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Umland Welche Konsequenzen eine kleine Stadt aus steigenden Kita-Kosten zieht
Region Umland Welche Konsequenzen eine kleine Stadt aus steigenden Kita-Kosten zieht
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09:00 12.03.2018
   Quelle: 79050535
Größröhrsdorf

 Wenn es um die Kinderbetreuung geht, wird es für Kerstin Ternes grundsätzlich: „Das ist eine der essentiellsten Aufgaben der Daseinsvorsorge“, erklärt sie gegenüber DNN. Ternes ist seit September 2005 Bürgermeisterin in Großröhrsdorf. Und seit Jahren muss sie mit ansehen, wie die Kosten für Kindergrippe, Kindergarten und Hort immer stärker an Stadthaushalt belasten.

Schere öffnet sich immer weiter

Der sächsische Städte- und Gemeindetag (SSG) hat bereits klare Forderungen an das Land formuliert. Land, Eltern und Kommunen teilen sich die Betriebskosten für die Kinderbetreuung. Seit Jahren steigt jedoch der Anteil, den Kommunen und Eltern tragen, während der Anteil des Landes stagniert. Dresden monierte kürzlich, die sich seit Jahren öffnende Schere zwischen Landesanteil und städtischem Anteil.

Dieser Schieflage muss nach Ansicht des kommunalen Interessenverbandes SSG und der Landeshauptstadt durch eine deutliche Erhöhung der Kita-Pauschale des Landes entgegengetreten werden. Pro Kind und Jahr werden derzeit 2300 Euro gezahlt, etwa 3000 sollten es jedoch sein. Dass es dabei nicht um das Problem einer Großstadt geht, zeigen die Zahlen in Großröhrsdorf.

Für den Kindergartenbereich sind die Betriebskosten in der Stadt von 289,90 Euro pro Platz und Monat im Jahr 2007 auf 461,25 Euro im Jahr 2016 gestiegen. Das ist ein Anstieg auf das 1,59-fache. Der Elternbeitrag stieg in dieser Zeit auf das 1,36-fache, der Landeszuschuss erhöhte sich zwischen 2007 und 2014 gar nicht, inzwischen stieg er auf das 1,13-fache. Der Eigenanteil von Großröhrsdorf erhöhte sich von 2007 bis 2016 dagegen um das 3,5-fache. Bei den Kinderkrippen gibt es ähnliche Tendenzen.

Großröhrsdorfs Bürgermeisterin Kerstin Ternes: Was bei den Diäten von Parlamentariern geht, sollte auch bei Kindern möglich sein. Quelle: Stadtverwaltung Quelle: Stadtverwaltung

„Wir haben das in den letzten Jahren immer wieder zur Sprache gebracht“, sagt Bürgermeisterin Ternes. Das Land habe „davor aber wohl die Augen verschlossen“. Mittlerweile entfallen von den jährlichen Aufwendungen der Stadt in Höhe von 14 Millionen Euro insgesamt 3,9 Millionen auf die Kinderbetreuung. „Die Stadt gibt somit mehr als jeden vierten Euro allein für Kinderkrippe, Kindergarten und Hort aus“, konstatiert Ternes.

Das hat seine Wirkungen für das Wirtschaften der Stadt. Pflichtaufgaben könnten erfüllt werden. „Die Stadt lebt allerdings von der Substanz, präventive Instandhaltungen wären insbesondere im Straßen- und Brückenbau oder an öffentlichen Einrichtungen notwendig, sind aber nur stückweise oder gar nicht realisierbar“, stellt die Bürgermeisterin fest.

Sie setzt ihre Hoffnungen nun in einen Sinneswandel in der Politik. Kultusminister Christian Piwarz (CDU) hatte in ersten Erklärungen erkennen lassen, dass die Vorschulbetreuung bei der ganzen Diskussion um den Lehrermangel nicht vergessen werden soll. Konkrete Ergebnisse gibt es derzeit noch nicht. Die vom Städte- und Gemeindetag geforderte Erhöhung der Kita-Pausche würde aus der Sicht von Bürgermeisterin Ternes „die rasante Kostenentwicklung bis zum heutigen Tag nachzeichnen“.

Einwohnerzahl steigt

Seit 2005 ist die parteilose Ternes im Amt. Aufgrund des Zuzugs in letzter Zeit steigt die Einwohnerzahl in Großröhrsdorf, obwohl die Sterbezahlen die Geburten noch übertreffen. 9553 Menschen leben in den drei Stadtteilen Großröhrsdorf, Bretnig-Hauswalde und Kleinröhrsdorf. Bauanfragen würden nicht abreißen. Es gibt alle Schultypen, eine gute Ärzteversorgung und Verkehrsanbindung.

Doch zur Attraktivität einer Stadt gehöre auch die Kinderbetreuung. Frühkindliche Bildung sei der Grundbaustein einer jeden persönlichen Entwicklungsgeschichte. Dies entspreche auch der politischen Forderung nach lebenslangem Lernen. „Dafür brauchen wir aber die entsprechenden finanziellen Rahmenbedingungen.“

Bessere Arbeitsbedingungen nötig

Unbedingt notwendig seien aber auch Verbesserungen der Arbeitsbedingungen, insbesondere eine ausreichende Personalausstattung durch einen besseres Verhältnis zwischen Erzieher- und Kinderzahl (Betreuungsschlüssel) oder die Anerkennung von Vor- und Nachbereitungszeiten. Die in den letzten Jahren von der schwarz-roten Landesregierung eingeleiteten Verbesserungen genügen da noch nicht.

Und die Bürgermeisterin geht noch weiter: „Wir erwarten neben der Anpassung der Landeszuschüsse auf ein den realen Verhältnissen entsprechendes Level, dass es eine an der Kostenentwicklung orientierte automatische Steigerung der Landeszuschüsse gibt.“ Die Daten würden ohnehin jedes Jahr wegen der Abrechnung der notwendigen Betriebskosten durch alle Städte und Gemeinden erhoben. Ternes: „Was für Diäten von Parlamentariern funktioniert, sollte doch wohl bei unseren Kindern auch möglich sein.“

Von Ingolf Pleil

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