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Umland Überholverbot auf der A 4: 250 Lasterfahrer zwischen Dresden und Pulsnitz erwischt
Region Umland Überholverbot auf der A 4: 250 Lasterfahrer zwischen Dresden und Pulsnitz erwischt
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09:48 23.01.2019
Symbolbild. Quelle: picture alliance/dpa
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Dresden

Faktisch täglich kracht und scherbelt es auf der A4 zwischen Dresden und Pulsnitz – und in der Mehrheit der Fälle ist stets auch mindestens ein Brummi mit verwickelt. Genau deshalb hat der Freistaat reagiert, in den vergangenen eineinhalb Jahren die Überholverbote für Laster in einzelnen Bereichen in diesem Abschnitt deutlich ausgeweitet. Doch Verbote hin oder her – längst nicht jeder Lkw-Fahrer hält sich daran. In etwas mehr als ei­nem Jahr hatten Polizisten zwischen dem Dreieck Dresden-Nord und der An­schlussstelle Pulsnitz 252 Verstöße festgestellt.

Seit Jahren wächst der Frust der Autofahrer auf der A4, ärgern sich allen voran Pendler über verstopfte Fahrspuren und Staus nach Unfällen. Als wesentliche Ursache dafür gilt die stetige und starke Zunahme des Schwerlastverkehrs. Der Freistaat will daher die A 4 um Dresden herum und in Richtung Os­ten ausbauen lassen, verfolgt zu­dem Pläne für eine Rollende Landstraße, um den Güterverkehr auf die Schiene zu verlagern.

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Um die Probleme zwischen Dresden-Nord und Pulsnitz in den Griff zu bekommen, setzt Sachsen aber auch auf Überholverbote. Das schon länger be­stehende Verbot zwischen Flughafen und der Anschlussstelle Hermsdorf dehnten die Behörden En­­de Oktober 2017 aus, untersagten zu Hauptverkehrszeiten das Überholen auf dem Abschnitt von Pulsnitz nach Hermsdorf. Im März 2018 folgte dann die Ge­genrichtung, hier wurden zwischen Hermsdorf und Ohorn die Verbotsschilder montiert.

Verbote machen bekanntlich al­lerdings auch nur Sinn, wenn sie kontrolliert werden. Und das tat die Polizei auch. Wie die Staatsverwaltung auf Anfrage des Görlitzer Landtagsabgeordneten Mirko Schultze (Linke) jetzt mitteilte, waren die Be­amten zwischen Ende Oktober 2017 und Ende November 2018 bei 45 ge­planten Kontrollmaßnahmen im Einsatz.

In neun Fällen „tarnten“ sich die Polizisten dabei mit einem vermeintlichen Reisebus, in weiteren 14 Einsätzen gingen die Beamten sogar in die Luft und verfolgten das Geschehen vom Hubschrauber aus. Und: Der Abschnitt sei ein Schwerpunkt bei der Streifentätigkeit der Autobahnpolizeireviere. Die dabei durchgeführte Anzahl von Kontrollen werde aber statistisch nicht er­fasst, heißt es aus dem sächsischen Innenministerium. Unterm Strich standen in diesen 13 Monaten die et­wa 250 er­tappten Lasterfahrer.

Trotz der ausgedehnten Überholverbote kommt es dennoch weiterhin re­gelmäßig zu Unfällen. Für den Zeitraum zwischen Oktober 2017 und November 2018 verweist das Mi­nisterium auf 374 Verkehrsunfälle zwischen Dresden-Nord und Pulsnitz – in 198 Fällen davon waren Lkw be­teiligt. Das entspricht etwa dem Ni­veau in den Jahren zuvor.

Von Sebastian Kositz