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Umland Villa Kolbe – Stadt Radebeul will Anbau erlauben
Region Umland Villa Kolbe – Stadt Radebeul will Anbau erlauben
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16:55 17.07.2018
Die an der Ecke Meißner Straße/Zinzendorfstraße gelegene Villa Kolbe muss dringend saniert werden, auch der sie umgebende Park verwildert. Quelle: Foto: Silvio Kuhnert
Radebeul

Sie gleicht auf dem ersten Blick einem Dornröschenschloss – die Villa Kolbe in Radebeul. Versteckt hinter viel Wildwuchs schauen Dach und Giebel des Neorenaissancebaus an der Meißner Straße hervor. Nie kann man das denkmalgeschützte Objekt in Gänze erblicken. Immer wieder verstellen Bäume und Sträucher die Sicht. Vielleicht ist es auch gut so. Denn der jahrelange Leerstand hat der 1891 entstandenen Villa nicht gut getan. Beim genaueren Hinschauen glaubt man, dass das langsam verfallende Haus einem Gruselfilm entsprungen sei, und es könnte heute wohl als Kulisse für die „Addams Family“ oder eines Vampirfilmes dienen. Die einst stattliche Villa Kolbe ist zu Radebeuls Gruselschloss verkommen.

Streit mit Eigentümern dauert an

Ein Retter ist momentan nicht in Sicht, der die marode Villa samt dem verwilderten Park wach küsst. Aktuell liegen der Stadtverwaltung keine Bauanträge oder Bauvoranfragen vor, wie Baubürgermeister Jörg Müller (parteilos) auf DNN-Anfrage mitteilt. Und so schnell wird sich an dieser Situation wohl auch nichts ändern. Denn der Streit mit den Eigentümern ist immer noch nicht beigelegt. „Es handelt sich nach wie vor um ein noch offenes gerichtliches Verfahren“, so Müller.

Die Eigentümergemeinschaft möchte die Villa nicht nur sanieren, sondern um einen Anbau erweitern und sogar ein Mehrfamilienhaus an der Rathenaustraße errichten. Mit diesen Plänen ist die Lößnitzstadt nicht einverstanden. Im Streit legte sie Ende Dezember 2015 einen Zahn zu. Damals haben Stadträte die Aufstellung eines Bebauungsplans bewilligt, der jegliche neue Bebauung auf dem Areal Zinzendorfstraße 16 mit der Kolbe-Villa verhindern soll.

Stadt pocht auf Erhalt des Parkes

Bei dem B-Plan handelt es sich um einen sogenannten „Briefmarken-Bebauungsplan“. Er gilt nur für das Villengrundstück. „Der Bebauungsplan hat gemäß dem vom Stadtrat beschlossenen Aufstellungsbeschluss das Planungsziel, Regelungen zu treffen, die den Erhalt des Ensembles, bestehend aus der stadtbildprägenden denkmalgeschützten Villa und dem umgebenden Park in seiner jetzigen Struktur sichert“, berichtet Müller. Der Entwurf lag jetzt zweieinhalb Jahre nach dem Aufstellungsbeschluss im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung im Rathaus aus.

Die Stadt ist von ihrem rigorosen Nein von Ende 2015 etwas abgewichen. „Der erarbeitete Entwurf sieht in Abstimmung mit der Denkmalpflege neben dem Erhalt auch eine größere bauliche Erweiterungsmöglichkeit direkt an das Villengebäude vor“, berichtet Müller. Mit einem Anbau, der an der Südseite der Villa errichtet wird und an diese über einen Verbindungsbau angeschlossen ist, könnte die Stadt leben. Ihr Denkmalpflegeamt kann einer Villenerweiterung zustimmen, wenn im Gegenzug die Investoren auf den Neubau im Park verzichten. Von einer „zurückhaltenden Nachverdichtung“ ist die Rede.

Stadt möchte Villen-Anbau ermöglichen

Mit der Ermöglichung eines Anbaues legt die Lößnitzstadt quasi ein Kompromissangebot vor. Die Lösung im Streit scheint es jedoch noch nicht zu sein. Denn Müller muss einräumen: Der B-Plan „deckt nur einen Teil der Investorenwünsche ab.“ Dies bezieht sich nicht nur auf den weiterhin von der Stadt nicht gewollten Neubau im Park, sondern auch den Anbau selbst. Den Investoren schwebt ein viergeschossiges Gebäude mit Flachdach vor. Die Stadt wünscht sich dagegen eine Erweiterung in modifizierter Form mit drei Geschossen und ausgebautem Dach.

Da der Streit mit der Eigentümergemeinschaft noch nicht beigelegt ist und, wie bereits erwähnt, ein offenes gerichtliches Verfahren noch anhängig ist, möchte die Stadt keine weiteren Auskünfte oder Stellungnahmen abgeben. Die Eigentümer sind derzeit im Urlaub und wollen sich erst nach Rückkehr von ihrer Reise zu dem Kompromissangebot äußern.

Fakt allerdings ist: Bei der Öffentlichkeitsbeteiligung im Rahmen des B-Planverfahrens sind drei Stellungnahmen im Rathaus abgegeben worden. Eine stammt von den Eigentümern. Und von einer Zustimmung zu dem B-Plan-Entwurf ist wohl nicht auszugehen. Denn an anderer Stelle haben die Investoren bereits früher deutlich gemacht, dass für eine wirtschaftliche Sanierung der Villa nicht nur der Anbau, sondern auch ein Neubau an der Rathenaustraße notwendig sei.

Bauherr der Villa, Carl Kolbe, war Chemiker und Generaldirektor eines Unternehmens der Arzneimittelindustrie, der Salicylsäure-Fabrik des Dr. F. v. Heyden. 189091 wurde sein Wohnsitz nach Plänen des Berliner Architekten Otto March errichtet.

Von Silvio Kuhnert

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