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Umland Wandern mit Hindernissen: Im Nassen Grund wird gebohrt
Region Umland Wandern mit Hindernissen: Im Nassen Grund wird gebohrt
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18:08 15.12.2018
Schweres Gerät kommt derzeit im Nassen Grund zum Einsatz. Quelle: Mike Jäger
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Bad Schandau

Wer im Nassen Grund durch das Kirnitzschtal wandert, der wird seit ein paar Tagen am Wanderweg „Eulentilke“ unweigerlich auf einen Bauzaun stoßen. Aufgetürmte Rohre und ein blaues Bohrfahrzeug stehen dahinter. Doch aus welchem Grund finden mitten im Nationalpark „Sächsische Schweiz“, groß angelegte Bohrungen statt?

Hinweise aus der Kreidezeit

Antworten liefert die Baustellentafel: Im Nassen Grund entstehen neue Grundwasser-Messstellen. Die Bohrgesellschaft Roßla aus Sachsen-Anhalt hat dafür schweres Geschütz aufgefahren, die Bohrung wird schließlich eine Tiefe von bis zu 300 Metern erreichen. Dort hören die Sandsteinschichten auf, stattdessen ist Granit das vorkommende Tiefengestein. Mithilfe der Messstellen sollen Stand und Beschaffenheit des Grundwassers in diesen Bodenregionen, den sogenannten kreidezeitlichen Grundwasserstockwerken, ermittelt werden.

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Die neue Messstation ist nicht die erste an dieser Stelle: Schon 1982 war dort eine solche Anlage in Betrieb gegangen, mit deren Hilfe Wasserwerte in bis zu 180 Metern Tiefe ermittelt wurden. Allerdings wies die Station zuletzt technische Defekte auf, wie das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) mitteilt. „Die Anlage erfüllte ihre Messaufgabe nicht mehr“, weswegen die defekte Messstelle nun zurückgebaut und durch eine moderne Station ersetzt werde, heißt es weiter.

Arbeiten dauern noch bis Ostern an

Die Projektleitung für den Ersatzneubau hat der Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) übernommen, fachlich koordiniert wird die Baumaßnahme vom LfULG. Die Staatliche Betriebsgesellschaft für Umwelt und Landwirtschaft betreibt die neue Messstation, wenn sie fertig gebaut ist. Über den Ausbau einer weiteren Messstelle werde laut LfULG nach Vorliegen der Ergebnisse der Pilotbohrung entschieden.

Noch bis Ostern dauert die Baumaßnahme im Nassen Grund planmäßig an. Die Messstellen werden zum Schluss bodengleich abgeschlossen und sind dadurch im Landschaftsbild nicht mehr sichtbar. Beeinträchtigungen für die Umwelt sind im Bauzeitraum nicht zu befürchten, versichert das SIB: „Die Auswirkungen auf Flora und Fauna werden während der Bauzeit so gering wie möglich gehalten. Den Arbeiten gingen umfangreiche Untersuchungen voraus, eine naturschutzfachliche und wasserrechtliche Genehmigung liegt vor.“ Auch wird der Wanderbetrieb im Nassen Grund während der Bauzeit aufrechterhalten – Wanderer können weiterhin einfach außen am Zaun vorbeigehen.

Von Junes Semmoudi