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Umland Wiederaufbau nach Juni-Hochwasser 2013 ist in Radebeul auf der Zielgeraden
Region Umland Wiederaufbau nach Juni-Hochwasser 2013 ist in Radebeul auf der Zielgeraden
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11:27 17.07.2019
Symbolbild.
Symbolbild. Quelle: Archiv
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Radebeul

Seit Anfang dieser Woche ist der Rietzschkegrund zwischen Talkenbergweg und Sandleite in Radebeul für den Verkehr komplett gesperrt. Grund: Die Lößnitzstadt lässt die Flutschäden von Juni 2013 beseitigen sowie den neben der Straße fließenden Bach in sein ursprüngliches Bett zurückverlegen. Wenn das rund 480 000 Euro teure Vorhaben im Dezember dieses Jahres abgeschlossen ist, hat die Stadt ihren Wiederaufbauplan nach den verheerenden Starkniederschlägen und dem Elbhochwasser im Frühjahr vor sechs Jahren so gut wie abgearbeitet.

Im Jahr 2013 hatte die Sächsische Staatskanzlei den Wiederaufbauplan mit insgesamt 33 Einzelvorhaben der Lößnitzstadt bestätigt. Aus dem Fluthilfetopf von Bund und Ländern wurden damals rund 15,7 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Neben kommunalen Gesellschaften wie die Wasserversorgung und Stadtentwässerung Radebeul GmbH oder Stadtbäder und Freizeitanlagen GmbH entfielen die meisten Wiederaufbauprojekte auf die Stadt und ihrer Infrastruktur. Von den 20 investiven Vorhaben sind bis auf zwei in der aktuellen Liste mit grüner Farbe unterlegt. D.h., sie wurden bereits baulich realisiert. Dazu zählen unter anderem die Sanierung von Kötzschenbrodaer Straße sowie Kottenleite und Oberer Johannisbergstraße, die Instandsetzung des Lindenauer Baches und von Weinbergmauern.

Allein die Stadt bekam für die Finanzierung ihres Wiederaufbauplans eine Gesamtförderung von 10,5 Millionen Euro vom Land bestätigt. Weitere 1,2 Millionen Euro an Fördermittel hat sie zusätzlich eingeworben. Aus dem Stadtsäckel stellte der Stadtrat über 580 000 Euro an Eigenmitteln bereit.

Am Ende dieses Jahres wird auch der Rietzschkegrund auf der Liste grün unterlegt sein. Wild abfließendes Bach- und Regenwasser hatte Anfang Juni 2013 die Fahrbahn aus- und unterspült. Straßenkanten waren dadurch abgebrochen. Um derartige Schäden durch den Rietzschkebach in Zukunft zu verhindern, wird der Bachlauf auf rund 200 Metern Länge weiter in Richtung des bewaldeten Hangfußes verlegt.

Wenn die Arbeiten im Rietzschkegrund fertiggestellt sind, steht vom Wiederaufbauprogramm nur noch ein Vorhaben aus. Es ist mit geschätzten rund sieben Millionen Euro auch das teuerste Projekt. Bis zur Realisierung werden allerdings noch einige Jahre verstreichen. Denn ein umfangreiches und aufwendiges Planfeststellungsverfahren ist erforderlich.

Bei dem Vorhaben handelt es sich um die Neugestaltung der Elbmündung des Lößnitzbaches. Das Gewässer soll einen neuen Verlauf durch die Elbwiesen bekommen. Derzeit fließt es zwischen Eisenbahndamm und Elbe teilweise verrohrt durch den Stadtteil Serkowitz. Zudem nimmt es nach heftigen Regenschauern als Entlastung des Kanalnetzes überschüssiges Mischwasser auf. Bach- und Abwasser fließen dann zusammen in einem von hohen Ufermauern eingezwängten Auslaufgraben gen Elbe. Abwasserentlastungskanal und Lößnitzbach sollen voneinander getrennt werden. D.h., die Stadt muss ein neues Bett für den Bach bauen. Wie und wo der Lößnitzbach ab der Bahntrasse bis zur Elbe künftig verlaufen soll, ist momentan die zentrale Aufgabe der Planung. Eventuell noch in diesem Jahr stellt die Stadtverwaltung einen Lösungsvorschlag vor.

Von Silvio Kuhnert