann – wie bei Epilepsiepatienten oder Allergiker – , in Notsituationen solche Medikamente geben, die auch von medizinischen Laien angewandt werden können. Hierzu seien sie schon auf Grund der allgemeinen Pflicht zur Hilfe bei Notfällen verpflichtet, hieß es in der Mitteilung zum Gerichtsbeschluss vom 3. Juli (S 47 KR 1602/19), der noch nicht rechtskräftig ist.

Von I.P.

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