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Umland Wasapark in Radebeul: Nachbarn finden Dreigeschosser zu hoch
Region Umland Wasapark in Radebeul: Nachbarn finden Dreigeschosser zu hoch
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20:40 28.11.2019
Die Visualisierung veranschaulicht, wie sich die geplanten neuen Gebäude (grüne Dächer) auf dem Wasaparkareal städtebaulich zwischen Meißner Straße (oben) und Pestalozzistraße in die Umgebung einfügen könnten. Quelle: Visualisierung: IPROconsult
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Radebeul

Warum bleibt das „Blaue Haus“ an der Meißner Straße stehen und wird nicht wie die anderen Bürogebäude des Wasaparks abgerissen? Das war eine Frage auf der Informationsveranstaltung über die Pläne für das Areal des einstigen VEB Kraftwerksanlagenbaus in Radebeul. Als zu groß und dicht nebeneinanderstehend kritisierten einige Anwesende zudem die geplanten Neubauten. Die Eiche auf dem Parkplatz an der Ecke Pestalozzi-/Schumannstraße muss stehen bleiben, lautete eine Forderung.

Quartier mit 151 Wohnungen soll entstehen

Die Fällung des Baumes war einer der am häufigsten angeführten Kritikpunkte am Bebauungsplan für den „Wasapark“ – schon im Vorfeld der Informations-Veranstaltung. Insgesamt gingen 35 Anregungen und Hinweise aus der Radebeuler Bürgerschaft zu dem Bauvorhaben im Rathaus ein. Damit Planer und Kritiker ins Gespräch kommen, hatte die Stadtverwaltung eine Bürgerversammlung organisiert.

Auf dem Areal des Bürogebäudekomplexes soll ein Quartier mit circa 151 Wohnungen entstehen. Dafür werden – bis auf das wegen seiner Fassadenfarbe sogenannte „Blaue Haus“ – alle mehrgeschossigen Gebäude dahinter abgerissen und mehrere Mehrfamilienhäuser mit Tiefgaragen errichtet. Diese sollen drei Geschosse haben, was von unmittelbaren Nachbarn als zu hoch und überdimensioniert empfunden wird, da ihre Häuser maximal zwei Geschosse besitzen.

Blauer Riegel wertvoll als Schallschutz

Beim blauen Riegel an der Meißner Straße ist eine Modernisierung sowie der Abriss des obersten und ein Teilabriss des darunterliegenden Geschosses vorgesehen. Vom fünften Stockwerk bleibt nur ein zurückgesetzter und verkürzter Staffelgeschossaufbau stehen. Außerdem wird die Fassade neu gestaltet. „Der Riegel ist sehr wertvoll als Schallschutz“, nannte Architektur-Abteilungsleiter Daniel Reich vom Dresdner Planungsbüro „Iproconsult“ als Grund, warum das einstige DDR-Museum stehen bleiben soll.

Das Blaue Haus bleibt stehen. Quelle: Jürgen-M. Schulter/Archiv

Auch nach dem Umbau könne es als Büro- und Gewerbeobjekt dienen und verhindern, dass der Verkehrslärm der viel befahrenen Meißner Straße bis zu den neuen Wohnhäusern dringt.

Bei der Geschosshöhe verwies der Planer auf Objekte in der Umgebung. So verfügt beispielsweise die Reihe von mehreren Wohngebäuden auf der Pestalozzistraße ab der Schildenstraße in Richtung Westen über drei Geschosse plus Dach. Diese Höhe wolle man im südlichen Bereich fortführen. Je kleiner man die Gebäude baue, um so höher werde der Mietpreis. „Wir wollen aber bezahlbaren Wohnraum schaffen“, führte das Planungsteam zur Verteidigung der Größe der Mehrfamilienhäuser an.

Bleibt die Eiche, fällt ein Wohngebäude weg

Die Eigentümer des Wasaparks stammen aus dem Ausland. Ihr Vertreter vor Ort ist Wolfram Kotte. Er machte deutlich, dass es sich bei dem Planvorhaben um einen Kompromiss handelt. Denn nicht die Eigentümer sind mit dem Projekt auf die Stadt zugegangen, sondern umgekehrt. Verwaltung und Stadtrat wollten, dass der im Stadtbild als ein „Fremdkörper“ und städtebaulicher Missstand wahrgenommene Gebäudekomplexes verschwindet.

Die Eigentümer hatten dagegen eine Modernisierung der Gebäude für eine bessere Vermietung der fast 22 000 Quadratmeter Bürofläche vor. Nach der Umgestaltung zum Wohnquartier verbleibt ihnen etwas über 16 000 Quadratmeter an vermietbarer Fläche. An dieser Größe lassen die Eigentümer nicht mehr rütteln, da sich sonst ihre Investition von fast 44 Millionen Euro nicht mehr rentiert. Wenn also die Eiche stehen bleiben soll, fällt ein Wohngebäude weg. Dafür müssten als Ausgleich an anderer Stelle Gebäude aufgestockt werden.

Von Silvio Kuhnert

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