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Umland Weingüter aus der Region sichern sich Goldmedaillen
Region Umland Weingüter aus der Region sichern sich Goldmedaillen
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18:30 29.08.2019
Ein Winzer trägt auf einem Weinberg des Weingutes Schloss Proschwitz bei Meißen Frühburgunder-Trauben in Eimern durch die Weinstöcke. Quelle: dpa
Radebeul

Bei der diesjährigen Gebietsweinprämierung in Sachsen haben insbesondere die großen Weingüter in der Region Medaillen abgesahnt. Das Staatsweingut Schloss Wackerbarth, die Sächsische Winzergenossenschaft Meißen, das Weingut Schloss Proschwitz und das Radebeuler Stadtweingut Hoflößnitz hatten auch die meisten Weine und Sekte bei der Verkostung angestellt. Das geht aus einer Aufstellung des Weinbauverbandes Sachsen hervor.

Allein sechs Goldmedaillen erreichte das Staatsweingut und zwei die Hoflößnitz. Das als Prädikatsweingut besonders edlen Tropfen verpflichtete Schloss Proschwitz konnte mit einem 2016er Spätburgunder Rotwein eine Goldmedaille erreichen. Insgesamt wurden nach Angaben des Weinbauverbandes Sachsen neun Goldmedaillen von den Fachverkostern vergeben. 47 Produkte wurden demnach mit Silber und 29 mit Bronze ausgezeichnet.

23 Einreichungen fielen durch

Von insgesamt 108 eingereichten Weinen und Sekten fielen 23 bei den geschulten Verkostern durch. In den Kategorien Rosé, Rotling/Schieler und Weißherbst vergaben die Verkoster nur Silber- und Bronzemedaillen. Bei Sekten und bei Rotweinen gab es jeweils nur einmal Gold.

Das anfänglich als Jahrhundertjahrgang propagierte Weinjahr 2018 habe die Winzer vor größere Herausforderungen in Berg, Flachlage und Keller gestellt, räumt der Weinbauverband inzwischen ein und spricht nun von einem Ausnahmejahr. Viele fehlerbehaftete Weine hatten sich bereits Anfang des Jahres bei der amtlichen Qualitätsweinprüfung angedeutet. Was beachtet werden muss, zu Gebietsweinprämierungen kommen überwiegend nur die Weißweine und Rosés aus dem Vorjahr. Rotweine und Sekte haben längere Reifezeiten hinter sich. Selbst bei den sieben goldprämierten Weißweinen stammen zwei von 2017.

Ein Betrieb erhielt keine Medaille

Insgesamt haben sich laut Weinbauverband zwölf Erzeuger an der diesjährigen Gebietsweinprämierung beteiligt. Ein Betrieb konnte mit keiner Medaille bedacht werden. Bei mehr als 30 Haupterwerbs- und um die 40 Nebenerwerbsweinbauern wird nur ein Bruchteil des Anbaugebiets repräsentiert. Viele etablierte und über die Region hinaus bekannte erfolgreiche Familienbetriebe verzichten auf eine Teilnahme bei der Verkostung. Sie benötigen die Medaillen für den Verkauf ihrer Weine nicht und können sich damit die Anstellungsgebühren sparen, erklärten diese wiederholt auf Nachfrage.

Durch die rege Teilnahme der großen Betriebe stehen die zwölf Teilnehmer der Prämierung jedoch mengenmäßig für 75 Prozent des Anbaugebiets, betont der Weinbauverband. Dem Verband selbst gehören nach Angaben auf seiner Homepage gut 25 Weinbaubetriebe an – darunter Traubenerzeuger, die selbst keinen Wein keltern. Geleitet wird der Weinbauverband ehrenamtlich von je einem Angestellten der Hoflößnitz und von Wackerbarth, einem Lokalpolitiker mit CDU-Parteibuch und der Wahlkreisbüroleiterin des CDU-Politikers Matthias Rößler.

600 Gäste waren bei der Premiere 1919 dabei

Die Gebietsweinprämierung Sachsen sieht sich in der Tradition früherer Verkostungen. Der Weinbauverband erklärte, am 10. November 1919 habe Weinbauexperte Carl Friedrich Pfeiffer – maßgeblicher Wiederbegründer des sächsischen Weinbaus nach der Reblaus – zu einer ersten großen Sachsenweinprobe des „Vereins zur Förderung des Weinbaues in der Lößnitz und Umgegend“ eingeladen. Die erste Sachsenweinprobe war historischen Quellen zufolge eine „wissenschaftliche Weinkostprobe naturrein gekelterter Lößnitzweine, getrennt nach Lagen und Traubensorten“. Verkostet wurden seinerzeit Weine und Sekte der Herren Franze – Radebeul, Dr. Tiedemann – Wackerbarthsruhe, Fabrikbesitzer Nacke – Johannisberg, Gutsbesitzer Iltzsche – Radebeul, Gutsbesitzer Welde – Merbitz, Frau Oberjustizrat Windisch – Oberlößnitz und der Sektkellerei Bussard. Das habe damals das Radebeuler Tageblatt berichtet. 600 Gäste waren den Quellen zufolge damals dabei.

Bei den heutigen Verkostungen zur Gebietsweinprämierung setzt der Weinbauverband derzeit auf wenig Transparenz. Die Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft hat sich bei ihrer Bundesprämierung unlängst in Radebeulhingegen offen gezeigt und sich von interessierten Winzern und Medienvertreter bei der Verkostung über die Schultern schauen lassen.

Von Lars Müller

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